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Stadtrat in Leverkusen berät über höhere Taxipreise

Gestiegene Lohnkosten : Stadtrat berät über höhere Taxipreise

Die Unternehmen begründen ihre Forderungen mit gestiegenen Lohnkosten und Preisen für Sprit und Fahrzeuge.

Taxifahren wird in Leverkusen teurer. So steigt der Preis pro Kilometer um zehn (tagsüber) bis 20 Cent (nachts und an Sonn- und Feiertagen). Der Stadtrat wird dies mit ziemlicher Sicherheit am 1. Juli beschließen. Oberbürgermeister Uwe Richrath und Dezernent Alexander Lünenbach haben jetzt den Politikern Vorschläge zu den neuen Preisen  gemacht. Sie sollen zudem transparenter werden. Die Mehrheit der Leverkusener Taxifirmen hat die Tariferhöhung Ende 2019 beantragt (wir berichteten). Die letzte Erhöhung gab es 2015. Die Taxen gehören in Deutschland zum Öffentlichen Personennahverkehr, haben eine gesetzlich vorgeschriebene Beförderungspflicht und unterliegen damit auch der Kontrolle der Kommunen.  Taxifahrer müssen „jede Person zu jeder Zeit zu den … gewünschten Zielorten befördern“, zitiert Dezernent Lünenbach in dem Beratungspapier für den Stadtrat. Das gilt auch für Kurzstrecken. Lehnt ein Fahrer eine Fahrt ab, droht ein Bußgeld. Es gibt Ausnahmen: Zu betrunkene Fahrgäste kann der Taxifahrer beispielsweise stehen lassen. Die Fahrpreise werden grundsätzlich von der Lokalpolitik festgelegt.

Die städtischen Preisvorschläge weichen leicht von den Forderungen des Leverkusener Taxiverbandes ab. Das soll laut Stadt ab Mitte des Jahres gelten:
- Grundtarif: 3,50 Euro ohne Inklusivleistungen. Bisher liegt der Startpreis bei 4,80 Euro. Darin sind allerdings schon 750 Meter Fahrstrecke und 198 Sekunden Wartezeit enthalten.
- Kilometerpreis: 2,30 Euro (6-22 Uhr), 2,40 Euro (22-6 Uhr und an Sonn- und Feiertagen). Das sind  zehn Cent pro 43,48 Meter (tagsüber) beziehungsweise für 41,67 Meter.
- Wartezeit (etwa vor Ampeln oder im Stau): 34,80 Euro pro Stunde (58 Cent pro Minute).
- Zuschlag für Großraumtaxi: sechs Euro ab der 5. Person.
- Kreditkartenzahlung: Der bisherige Zuschlag von einem Euro entfällt, da dies gesetzlich nicht mehr zulässig ist.

Die Taxiunternehmen begründen die Tarifanhebung mit dem höheren Mindestlohn, mit gestiegenen Fahrzeug- und Spritpreisen und mit anderen kostenträchtigen Verpflichtungen. Der bisher nicht verlangte Nachttarif soll in Leverkusen eingeführt werden, um die Lohnzuschläge für die Fahrer abzufangen. Die Lohnkosten machen nach Branchenangabe 60 Prozent der Gesamtkosten aus. Eine der 29 Leverkusener Taxifirmen lehnte die Preiserhöhung ab, weil dies auch zu einem Fahrgastrückgang führen könne. Taxifahren ist in Leverkusen teurer als in Köln. Dort gilt ein Kilometerpreis zwischen 1,90 und 1,70 Euro.