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Katholische Kirche schließt Kitas und Gemeindezentren

Geistliches Leben im Kreis Mettmann : Kirchen schließen Kitas und Gemeindezentren

Auch auf das geistliche Leben im Kreis Mettmann hat die Corona-Pandemie Auswirkungen: Kirchen schließen ihre Kitas und Einrichtungen. An diesem Wochenende finden noch alle Gottesdienste regulär statt, ab dann werden sie bis einschließlich Karfreitag abgesetzt, berichtet der leitende Pfarrer in der Stadt Mettmann, Herbert Ullmann.

Ab Montag bleiben die drei Kindertagesstätten der katholischen Kirchengemeinde Mettmann geschlossen. Darauf weist der Leitende Pfarrer Herbert Ullmann hin. Die Eltern müssen andere Betreuungsmöglichkeiten suchen, bis auf eine Notbetreuung derjenigen Kinder, deren Eltern in Notfalldiensten benötigt werden und die beispielsweise in Krankenhäusern und Altenheimen medizinisch-pflegerisch unabkömmlich sind. „Bundes- und Landesregierung haben eindringlich darauf hingewiesen, dass zu erwarten ist, bei sich ausweitenden massiven Krankheitsfällen die Versorgung von Intensivpatienten auch mit drastischen Maßnahmen sicherstellen zu müssen. Wir alle wissen nicht, was noch auf uns zukommt“, schreibt Ullmann in einer Samstagabend veröffentlichten Pressemitteilung. „Das Reduzieren sozialer Kontakte auf ein soziales Minimum, um die Ausbreitung des Virus zurückzudrängen, hat einschneidende Auswirkungen auf unser kirchliches Leben.“  

Demnach seien ab sofort die Gemeindezentren inklusive der dort stattfindenden eigenen oder fremdvermieteten Veranstaltungen „grundsätzlich geschlossen“. Alle Gruppenaktivitäten im Rahmen der Chöre, der Kinder- und Jugendarbeit, der Erwachsenenkatechese und der Seniorenbetreuung sind abgesagt. Dazu gehören auch auswärtige Veranstaltungen wie das Kolping-Familienwochenende mit gut 70 Teilnehmern. „Schließungen habe ich als Pfarrer auch den Verantwortlichen des Trägervereins Johanneshaus dringend nahe gelegt. Der Vorstand wird dazu in den kommenden Tagen Entscheidungen treffen.“ An diesem Wochenende finden alle Gottesdienste, bis auf die Taufe am Sonntag, noch regulär statt.

Samstagabend habe das Erzbistum entschieden, dass bis einschließlich Karfreitag alle Messfeiern und sonstigen Gottesdienste in den Kirchen des Erzbistums abgesagt werden. Das Generalvikariat weist auf die Gottesdienstübertragungen im Fernsehen hin, sowie für die Werktage auch auf das Domradio jeweils morgens 8 Uhr und abends 18.30 Uhr.

Für die Samstag und Sonntag noch stattfindenden liturgischen Feiern in unseren Gotteshäusern gilt weiterhin: Verzicht auf Händereichen zum Friedensgruß und ausschließliche Praktizierung von Handkommunion, um niemanden zu gefährden, betont Ullmann. Es stehe kein Weihwasser zur Verfügung und es werde keine Kelchkommunion mehr gereicht. Alle zur Austeilung der Heiligen Kommunion zur Verfügung stehenden Personen  – Geistliche wie Laien – desinfizieren sich unmittelbar vor der Kommunionspendung die Hände. Das Erzbistum Köln hat uns außerdem angewiesen, die Kollektenkörbe nicht mehr durch die Reihen zu geben, sondern von Helferinnen und Helfer anreichen zu lassen. „Liebe Gemeinde, seien Sie gewiss, dass die Verantwortlichen der Pfarrei alles ihnen Mögliche tun werden, um der Gefährdungslage angemessen entgegen zu wirken“, schließt Ullmann seine Pressemitteilung.

Derweil informiert die Katholische Kirche St. Johannes der Täufer und Mariä Himmfelfahrt in Erkrath und Unterbach, dass „bis aufweiteres“ alle Messen und Gottesdienste in der Gemeinde ab sofort ausfallen.

