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Mitgliederversammlung der Breyeller CDU

Breyell : Innenstadt: Breyeller fühlen sich abgehängt

Bei der Mitgliederversammlung der Breyeller CDU wurden nicht nur die Kandidaten für die Kommunalwahl gewählt. Vorsitzender Holger Michels sprach auch Kritikpunkte wie den Lambertimarkt und das Lehrschwimmbecken an.

Die Breyeller CDU hat 54 Mitglieder, 16 waren zur Mitgliederversammlung ins Restaurant Hahnestroat an der Josefstraße gekommen. Die Kandidaten für den Stadtrat und den Kreistag bei den Kommunalwahlen im September mussten gewählt werden. Sie werden jetzt dem Stadtverband gemeldet. Dort wird die Mitgliederversammlung am 19. Februar in Schaag alle Kandidaten für die Kommunalwahl wählen. Für den Kreistag ist der entsprechende Termin am 28. März.

Auch wenn die Mitgliederrunde am langen Tisch friedlich und freundschaftlich ablief, redete Vorsitzender Holger Michels durchaus Tacheles. Beispiel Stadtentwicklungskonzept für Breyell. Seit 2013 wird über diese Thematik diskutiert. Nach einem Stadtteilforum wurde im Rat im März 2014 ein Konzept für Breyell verabschiedet, der für den Lambertimarkt eine Begrünung, eine energiesparende Beleuchtung, eine veränderte Möblierung, eine begrünte Abgrenzung zur Lobbericher Straße und versenkbare Versorgungsschächte für Wasser und Strom vorsah.

Michels stellt für Breyell „konsternierend“ fest, dass in diesen beinahe sechs Jahren nach dem Ratsbeschluss nicht viel umgesetzt wurde. „Dies mag seitens der Verwaltung mannigfaltige Gründe haben, für uns als CDU und Volksvertreter fällt die Bilanz in Sachen Umsetzung aus dem Stadtentwicklungskonzept eher mager und enttäuschend aus.“ Lediglich die neue Beleuchtung sei im September 2018 knapp vor dem Ortsjubiläum installiert worden.

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Nicht zufrieden ist man vor Ort auch beim Thema Lehrschwimmbecken. Im Herbst 2019 hätten die Arbeiten beginnen können, der Baubeginn verschiebe sich jedoch auf Mitte/Ende 2020, mit der Fertigstellung sei erst 2021 zu rechnen, so zitiert Michels die Verwaltung. Der Rat hatte sich bereits im März 2018 für einen Neubau am bisherigen Standort am Grundschulzentrum Breyell entschieden. Der Neubau (12,5 x 8 Meter Becken) kostet laut Gutachter knapp 3,7 Millionen Euro, rund zwei Millionen davon sind Fördergelder vom Land.

Aber die Breyeller CDU ist nicht durchweg unzufrieden, sondern verweist auch auf positive Entwicklungen, etwa den Kita-Neubau Vivaldi am Standort Felderend. Der Betrieb läuft jetzt mit vier Gruppen (55 Plätze Ü3, 20 für U3).

Das Gewerbegebiet Berger Feld wurde um 1,2 ha Fläche erweitert, da der städtische Bauhof am alten Standort neugebaut wurde und die reservierte Fläche in Breyell frei wurde.

Zwischen 2011 und 2016 verzeichnete Breyell mit Lobberich einen deutlichen Zuzug von Neubürgern. Die CDU hat die Stabilisierung der Einwohnerzahl im Blick. Bezahlbare Wohnräume für rund 400 neue Bewohner werden angepeilt. Benötigt wird dafür bis zum Jahr 2030 eine Fläche von 6,7 ha. Laut Michels entspreche das 80 bis 140 Eigenheimen beziehungsweise 45 bis 85 Mietwohnungen. Der Ortsteil Breyell brauche dringend Zuzüge von außen und Platz für Wohnbebauung, damit der Fortbestand der Kindergärten, Schulen und der Infrastruktur gesichert wird. Die Erschließung der Grundstücke am Hohlweg habe sich immer wieder verzögert. Jetzt werde seit Ende 2019 endlich gebaut. Auf der Positivseite steht auch die 45-Millionen-Investition des Neusser Paniermehlherstellers Brata in einen neuen Produktionsbetrieb an der Dülkener Straße. Um den Verkehr zu lenken, soll die Kreuzung Dülkener Straße/Bergerfeld/Brata eine Ampelanlage erhalten.