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Nettetal: Verschiedene Wege zum Strom

Kommentar zum Aufmacher : Verschiedene Wege zum Strom

Wer am Donnerstag den Kurs der RWE-Aktie abfragt, kommt auf über 32 Euro. Aus heutiger Sicht ist der Verkauf der RWE-Aktien durch den Kreis Viersen ein schlechtes Geschäft. Die Kreis-SPD hat auch bereits von einem Vermögensverlust gesprochen.

Aus der Sicht von 2016 sieht es freilich anders aus.

2015 und 2016 gab es auf die RWE-Aktie keine Dividende mehr. Nachdem die Aktie einst fast 100 Euro wert war, stürzte sie 2015 auf 9,20 Euro ab. Das war eine andere Entscheidungsgrundlage. Dass Ex-Landrat Peter Ottmann den Verkauf nicht kommentieren will, war zu erwarten.

Als Geschäftsführer des Verbandes der kommunalen Aktionäre ist der Nettetaler natürlich auch Lobbyist. Interessant ist aber der Blick in die Zukunft. Atom und Braunkohle sind Auslaufmodelle, jetzt sind erneuerbare Energien das Geschäftsmodell. Und da braucht der große Energieversorger die Kommunen.

Nettetal ist einen anderen Weg gegangen. Das weiß auch Ottmann, der lange Mitgeschäftsführer der Stadtwerke war. Die Stadtwerke Nettetal sind eine 100-prozentige Tochter der Stadt. Sie bezieht den Strom von Südweststrom in Tübingen, ein Kooperationsprojekt von Stadtwerken, oder von der Strombörse. Diese pure Unabhängigkeit hat auch was für sich.