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Ausstellung in der Leverkusener Christuskirche

Ausstellung : Bilder von Menschen zwischen "Himmel und Erde"

Die Malerin Heike Ludewig stellt ab Sonntag in der evangelischen Christuskirche aus.

Ihre Bilder sind Momentaufnahmen, denen Fotografien zugrunde liegen. Allerdings hat Heike Ludewig den tatsächlichen Ort unkenntlich gemacht und den Hintergrund vollständig ausradiert. Ihr geht es in erster Linie um die Menschen, die sie am Meer, an der Straßenbahnhaltestelle oder auf der Düsseldorfer Kö beobachtet und abgelichtet hat, um sie auf neutralem, verwischten Hintergrund neu in ein Gruppenbild zu komponieren. Sie interessiert sich für deren Haltung, ihre Bewegung, Statur und Kleidung. Weniger für die Gesichter, die sie möglichst wenig konkret ausgestaltet oder die Personen gleich abdrehen lässt, so dass sie zur Seite laufen oder gar in den offenen Bildhintergrund.

Wenn ihre Ausstellung „Himmel und Erde“ am Sonntag, 19. Mai, um 10 Uhr in der evangelischen Christuskirche an der Dönhoffstraße im Gottesdienst eröffnet wird, dann ist der Blick der Besucher zunächst auf die großen Querformate im Altarraum gerichtet, die erst kürzlich und speziell für diesen Ort entstanden sind. Heike Ludewig stellte sich vor, damit optisch die feste Wand zu durchbrechen und den Ausblick in die Tiefe zu suggerieren. Den Blick auf Spaziergänger, Touristen und Shoppen mit ihren Einkaufstüten, Menschen jedenfalls, die alle in Bewegung sind. Deren Röcke schwingen und deren Hosenbeine und Shirts Falten werfen. Aus der Ferne erscheinen die Personen deutlich konkreter als sie es bei der näheren Betrachtung wirklich sind, während es bei dem verwischten, teils verlaufenen und durchscheinenden Hintergrund genau umgekehrt ist. Hier verbinden sich die einzeln gesetzten Farbflächen mit zunehmender Entfernung zu einem luftig-wolkigen Bild.

„Himmel und Erde“ hat Heike Ludewig ihre Ausstellung, die auch eine ganze Reihe kleinerer Formate enthält, überschrieben. Passend für diesen Ort. Aber es steht auch für ihre Arbeitsweise, die zunächst den gegenstandslosen Hintergrund als Himmel andeutet, auf denen ihre zwar realistischen, aber doch in kräftigen Farbtönen abstrahiert gemalten Personen geerdet sind. Dafür sorgen zusätzlich die kurzen Schatten, die einen sommerlichen Sonnenstand um die Mittagszeit vermitteln. Und die zugleich jeder einzelnen Figur eine kleine Bühne bieten.

Die Farbe auf zwei kräftig grünen Hochformaten an der Kirchen-Rückwand ist noch nicht ganz getrocknet. Unter der rechten Empore schwingen mit einzelnen Figuren bemalte transparente PET-Platten wie ein Mobile von der Decke, zwischen denen Besucher herumgehen können.

Die Ausstellung „Himmel und Erde“ ist bis 14. Juli in der Christuskirche, Dönhoffstr. 2, zu sehen. Mi-Fr 15-18 Uhr, Sa 11-15 Uhr.