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Olympia Tokio 2021 Mettmanner Ruderin Leonie Menzel verpasst A-Finale

Tokio 2021 : Leonie Menzel verpasst im Doppelzweier das A-Finale

Die 22-jährige Mettmanner Ruderin will nun mit ihrer olympia-erfahrenen Partnerin Annekatrin Thiele im B-Finale noch einmal angreifen.

Erst im zweiten Anlauf klappte es für Leonie Menzel (RC Germania Düsseldorf) und Annekatrin Thiele (SC DHfK Leipzig) im Doppelzweier mit dem Einzug ins Halbfinale. Im Vorlauf hatten die beiden deutschen Ruderinnen nur den vierten Platz belegt und damit die direkte Qualifikation verpasst. Im Endspurt zollte die Mettmannerin Menzel einem kräftezehrenden Rennen Tribut – die Muskeln machten schlichtweg zu, deshalb querte das Team abgeschlagen die Ziellinie.

Wesentlich besser lief es einen Tag später im Hoffnungslauf. Vier Mannschaften nahmen den Wettkampf auf, nur die ersten drei zogen ins Halbfinale ein. Gleich auf den ersten 500 Metern unterstrichen Menzel und Thiele ihre Ambitionen und übernahmen die Führung. Dann zogen die Russinnen, die sich ebenfalls erst in Luzern noch für Olympia qualifizierten, vorbei. Am Ende hatte Russland die Nase vorn, während die Deutschen souverän Rang zwei einfuhren und damit im Nachsitzen das Ticket fürs Halbfinale lösten. Den dritten Platz belegte Tschechien, während das chinesische Boot abgeschlagen in Ziel kam.

  • Leonie Menzel (r.) und Annekatrin Thiele
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Nach dem aufregenden Auftakt ihrer Olympia-Premiere atmete Leonie Menzel auf. „Mit der Platzierung bin ich ganz zufrieden, Hauptsache wir sind unter den ersten drei“, sagte die 22-Jährige und erklärte: „Wir haben gemerkt, dass die Chinesinnen es nicht weiter schaffen werden. Da haben wir dann auch keinen End­spurt mehr gezündet. Lieber sicher ins Halbfinale fahren und ein paar Körner sparen und dafür morgen noch einmal einen raushauen können.“

Dem Wunsch konnte das deutsche Duo am frühen Sonntagmorgen keine Taten folgen lassen. Nach nur 24 Stunden Regeneration bekamen es Leonie Menzel und Annekatrin Thiele im deutlich schwierigeren Halbfinallauf mit gleich drei WM-Finalisten (Niederlande, Frankreich, Kanada) zu tun. Dazu waren die USA und Australien, das bereits im Vorlauf nicht zu knacken war, am Start. Während die Deutschen noch den Hoffnungslauf in den Knochen hatten, gingen die anderen vier Halbfinalisten nach der direkten Qualifikation ausgeruht ins Rennen – zweifellos ein Vorteil. Nur die ersten drei kamen ins Finale.

Die Anfangsphase des Rennens stimmte noch optimistisch. Nach einem schnellen Start fanden Menzel und Thiele zunächst gut ins Rennen. Nach den ersten 500 Metern betrug der Rückstand auf den begehrten dritten Platz nur 1,5 Sekunden. Auf der zweiten Teilstrecke drückten Kanada und die Niederlande aufs Tempo, derweil die Deutschen eine weitere Sekunde auf die drittplatzierten Französinnen verloren. Auf den zweiten 1000 Metern gelang es Menzel und Thiele nicht mehr, Boden gut zu machen, vielmehr mussten sie weiter abreißen lassen. Am Ende kam das deutsche Boot mit mehr als zwölf Sekunden Rückstand auf den Erstplatzierten Niederlande ins Ziel. Rang zwei belegte Kanada, als Dritter qualifizierten sich auch die USA für das A-Finale. Auf den nächsten Plätzen folgten Frankreich und Australien, die nun ebenso wie die Deutschen im B-Finale starten. Das steigt am Mittwoch in der Früh um 1.10 Uhr deutscher Zeit (8.10 Uhr Ortszeit). Dann geht es im Kampf um die Plätze sieben bis zwölf erneut gegen Australien und Frankreich sowie Italien, Tschechien und Russland.

Annekatrin Thiele, die zum vierten Mal bei Olympischen Spielen startet, bleibt damit dieses Mal ohne Edelmetall. „Es ist schade, dass es nicht geklappt hat, wie man es sich vorgenommen hat. Wir fahren ja nicht hierher und sagen, wir wollen nur das B-Finale erreichen. Das wäre ja gelogen“ sagt die 36-Jährige und stellt fest: „Wir haben im Training noch einmal einen großen Schritt gemacht, das konnten wir heute leider nicht rüberbringen. In so einem Feld kannst du dir halt keine Ausrutscher erlauben.“ Für Leonie Menzel ist ihre Olympia-Premiere allein schon die Erfüllung eines Traums, deshalb konstatiert sie: „Wir haben hier auf jeden Fall einige Erfahrungen gesammelt. Für mich war alles neu. Ich bin gar nicht so enttäuscht, dass wir nicht im A-Finale sind, sondern einfach, dass wir heute nicht unsere Leistung gebracht haben. Aber auch daraus werden wir lernen.“