Moers besiegelt Städtepartnerschaft mit Sant' Anna di Stazzema

Moers und Sant Anna di Stazzema : Partnerschaft gegen das Vergessen

Moers und Sant Anna di Stazzema besiegeln Städtepartnerschaft.

(RP) 75 Jahre nach einem Massaker an der Zivilbevölkerung in Sant’ Anna di Stazzema, das von SS-Soldaten verübt wurde, haben die italienische Kleinstadt und die Stadt Moers offiziell eine Partnerschaft geschlossen. Eine Gedenkfeier am Montag erinnerte an die Opfer des NS-Regimes von 1944. Daran nahmen unter anderem der italienische Außenminister Enzo Moavero, der Moerser Bürgermeister Christoph Fleischhauer und Mitglieder des Rates sowie Astrid Natus-Can und Lorenz Bahr vom Landschaftsverband Rheinland teil.

Geburtsstunde der Städtefreundschaft ist die 2008 erstmalig stattgefundene Austauschfahrt mit deutschen und italienischen Jugendlichen, für die sich der gemeinnützige Verein SCI Moers zusammen mit dem Landschaftsverband Rheinland (LVR) seitdem einsetzt. Durch die jährlichen Jugendbegegnungen entstand die Städtefreundschaft in den vergangenen elf Jahren. Ziel des Programms: Bildungsbenachteiligte Jugendliche sollen mit anderen jungen Menschen aus europäischen Ländern in Kontakt kommen und Erinnerungsorte bewahren, an denen in der NS-Zeit Verbrechen begangen wurden. Während ihres Aufenthaltes arbeiten die Jugendlichen daran mit, dass die Verbrechen des Dritten Reichs nicht in Vergessenheit geraten.

Der Moerser Stadtrat hat sich im September 2018 einstimmig für eine Städtepartnerschaft mit Sant’ Anna di Stazzema ausgesprochen. „Ich freue mich, dass die gemeinsame Jugendarbeit des LVR und der Stadt St. Anna zu solch einem deutlichen Signal gegen die Verbrechen des NS-Regimes und für einen toleranten, lebendigen Austausch zweier Kulturen geworden ist. Die offizielle Städtepartnerschaft ist ein großer Gewinn für alle Beteiligten und zeigt, wie wichtig der Austausch und der Dialog sind“, sagte Astrid Natus-Can, Vorsitzende des Landesjugendhilfeausschusses Rheinland.

„Die Städtepartnerschaft ist eine ganz besondere, an der man erkennen kann, dass aus einem furchtbaren Ereignis nach Jahren etwas Gutes entstehen kann. Die Jugendarbeit zwischen den Städten hat grundlegend dazu beigetragen, dass so eine enge Beziehung zwischen den Gemeinden entstehen konnte“, ergänzte Christoph Fleischhauer.

(RP)