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Corona: Jetzt 20 Erkrankungen im Kreis

Testergebnis liegt vor : Corona: Jetzt 20 Erkrankungen im Kreis

In Erkrath sind nach wie vor neun Betroffene erkrankt, in Mettmann sind es zwei, in Wülfrath bleibt es bei einem.

Von Cordula Hupfer
und Alexandra Rüttgen

Im Kreis Mettmann gibt es aktuell 20 Erkrankungen und 62 Verdachtsfälle. Das meldet das Kreisgesundheitsamt. In Erkrath sind nach wie vor neun erkrankt. In Mettmann gibt es zwei Erkrankte, in Wülfrath einen. Die Zahl der Verdachtsfälle liegt in Erkrath bei 13, in Mettmann bei zwei und einem in Wülfrath. Das Service-Telefon des Kreises ist Samstag und Sonntag jeweils von 10 bis 14 Uhr unter 02104 993535 zu erreichen. Es beantwortet allgemeine Fragen und gibt berät im Verdachtsfall. Eine medizinische Beratung gibt es indes nicht.

Schulen und Kitas in Mettmann Die Stadt Mettmann teilt mit, dass auch in der Kreisstadt die Schulen ab Montag geschlossen bleiben. „Um die Versorgung bei der kritischen Infrastruktur in der Stadt aufrecht zu erhalten, werden wir einen Notbetrieb für die Kinderbetreuung einrichten“, betont Bürgermeister Thomas Dinkelmann. Dieser Notbetrieb werde nur Kindern zur Verfügung stehen, deren Eltern im Gesundheitswesen arbeiten oder in einem Beruf, der die öffentliche Ordnung aufrecht erhalten soll – beispielsweise medizinische Versorgung (Personal im Evangelischen Krankenhaus), Ärzte und deren Personal, pharmazeutisch-technische sowie medizinisch-technische Assistenten, Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst, Altenpfleger. Hierzu wird ein entsprechender Nachweis benötigt.

Eltern, die in anderen Berufsgruppen tätig sind, müssen sich anderweitige Betreuungsmöglichkeiten organisieren. Damit sie Gelegenheit haben, sich auf diese Situation einzustellen, können sie bis einschließlich Dienstag, 17. März, aus eigener Entscheidung ihre Kinder zur Schule schicken. Die Schulen stellen an diesen beiden Tagen während der üblichen Unterrichtszeit eine Betreuung sicher. In dringenden Fällen steht das Jugendamt der Stadt Mettmann zur Verfügung.

Öffentliches Leben in Mettmann Darüber hinaus schließt die Stadt Mettmann öffentliche Einrichtungen. Dazu zählen die Musikschule, die Volkshochschule und das Mehrgenerationenhaus. Auch in der Stadtbibliothek wird der öffentliche Betrieb eingestellt. Die Rückgabe von Medien ist jedoch weiterhin möglich. Das Mettmanner Hallenbad bleibt bis auf weiteres geöffnet.

Schulen und Kitas in Erkrath Wegen eines Verdachtsfalls einer Ansteckung mit dem Corona-Virus ist das Gymnasium Hochdahl bereits seit Donnerstag geschlossen. Ein Schüler hatte im privaten Bereich direkten Kontakt zu einer erkrankten Person und befand sich nach Absprache mit dem Kreisgesundheitsamt in häuslicher Absonderung. Ebenso wurde ein Test auf das Coronavirus veranlasst. Wie die Kreisverwaltung am Freitag meldete, ist das Testergebnis negativ, der Schüler hat sich also nicht mit dem Virus infiziert.

Auch in Erkrath sind Schulen und Kindertagesstätten ab Montag geschlossen. Für Kinder von Eltern, die im Gesundheitsbereich oder kritischer Infrastruktur arbeiten, ist ab Montag eine Notbetreuung eingerichtet. Die Eltern melden sich hierfür in den Kitas. Für Schulen gilt eine Übergangslösung: Eltern können bis einschließlich Dienstag, 17. März, aus eigener Entscheidung ihre Kinder zur Schule schicken. Die Schulen stellten an diesen beiden Tagen während der üblichen Unterrichtszeit inklusive Ganztagsbetreuung eine Betreuung sicher.

