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Moers: "Hackedicht" oder gut informiert: Alkoholprävention mit Humor

Moers : "Hackedicht" oder gut informiert: Alkoholprävention mit Humor

Gestern kam die Schultour der Knappschaft ins Mercator-Berufskolleg und informierte die Schüler über die Risiken des Alkoholkonsums.

Dass Humor und Alkoholprävention nicht miteinander vereinbar sind, widerlegte Eisi Gulp, Schauspieler und Kabarettist aus München, gestern bei der "Hackedicht- Schultour der Knappschaft" am Mercator-Berufskolleg. Seit 2010 setzen sich die Knappschaft und der Deutsche Kinderschutzbund mit diesem Projekt an bereits 107 Schulen für den verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol bei Jugendlichen ein. Sie kamen nun nach Moers, um zwei Klassen des Mercator Berufskollegs und vier Klassen der Heinrich-Pattberg-Realschule der Jahrgangsstufe 9 über die Folgen von Drogen- und Alkoholkonsum aufzuklären.

Es handelte sich dabei jedoch keineswegs um eine langweilige Infoveranstaltung. Das merkten die Schüler spätestens, als der Kabarettist tanzend das Programm eröffnete. Gelächter und fragende Blicke zogen sich durch die Reihen. So recht verstehen konnte den hüpfenden Mann auf der Bühne zunächst niemand. Doch genau darauf zielte Gulp ab. Er war gekommen, um die Schüler zum kritischen Nachdenken über die Risiken des Alkoholkonsums anzuregen. Dass das, vor allem bei jungen Leuten, nicht mit dem erhobenen Zeigefinger funktioniert, wusste er.

Mit einer Mischung aus Jugendslang, witzigen Anekdoten und Comedy-Einlagen, jedoch auch mit Ernsthaftigkeit und Fakten zu Zahlen und Folgen, informierte er über die Gefahren von Drogen, angefangen bei Nikotin über Kokain bis hin zu Alkohol, und machte den Schülern deutlich, dass Komasaufen und alkoholbedingte Verkehrsunfälle nichts mit "Coolsein" zu tun haben. "Es ist wichtig, dieses Thema in die Schulen zu bringen. Auch unsere Schule hat mehrere tote Schüler zu beklagen gehabt", so Oliver Wolf, Schulleiter des Mercator-Berufskollegs.

Umso wichtiger, dass Ingrid Blum-Neubert, Präventionsbeauftragte der Heinrich-Pattberg-Realschule, sich für die Organisation der Veranstaltung für die beiden Schulen engagierte. Um für Nachhaltigkeit des Programms zu sorgen, sind mit Unterstützung des Suchthilfevereins Condrobs am Folgetag eine Fortbildung für Lehrer, ein Workshop für die Schüler und ein Elternabend geplant. Dass diese Präventionsmaßnahmen tatsächlich etwas bewirken, macht sich laut Sandra Piehl, Pressesprecherin der Knappschaft, bemerkbar in einem Rückgang der Zahlen von Jugendlichen, die im Krankenhaus wegen der Folgen übermäßigen Alkoholkonsums behandelt werden mussten.

(RP)