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Kleintierhaus im Nettetaler Tierheim wird 2020 umgebaut

Haustiere in Nettetal : Kleintierhaus wird 2020 umgebaut

Tierheim-Leiter Ralf Erdmann zieht Bilanz. Gerade ältere Tiere suchen Besitzer.

„Wir haben gut vermittelt, aber es kamen auch viele neue Tiere. Es war ein ständiges Kommen und Gehen“: Diese Bilanz zieht Ralf Erdmann, Leiter des Matthias-Neelen-Tierheims in Lobbereich, für das vergangene Jahr. Aktuell sind es 18 Hunde, 75 Katzen und acht Kleintiere (drei Mäuse, drei Kaninchen und zwei Chinchillas), die im Tierheim leben.

Die derzeitige Belegung spiegelt dabei die generelle Situation im Tierheim wider. Der Katzenanteil ist mit durchschnittlich 60 Prozent am größten. Es folgen die Hunde mit 30 Prozent und die Kleintiere mit zehn Prozent. Über Weihnachten und Silvester gab es keine Neuzugänge. Das Phänomen, Tiere zu verschenken, sei dank intensiver Aufklärungsarbeit so gut wie verschwunden. Auch Tiere, die in der Silvesternacht verloren gehen, werden seltener im Tierheim abgegeben, da sie dank Chip und Registrierung in einem der bekannten Tierregister oftmals direkt vom Finder an den Besitzer übergeben werden können.

Bei der Vermittlung haben es insbesondere die älteren Tiere schwer. Einen Senior als Haustier möchten die wenigsten Menschen haben. Dabei habe das Zusammenleben mit einem älteren, gesetzteren Hund oder einer Katze eine Vielzahl von positiven Aspekten. Schwer haben es auch solche, die sich nicht als ganz so umgänglich präsentieren. „Es ist nie einfach, Menschen zu finden, die die Erfahrung für ein solches Tier haben, sich das auch zutrauen und die entsprechende Geduld mitbringen“, sagt Erdmann. Nicht leicht ist zudem die Vermittlung der sogenannten Listenhunde, selbst wenn sie absolut umgängliche und liebe Vierbeiner sind. Die Auflagen und die Reaktionen von anderen Menschen auf einen solchen Hund schrecke viele Interessierte ab.

Aber manchmal finde sich nach Jahren noch der passende Deckel für einen Topf. Pitbull-Hündin Chicka und American Stafford Pascha lebten jeweils drei Jahre im Tierheim. „Sie haben vor einem halben Jahr beziehungsweise vier Monaten neue Besitzer gefunden, die absolut glücklich mit ihnen sind“, sagt Erdmann, der sich über die gelungene Vermittlung freut. Kangal-Rüde Sam, seit einem Jahr im Tierheim, wartet hingegen noch auf den richtigen Menschen.

Nicht warten möchte das Tierheim mit den Plänen für das Kleintierhaus. Es soll in diesem Jahr umgebaut werden. „Wir möchten es so umbauen, dass die Tiere wie Kaninchen und Co direkt die Möglichkeit haben, einen Außenbereich zu nutzen“, kündigt der Tierheim-Leiter an. „Zudem soll es ein Multifunktionshaus werden, das auch als Unterkunft für Welpen oder Katzenkinder genutzt werden kann. Man weiß nie, was kommt und wir wollen gut gerüstet sein.“ Fürs neue Jahr wünscht sich der Tierheim-Leiter: Jeder, der sich ein Tier anschaffen möchte, sollte sich ganz sicher sein und vorher gut überlegen. Jedes Tier koste Geld, verursache Arbeit und benötige Zeit. Und dessen solle man sich bewusst sein.

Info Matthias-Neelen-Tierheim, Flothend 34 in Lobberich, Ruf: 02153 3785. Geöffnet dienstags bis donnerstags 16 bis 18.30 Uhr, samstags 14 bis 16 Uhr.