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Wolfgang Trepper in Netettal

Nettetal : Pointen zwischen Politik und Küche

„Es ist besser“, sagte Christian Lindner, Bundesvorsitzender der FDP, beim Beenden der Koalitionsverhandlungen, „nicht zu regieren als falsch zu regieren“. Wie praktisch sei doch für ihn eine solche Argumentation zu Hause, meinte Wolfgang Trepper in der Wer­ner-Jaeger-Halle.

Denn: „Nicht zu spülen ist besser als schlecht zu spülen.“ Es bleibt nicht der einzige Vergleich des Kabarettisten zwischen Politik und Küche: Würde man eine 28 Jahre alte Kücheneinrichtung als neu einstufen? Wohl kaum. Aber was soll dann die Rede von den fünf neuen Bundesländern? Mit kurz aufeinander folgenden Pointen hat der Kabarettist sein Publikum schnell erobert. Wird die geplante Renovierung der Lobbericher Werner-Jaeger-Halle, in der Trepper schon mehrfach zu Gast war, eher zu Ende gebracht als der Bau des Berliner Flughafens? Wer hätte vor Donald Trump gedacht, dass George W. Bush mal als weltmännischer Präsident gelten würde? Natürlich bekommen auch die deutschen Politiker ihr Fett weg, nicht zuletzt Andrea Nahles (SPD) und Horst Seehofer (CSU). Es bleibt nicht bei der Politik. Die Themen wechseln, schnelle Sprünge sorgen für Kurzweil. Die Zuhörer kommen aus dem Lachen kaum heraus. Was tut sich in den deutschen Medien? „Seit Jahren sucht Deutschland den Superstar – und hat dabei bis heute nur Vollidioten gefunden.“ Mit drastischen Ausdrücken ist Trepper nicht zimperlich. Aber er kann nicht nur grob. Das Wohnviertel seiner jungen Jahre in Rheinhausen skizziert er gleichermaßen witzig wie sensibel und liebevoll. gho