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Neuss: Senioren haben Angst nach Überfällen

Neuss : Senioren haben Angst nach Überfällen

"Das geht einem doch an die Nieren": Auch Heinrich Icking, seit 1968 Anwohner der Cranachstraße in Selikum, erfüllt die Nachricht von nur zwei Überfällen auf Senioren innerhalb einer Woche mit Sorge. Dienstag schlugen vier maskierte Täter nur einen Steinwurf weit entfernt von seinem eigenen Haus zu, überfielen Nachbarn in deren Wohnung und raubten sie aus. Aber es hätte viele in der Siedlung aus den 1960er Jahren treffen können. "Hier leben inzwischen in jedem zweiten Haus ältere Leute" sagt Icking. Solche wie er.

"Es muss in unserem Interesse sein, schnell zu Erfolgen zu kommen", betonte gestern Polizeisprecher Hans-Willi Arnold erneut. Eben weil schon Mal nach gleichem Muster vorgegangen wurde, zwei Mal ältere Menschen in den eigenen vier Wänden zum Opfer wurden. Die Ermittlungen gegen die Bande, die nach Überzeugung der Polizei hinter beiden Taten steckt, habe höchste Priorität, sagt Arnold.

Angesichts der Nähe beider Tatorte – Erfttal und Selikum – schließt die Polizei nicht aus, dass die Täter ortsansässig sind. Auch Icking und seine Nachbarn sind überzeugt: "Die Jungs wissen Bescheid. Der Überfall war kurz nach 20 Uhr – da sitzen alle vor dem Fernseher, und keiner guckt mehr raus."

Der Tatort am Dienstag – die Cranachstraße. Ein Straßenring, an dessen Außenseite Reihenhauszeilen stehen, in dessen Innenraum aber verstreut schmucke Bungalows liegen, nur über einen Fußweg zu erreichen. Das Haus der jüngsten Opfer liegt weitab der Straße am Knick eines solchen Weges, so dass die Täter keine zufällige Entdeckung durch vorbereifahrende Autos fürchten mussten.

Das überfallenen Ehepaar hat inzwischen Besuch von seinem Sohn. Wie es ihnen geht? "Es geht so", sagt der 87-jährige Hausherr.

Info Die Polizei bittet weiter unter Tel. 3000 um sachdienliche Hinweise.

(NGZ)