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Neuss: Alte Stadtansichten neu gemalt

Neuss : Alte Stadtansichten neu gemalt

Ronald Lemme und Gerda Kux-Sieberath haben historische Motive der Neusser Stadtgeschichte in Öl- und Acrylfarben auf Leinwand festgehalten. Im Sommer soll ein Kalender erscheinen. Auch eine Ausstellung ist geplant.

Reges Markttreiben herrscht 1905 auf dem Neusser Markt. Im Hintergrund das 1635 erbaute Rathaus, das 1882 modernisiert, 1944 zerstört und 1954 in moderner Form wieder aufgebaut wurde. Neben der kleinen, DIN A 4 großen schwarz-weiß-Fotografie, hängt ein großformatiges, stimmungsvolles Ölgemälde. Gemalt hat das Bild Ronald Lemme.

"Ich habe das historische Foto vom Neusser Markt nicht eins zu eins kopiert, sondern einzelne Details verändert. Kunst ist kreativ", sagt der 57-jährige Hobbymaler. Vor dreizehn Jahren malte der gebürtige Magdeburger, der als Sozialarbeiter am Berufskolleg für Technik und Information arbeitet, sein erstes Motiv aus der Neusser Stadtgeschichte: Das Hafenbecken. Innerhalb der letzten zwei Jahre kamen weitere Motive hinzu, unter anderem der Jesuitenhof um 1915 und das Hochwasser am Obertor im Jahr 1924.

Kalender zum Schützenfest

Auch Gerda Kux-Sieberath hat sich in den letzten Monaten drei Motive aus der Neusser Umgebung vorgenommen und in Acrylfarben auf Leinwand verewigt: Das 1770 erbaute Gutshaus des Reuterhofes bei Hochwasser um 1910, einen Aalschocker an der Erft und eine Ortsansicht von Grimlinghausen. Weitere Motive sind in Arbeit: "Der zugefrorene Rhein um 1942, eine Ansicht des Rheinschlößchens aus dem Jahr 1956, das Gebäude der alten Puppen-Fabrik in Grimlinghausen und das Strandbad 1965", erzählt die 57-Jährige, die als Theatermalerin am Rheinischen Landestheater in Neuss arbeitet. Seit 33 Jahren ist sie dort für Bühnenbilder und Malereien für die Operettenbühne zuständig.

Zusammen mit Gerda Kux-Sieberath möchte Ronald Lemme, der nach seinem Fachabitur Sozialarbeit in Düsseldorf studierte, einen Kalender mit den historischen Motiven herausgeben, der pünktlich zum Neusser Schützenfest erscheinen soll. "Ein Kalender ist etwas Bleibendes. Er soll den Neussern zeigen, wie es damals ausgesehen hat", sagt Kux-Sieberath.

Noch hängen die historischen Motive in Lemmes Wohn- und Arbeitszimmer. Schon bald sollen alle Neusser die Fotos sehen können. "Wir könnten uns vorstellen, die Gemälde im Rathaus, in Banken oder anderen öffentlichen Einrichtungen auszustellen", sagt der Sozialarbeiter. Vorstellen kann sich der 57-Jährige auch eine Zusammenarbeit mit einem Buchautor. "Jedes Motiv hat schließlich seine eigene Geschichte."

Alte Motive

Kennengelernt haben sich Lemme und Kux-Sieberath, die ihre Gemälde schon in mehreren Ausstellungen präsentiert hat, durch eine gemeinsame Bekannte. "Ich fand die Idee toll und habe mich sofort an die Arbeit gemacht", sagt Kux-Sieberath. "Wir möchten zeigen, wie es früher in Neuss ausgesehen hat", sagt Lemme. Mit Motiven, die es so heute nicht mehr gibt.

(NGZ)