Für die darauffolgenden Tage wird in jeder Schule – insbesondere für die Kinder der 1. bis 6. Klassen – ebenfalls eine Not-Betreuung eingerichtet. So wird sichergestellt, dass Eltern, die in unverzichtbaren Positionen arbeiten – etwa im Gesundheitsbereich oder in der kritischen Infrastruktur – nicht aufgrund der Kinderbetreuung im Dienst ausfallen. Eltern, die auf eine solche Not-Betreuung angewiesen sind, melden sich hierfür bei der entsprechenden Schule.

Für die zu Hause bleibenden Schüler gilt, dass die Klassenlehrer den Schülern Aufgaben über einen E-Mail-Verteiler zukommen lassen.

Corona und die Abiturprüfungen Die vorzeitige Einstellung des Unterrichts hat grundsätzlich keine Auswirkungen auf die Terminsetzungen bei den bevorstehenden Abiturprüfungen. Selbst falls der Unterricht nicht unmittelbar nach den Osterferien wieder aufgenommen werden sollte, ist die Nutzung der Schulgebäude von Abiturientinnen und Abiturienten sowie Lehrkräften in Abstimmung mit den örtlich zuständigen Behörden vorgesehen.

Öffentliches Leben in Erkrath Der Krisenstab der Stadt Erkrath hat zudem beschlossen, dass bis auf weiteres alle städtischen Veranstaltungen in Erkrath abgesagt werden. Neben den Kulturveranstaltungen wie Kabarett und Trödelmarkt betrifft dies auch weitere Bürgerveranstaltungen wie zum Beispiel die Vorstellungsrunden zur Seniorenratswahl oder die öffentliche Veranstaltung zur Klimaanpassung. Im Internet wird nun eine Informationsseite zum Coronavirus eingerichtet, auf der Erkrather sich über Schließungen und Absagen sowie Infektionsschutzmaßnahmen und Verhaltensweisen im Verdachtsfall informieren können. Die Seite ist unter www.erkrath.de/corona erreichbar.

So reagieren Unternehmen Auch im Kreis Mettmann gibt es verstärkt Anfragen von Unternehmen bei der Agentur für Arbeit zur Zahlung von Kurzarbeitergeld. Das bestätigt Regina Wallau, Sprecherin der Arbeitsagentur, auf Nachfrage unserer Redaktion. Betroffen sind vor allem das Hotel- und Gaststättengewerbe, der Messebau und Catering-Firmen. Bislang habe es noch keine Anträge auf Kurzarbeitergeld gegeben, Wallau rechnet aber damit, dass die vielen Beratungsgespräche schon bald dazu führen werden. Ein neuer Trend: Auch Wäschereien seien von starken Umsatzausfällen betroffen, wenn sie vor allem Hotels als Auftraggeber haben. Zu beobachten sei auch, dass die „Just-in-time“-Zulieferung für Produktionsbetriebe nicht mehr funktioniere.

Die Firma Timocom in Erkrath will ab Montag allen Mitarbeitern freistellen, ob sie zu Hause an ihrem Homeoffice-Arbeitsplatz tätig sind, oder ob sie in den Betrieb kommen. Beschäftigte mit Vorerkrankungen hat die Firma Timocom gebeten, zu Hause zu bleiben. Das gilt auch für Mitarbeiter in „unternehmenskritischer Funktion“ sowie für Eltern, deren Kinder aufgrund von Kita- und Schulschließungen zu Hause bleiben.

„Wir lassen keinen Externen mehr rein“, schildert Personalleiter Frank Winter die Lage in dem 450 Mitarbeiter zählenden Unternehmen, das IT-Lösungen anbietet. Jetzt rechnet sich, dass Timocom schon vor der Corona-Krise Homeoffice-Arbeitsplätze geschaffen hat: „Seit dem 1. Januar 2018 können alle Mitarbeiter auch von zu Hause aus arbeiten“, berichtet Winter. Bislang gebe es bei Timocom keinen an Corona Erkrankten, auch keine Verdachtsfälle. Ein Beschäftigter sei negativ getestet worden und könne am Montag wieder arbeiten.