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Neuss: Museum eröffnet Jubiläumsschau

Neuss : Museum eröffnet Jubiläumsschau

Am Wochenende eröffnet das Clemens-Sels-Museum die Ausstellung "100 Jahre – 100 Schätze". Darin zeigt das Haus hundert schönsten und hochkarätigsten Werke aus allen Sammlungsbereichen. Die Geschichte des Museums reicht indes nicht nur bis 1912 zurück.

100 Jahre wird das Clemens-Sels-Museum an diesem Wochenende alt. Gefeiert wird am Sonntag, wenn die Ausstellung "100 Jahre – 100 Schätze" eröffnet wird. Es ist die erste einer Reihe von Präsentationen, mit denen das runde Jubiläum gefeiert werden soll.

Eigentlich reicht die Geschichte des Museums weiter zurück als nur ins Jahr 1912, wie ein Blick in die Historie zeigt: Schon 1839 gründeten die Neusser einen "Altertumsverein", der das römische Neuss erforschte und ein Museum im Rathaus einrichtete. Die Tradition der Bürger, sich um die eigene Geschichte zu kümmern, sollte nicht abreißen: Bereits 1877 folgte der "Verein für Altertumskunde und Geschichte", dem bereits der Sammler und Mäzen Clemens Sels auch als ehrenamtlich tätiger Leiter des angehörte. Seine Geburtsstunde als Stadtmuseum erlebte das Haus schließlich vor 100 Jahren, als Pauline Sels, die Witwe von Clemens Sels, diesem die umfangreiche kunst- und kulturgeschichtliche Sammlung ihres Mannes vermachte. Das städtische Museum entwickelte sich in den Nachkriegsjahren unter Irmgard Feldhaus zu einem Kunstmuseum, das heute aufgrund einzigartiger Sammlungsschwerpunkte die Grenzen eines Stadtmuseums weit hinter sich gelassen hat und im rheinischen Museumsreigen eine achtenswerte Rolle spielt. Gleichwohl blieb es stets ein heimatliches Museum für die Neusser Bürger. Heute wird das Clemens-Sels Museum beiden Rollen gerecht, ein Stadtmuseum als auch ein Kunstmuseum zu sein. Die Geschichte des Hauses soll nun die Ausstellung "100 Jahre - 100 Schätze" zeigen. Direktorin Ute Husmeier-Schirlitz ist es nicht leichtgefallen, diese "Schätze" auszuwählen, denn das Eröffnungsfest und die Ausstellung sollen thematisch auch ein Spiegel der inhaltlichen Fülle sein, die das Haus bietet. Die vielen Stunden im Depot haben sich gelohnt. Gezeigt werden aus dem Nachlass Clemens Sels Porträts aus dem 16. und 17. Jahrhundert, die ihren Ursprung auch in der schon damals berühmten Kölner Malerschule haben. Auch die rheinischen Expressionisten sind vertreten, die sich Anfang des 20. Jahrhunderts der akademischen Malschule abwendeten, etwa August Macke und Heinrich Campendonk. Von Campendonk sind in der Ausstellung drei seltene Hinterglasmalereien zu sehen. Aus der Sammlung Günther Rehbein, ebenfalls ein Mäzen des Museums, sind Radierungen von Rembrandt ausgestellt. Johan Thorn-Prikkers Glasarbeiten sind ebenfalls zu sehen. Die Archäologie zeigt ihre Schätze mit Keramikfundstücken und einer Auswahl Münzen.

(NGZ)