1. Sport
  2. Fußball
  3. Bayer 04 Leverkusen

Bayer 04 Leverkusen kommt bei Werder Bremen nicht über 0:0 hinaus

Bremen trotzt Bayer ein Remis ab : Leverkusen verspielt Königsklasse

Bayer Leverkusen kommt bei Werder Bremen nicht über ein torloses Unentschieden hinaus. In einem kampfbetonten, teilweise zerfahrenen Spiel vergeben Leon Bailey und Wendell die besten Chancen für die Werkself.

Wenn Hannes Wolf über seine Arbeit als Trainer spricht, gerät er schnell ins Schwärmen. Immer wieder lobt der 40-Jährige den „wunderbaren Kader“ der Werskelf, die Energie der Spieler in den Einheiten, ihre Bereitschaft, die Vorgaben umzusetzen. Seine Ansage für das Gastspiel im abstiegsbedrohten Bremen war klar formuliert: sich auf einen Gegner einstellen, der um jeden Zentimeter kämpft und entsprechend dagegenhalten. Genau so kam es. Die Werkself erfüllte den Auftrag, verpasste es aber, ein Tor zu schießen. So blieb es bei einem torlosen Remis, das beiden Teams nicht viel bringt.

Von Beginn an ging es intensiv zu. Bayer agierte stark im Gegenpressing und wirkte gut organisiert. Bremen hielt kämpferisch dagegen, schoss aber im Fall von Josh Sargent über das Ziel hinaus. Nach knapp drei Minuten rauschte der 21-Jährige an der Seitenlinie in Leon Bailey hinein, traf bei seiner Grätsche das Standbein des Jamaikaners und holte sich die Gelbe Karte ab. Werders Matchplan deutete sich nicht nur durch diese Szene an. Ahnlich wie im Pokalhalbfinale gegen Leipzig (1:2) wollte das Team von Trainer Florian Kohfeldt ein möglichst unangenehmer, garstiger Gegner sein – und Fehler des Gegners in Konter umwandeln.

Leverkusen hatte erwartungsgemäß mehr vom Spiel, ließ den Ball teils gefällig laufen und zeigte ein paar gute Kombinationen. Nach einem öffnenden Pass von Kerem Demirbay legte Patrik Schick von der rechten Seite auf Bailey quer, doch der wuchtige Abschluss des 23-Jährigen aus etwa 15 Metern wurde von Niklas Moisander geblockt (10.). Im Anschluss spielte sich das Geschehen vor allem in Bremens Hälfte, aber nicht im Strafraum ab.

Die nächste längere Behandlungspause drosselte den Spielfluss zusätzlich. Diesmal war es Aleksandar Dragovic, der in einem Luftduell mit Davie Selke zusammenprallte und aus der Nase blutete. Bailey ließ parallel dazu noch einmal seinen nach wie vor schmerzenden Fuß begutachten, so dass die Werkself kurzzeitig in doppelter Unterzahl spielte. Für beide ging es letztlich weiter. Der Jamaikaner biss bis zur Halbzeit auf die Zähne, der Österreicher spielte mit tamponierten Nasenlöchern.

Die Gastgeber kamen kurz danach zu einem guten Abschluss durch Niclas Füllkrug, doch sein unbedrängter Kopfball nach Flanke von Ludwig Augustinsson verfehlte sein Ziel deutlich (25). Den ersten richtigen Schuss auf das Tor verbuchte Bailey, der nach einem feinen Pass von Demirbay vor Jiri Pavlenka auftauchte, mit seinem zentral geratenen Schuss aber am Schlussmann scheiterte (32.). Drei Minuten später wurde das vermeintliche 1:0 von Florian Wirtz per Videobeweis annulliert, weil der 18-Jährige beim Querpass von Karim Bellarabi auf ihn mit einem Bein im Abseits stand (35.).

  • Bundesliga 2020/21 : Unsere Bundesliga-Tipps zum 34. Spieltag
  • Bundesliga 20/21 : Die Top-Torjäger der Liga
  • Sein letzter Volltreffer in dieser Saison:
    Torgarant fällt aus : Lucas Alarios Verletzung trifft Bayer hart

Auch der Distanzschuss des Abiturienten kurz danach führte nicht zur erlösenden Führung, doch die Einschläge kamen Werders Tor näher. Aber auch Schick, der von Bailey in Szene gesetzt wurde, vergab aus aussichtsreicher Position (43.). Auf der Gegenseite waren es vor allem Standards oder Flanken von Augustinsson, die ein bisschen Unruhe für Bayers Defensive, aber keine klaren Torchancen für Werder brachten.

Die zweiten 45 Minuten begannen mit einem eher halbherzigen Abschluss von Selke (47.) und einem erneut geblockten Schuss von Demirbay (52.). Auf beiden Seiten gab es in einer zunehmend zerfahrenen Partie im Ansatz immer wieder vielversprechende Situationen, nach wie vor mit einem Übergewicht für Leverkusen, doch wirklich Zwingendes oder gar Fußballästhetisches war bis zur Schlussphase nicht dabei. Bayer offenbarte die altbekannten Probleme, eine kompakte Defensive zu überwinden, Werder fehlten Tempo und die spielerischen Mittel, um zum Erfolg zu kommen.

Wendell hätte zu Bayers Held des Nachmittags werden können, doch der Brasilianer fand nach gutem Pass von Dragovic in Pavlenka seinen Meister – es war die wohl beste Gelegenheit der Partie (80.). Auf der Gegenseite verstolperte Eren Dinkci einen schwierig anzunehmenden Ball im Leverkusener Strafraum (85.). Kurz vor dem Abpfiff sah Dinkci noch die Rote Karte nach einem Foul an Nadiem Amiri. Eine harte Entscheidung von Schiedsrichter Markus Schmidt in einem Spiel, das letztlich wohl zurecht unentschieden endete.

Für Leverkusen geht es am kommenden Wochenende gegen Union Berlin weiter, ehe zum Abschluss der Liga am 22. Mai das Auswärtsspiel in Dortmund ansteht.

Statistik:

Bremen: Pavlenka - Gebre Selassie, Veljkovic, Moisander, Augustinsson - Groß (83. Möhwald) - Maximilian Eggestein, Bittencourt (57. Rashica) - Sargent (84. Dinkci), Selke, Füllkrug (57. Osako). - Trainer: Kohfeldt

Leverkusen: Hradecky - Tah, Dragovic, Tapsoba, Sinkgraven (46. Wendell) - Palacios (81. Amiri), Demirbay (74. Sven Bender) - Bellarabi (62. Diaby), Wirtz, Bailey (46. Gray) - Schick. - Trainer: Wolf

Schiedsrichter: Markus Schmidt (Stuttgart)

Zuschauer: keine

Beste Spieler: Veljkovic, Pavlenka - Demirbay

Rote Karten: Dinkci (90.+4) -

Gelbe Karten: Sargent (7), Groß (6), Gebre Selassie (3) - Sinkgraven (4), Schick (4)

Torschüsse: 13:14

Ecken: 4:6

Ballbesitz: 41:59 %

Zweikämpfe: 96:107