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Neuss: GWG mit Umzugsplänen

Neuss : GWG mit Umzugsplänen

Die Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft steht vor einem Jahr mit vielen Veränderungen. Dazu gehört auch der Umzug der Verwaltung an den Markt. Für die bisherige Zentrale wird ein Mieter gesucht – oder abgerissen.

Ihre zehn neuen Mietwohnungen an der Frankenstraße hätte die Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft (GWG) mehrfach vermieten können, so begehrt waren gerade die öffentlich geförderten Wohnungen. Aus dieser Nachfrage entwickeln die Vorstände Stefan Zellnig und Ulrich Brombach einen "Plan B" für den Fall, dass sie für ihren Verwaltungssitz an der Neusser Weyhe keinen Mieter finden. Denn dieses Gebäude steht demnächst leer.

Als Polizeiwache auf der Furth gebaut, wurde die Liegenschaft mit der Hausnummer 85 in den 1960er Jahren Sitz der GWG. Seitdem vermuten viele Neusser, dass hinter dem Namen GWG eine allein in der Nordstadt aktive Wohnungsgesellschaft steckt. "Dabei haben wir in fast allen Stadtteilen Immobilien", erklärt Zellnig. Der Umzug in die Innenstadt, der nach gegenwärtigem Planungsstand im September erfolgen soll, ist deshalb auch eine Marketingmaßnahme. Brombach: "Wir gehen dahin, wo wir hingehören – ins Herz der Stadt."

Die Weichen dafür sind gestellt. 2009 erwarb die GWG am Markt das Gebäude der Commerzbank. Die zog im vergangenen Sommer aus, so dass die Liegenschaft nun den Ansprüchen der GWG-Verwaltung entsprechend umgebaut werden kann. Der Bauantrag sei gestellt, sagt Zellnig, der im März mit dem Umbau beginnen möchte.

Auch wegen dieses Umzugs der etwa 30 Mitarbeiter sprechen Zellnig und Brombach von einem aufregenden Jahr 2012. "Es verändert sich viel", sagt Brombach auch mit Blick auf die aktuellen Projekte. Das größte davon: der Wohnpark an der Stauffenbergstraße, wo in zwei Bauabschnitten 67 neue Wohnungen entstehen.

Hinter solchen Projekten steckt eine Strategie: "Wo wir geballt im Stadtgebiet vertreten sind, ergänzen wir unsere Bestände mit modernem Wohnraum. Barrierefrei und damit zukunftsoffen für ihre Bewohner."

In dieses Leitbild der Barrierefreiheit will allein die Verwaltung so recht nicht passen. Sie umzubauen, scheint den Vorständen nach dem Auszug wenig wirtschaftlich. Dann schon eher Abriss und Neubau eines Wohnkomplexes, der gerade in dieser Lage sicher im Markt auf Interesse stoßen wird.

Aber das ist wie gesagt "Plan B". Vorher soll versucht werden, die Büroräume gewerblich zu vermieten. Ideen für die "gut ausgestattete Liegenschaft", so Zellnig, gebe es. So sei mit dem Amt für Wirtschaftsförderung zum Beispiel ein Gründerzentrum für Existenzgründer vorstellbar. Zur Klärung einer möglichen Nachfrage wird das Haus nun annonciert.

(NGZ)