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Neuss: Präses Thorsten Latzel zu Gast in der Nordstadt

Halt in Neuss : Warum Präses Thorsten Latzel eine 600-Kilometer-Fahrradtour unternimmt

Der neue Präses der evangelischen Kirche im Rheinland hat sich auf eine 600-Kilometer-Fahrradtour begeben. Auf der vorletzten Etappe erreichte er Neuss und besuchte die evangelische Versöhnungskirche – was steckt hinter der Fahrt?

Seit dem 20. März dieses Jahres ist Thorsten Latzel (50) Präses der evangelischen Kirche im Rheinland. Der Nachfolger von Manfred Rekowski ist damit der oberste Repräsentant seiner rheinischen Kirche. Um die Gemeinden und ihre Menschen besser kennen zu lernen, begab sich der neue Präses jetzt auf eine 600-Kilometer-Fahrradtour von Süd nach Nord. Denn immerhin umfasst die evangelische Kirche im Rheinland Teile der Bundesländer Saarland, Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen. Sie gliedert sich in 37 Kirchenkreise mit 655 Gemeinden und insgesamt rund 2,4 Millionen Mitgliedern.

Seine Tour fasst Thorsten Latzel in einem Satz zusammen: „Acht Tage, 40 Gemeinden, eine Botschaft: Nach Corona brechen wir gemeinsam auf.“ Auf seiner vorletzten Etappe erreichte er jetzt die Neusser Nordstadt und besuchte die evangelische Versöhnungskirche an der Furtherhofstraße. Dort fand der erste Tag einer Ferienaktion für Kinder im Alter von sieben bis elf Jahren statt: „Disneywoche im Kindertreff“. Insgesamt 20 Kinder nehmen daran teil und werden von acht Teamerinnen betreut.

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Präses Latzel traf pünktlich zum Mittagessen mit seinem E-Bike ein und teilte sich mit den Jungen und Mädchen Hähnchenschenkel mit Kartoffelbrei und Erbsengemüse. Annelie (13) und Hannah (13) sowie Hannah (14) sind die ganze Woche für das Essen zuständig. Besonders das Engagement der vielen jungen Teamerinnen beeindruckten den Präses: „Wenn das keine bereichernden Zeichen von Hoffnung nach vielen Pandemie-Monaten sind, mit dem diese Teamerinnen für eine junge Kirche stehen“, sagte er und meinte damit auch Saskia (14) und Franny (14), die mit den Kindern vormittags ihre ganz „persönlichen“ Helden gesucht haben. Arielle, die Meerjungfrau war ebenso dabei wie natürlich Micky Mouse, schließlich geht es um eine Disneywoche.

In der Zeit von 9 Uhr bis 13 Uhr werden die Kinder betreut, die basteln, sich verkleiden, spielen und auf unterschiedlichste Art ihr Heldengeschick ausprobieren dürfen. Die Betreuung endet mit dem gemeinsamen Mittagessen. Präses Thorsten Latzel fasst zusammen: „Wir entdecken viele Hoffnungen bei den Menschen. Zudem setzen wir ein ökologisches Zeichen – von wegen Radtour. Und ich verstehe das auch als Pilgerreise, um mit Gott und den Menschen unterwegs zu sein.“

Ganz nebenbei, gibt der 50-Jährige zu, gebe es auch schöne Dorfkirchen zu entdecken. Nach seinem Besuch in der Versöhnungskirche in der Neusser Nordstadt will er noch bis Moers weiter radeln, bevor am Dienstag seine „Sommertour der Hoffnung“ in Kleve endet. Vor der Versöhnungskirche stand unübersehbar ein Transporter, der ihm gehört. Mogelt etwa der Präses bei seinen Rad-Etappen? „Nein, nein“, sagt Thorsten Latzel, „der ist nur für die vielen Geschenke, die mir gut gesinnte Gemeindemitglieder überreichen.“

Der gebürtige Hesse hat vornehmlich in Marburg studiert, promovierte an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg in systematischer Theologie mit einer Arbeit über den Heidelberger Katechismus, und war nach Vikar- und Pfarreraufgaben im Kirchenkreis Hanau zuletzt Direktor der evangelischen Akademie Frankfurt (2013 bis 2021).

Schon im Jahre 2007 leitete der „geborene Kommunikator“ (FAZ) das Projekt „Kirche im Aufbruch“. Bei etlichen evangelischen Kirchentagen wirkte er bereits mit. Neben der Kunst und der Musik gehört seine ganze Aufmerksamkeit der Zusammenarbeit der christlichen Kirchen. So war er auch am ökumenischen Kirchentag in diesem Jahr beteiligt.