Auch die Evangelisch-Reformierte Kirchengemeinde Wülfrath sagt Veranstaltungen ab. Davon betroffen sind alle Senioren- und Bibelkreise der Gemeinde, die Quartalsgeburtstagsfeier am 18. März, der Vortrag von Prof. Dr. Heinrich am 18. März in der Stadtkirche und die Jahreshauptversammlung des Förderkreises der Evangelischen Stadtkirche am 1. April.

Die Evangelische Kirchengemeinde Hochdahl teilt auf Nachfrage unserer Redaktion mit, dass die Leitung der Kirchengemeinde aufgrund der bestehenden Ansteckungsgefahr durch das Coronavirus entschieden habe, alle Veranstaltungen mit einem erwartbar hohen Besucherkreis beziehungsweise mit gefährdeten Personen, abzusagen. Das Kirchencafé, der Eine-Welt-Laden und der Raum der Stille bleiben ab sofort geschlossen.

Diese Maßnahmen gelten zunächst bis zum Ende der Osterferien, dem 19. April 2020. Informationen darüber, welche Veranstaltungen im Einzelnen abgesagt werden, sind auf unserer Homepage: www.evangelischekirchehochdahl.de zu finden. Darüber hinaus gibt unser Gemeindebüro Auskunft zu diesem Thema:  Hochdahler Markt 9, Telefon 44067. Konfirmationen und Taufen würden zunächst nicht generell abgesagt, sagte Diakonin Doris Treiber Ende vergangener Woche, gemeinsam mit den Familien werde nach einer verantwortbaren Lösung gesucht.

In den Gottesdiensten wird auf die Feier des Heiligen Abendmahls vorerst verzichtet, um eine mögliche Ansteckungsgefahr auf diesem Wege zu vermeiden. „Für die Feiern in der Karwoche und an Ostern werden wir die dann aktuelle Situation bewerten und neu entscheiden.“ Selbstverständlich würden Haus- und Krankenabendmahl möglich bleiben.

Am Donnerstag vergangener Woche hatte die Evangelische Kirche im Rheinland den Presbyterien „dringend die Verschiebungen der Konfirmationsgottesdienste auf einen späteren Zeitpunkt im Jahr“ empfohlen. Das hatte Vizepräsident Dr. Johann Weusmann am Donnerstag unter anderem an die 668 Kirchengemeinden der Evangelischen Kirche im Rheinland in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland mitgeteilt.

Das Presbyterium der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde hat in einer Sondersitzung beschlossen:

Ausfall und Schließungen Das Gemeindehaus und die Kulturkirche werden bis zum 19. April komplett geschlossen. Das heißt alle Veranstaltungen, Gruppen und Treffen fallen bis dahin aus.

Das Gemeindeamt Am Pütt hat weiterhin geöffnet, ist aber nur noch telefonisch unter 02058 92560 oder per E-Mail unter ev.-kirche-wuelfrath@t-online.de zureichen. Es findet kein Publikumsverkehr statt.

Die Gottesdienste fallen vorerst an allen Gottesdienststätten bis einschließlich Gründonnerstag 9. April aus. Somit verschiebt sich auch die Einführung des neuen Presbyteriums auf einen späteren Zeitpunkt.

Auch die für Mai geplanten Konfirmationstermine werden auf einen späteren Termin nach den Sommerferien verschoben. Der neue Konfirmandenjahrgang wird mit dem neuen Schuljahr beginnen.

Nachbarschaftshilfe Die Ev.-ref. Kirchengemeinde Wülfrath möchte in diesen Zeiten ein Zeichen der Solidarität und tatkräftige Hilfe anbieten. Die Koordination einer Nachbarschaftshilfe soll ins Leben gerufen werden:

Menschen, die ihre Wohnung nicht verlassen wollen oder können, weil sie zu den genannten Risikogruppen gehören oder aus anderen Gründen Angst vor einer Ansteckung haben, sollen Hilfe erhalten – zum Beispiel, weil sie Lebensmittel, etwas aus dem Supermarkt oder der Apotheke benötigen.

Interessierte Freiwillige, die Einkäufe erledigen oder den Telefondienst übernehmen wollen, können sich unter Nummer des Gemeindeamtes 02058 92560 melden und registrieren lassen.

Ebenso können sich alle Menschen, die Unterstützung benötigen, telefonisch ans Gemeindeamt wenden und werden mit den Helfern in Kontakt gebracht.

Das Telefon des Gemeindeamtes ist ab Montag 9 Uhr freigeschaltet.

(arue)