Hausfrauenbund Leverkusen wird 50 Jahre alt

Goldenes Jubiläum : 50 Jahre Sorge um Rechte der Hausfrauen

Leverkusener Ortsverband feiert goldenes Jubiläum und hat sich auch dem Umweltschutz verschrieben.

„Das bisschen Haushalt ist doch kein Problem, sagt mein Mann“ sang Johanna von Koczian im Jahr 1977. Acht Jahre zuvor – vor nunmehr 50 Jahren  – hatten 18 Hauswirtschaftsmeisterinnen den Ortsverband Leverkusen des Deutschen Hausfrauen Bundes gegründet, der seit 2012 unter der Bezeichnung „DHB Netzwerk Haushalt – Berufsverband der Haushaltsführenden“ bekannt ist. Für jene Frauen der ersten Stunde war der Haushalt an sich weniger ein Problem als die Durchsetzung ihrer Rechte. „Die Gründung des Vereins war Ausdruck von Emanzipation“, verdeutlichte Bürgermeisterin Eva Lux, als sie die Glückwünsche der Stadt zum Goldjubiläum überbrachte. Rund 120 Gäste waren am Mittwoch zum Fest in den Pfarrsaal nach Bürrig eingeladen.

Eingangs erinnerte Vorsitzende Hildegard Strohalm ebenso an das Motto „Miteinander, gemeinsam statt einsam“ wie an die Geschichte des Vereins, dem aktuell 160 weibliche Mitglieder angehören.  Damit übernimmt der Ortsverband eine Spitzenstellung im Landesverband Rheinland. Der Bundesverband wurde wiederum schon vor 104 Jahren als „Sprachrohr für Frauen, Familien und Verbraucher“ gegründet, informierte Elke Wieczorek, DHB-Präsidentin im Bundesverband und Vorsitzende im Landesverband Rheinland. Sie blickte zurück auf die Zeit, als das Leben der Frauen von der Angst geprägt war, etwas auf den Tisch zu bringen, die Familie zu ernähren und zu kleiden. „Furcht um die tägliche Ernährung plagen heute nicht mehr“, sagte Wieczorek. Vielmehr gehe es um Themen wie Sicherung von Frauenrenten, Alltagskompetenz von Haushaltsführenden, Überschuldung von Haushalten, Schutz der Ressourcen und der Umwelt. Dazu arbeite der DHB mit Organisationen zusammen, die ähnliche Ziele verfolgen, wie beispielsweise Verbraucherzentrale, Deutsche Gesellschaft für Hauswirtschaft, Bundesarbeitsgemeinschaft Hauswirtschaft und Universität Bonn. Auch die technische Entwicklung ende nicht in Privathaushalten, sondern die Flut der angebotenen Lebensmittel, technischen Haushaltsgeräte und Informationen wachse täglich. Somit könne der „sinnvolle und vorausschauende Umgang mit unseren Ressourcen nur erreicht werden, wenn sich jeder Bürger einbringt.“ Mithin sei jede Hausfrau und jeder Haushaltsführende gefordert, sich weiter zu bilden und auf den neuesten Wissensstand zu bringen, um die rosigen Versprechungen der Werbung kritisch zu hinterfragen und laienhafte Tipps zu beurteilen.

Feiern mit selbstgebackenem Kuchen gehören beim Verband ebenso zum Programm wie das gesellige Miteinander und der Austausch untereinander. Und das soll nach dem Willen aller Beteiligten auch in Zukunft so bleiben. Was jetzt noch fehlt, ist der Nachwuchs.

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