Leverkusener Klinikum klärt auf zur Herzmassage

Erste Hilfe im Klinikum : Herzmassage im Takt der Bee Gees

Klinikum klärt auf: Lebensrettung kann harte Arbeit sein, viel falsch machen kann man aber nicht.

Schwebt ein Mensch in akuter Lebensgefahr, sind viele Ersthelfer überfordert. Schließlich liegt der Erste-Hilfe-Kurs vor der Führerscheinprüfung häufig schon  lange zurück. Im Klinikum probierten sich jetzt Besucher bei  einer Hilfsmaßnahme aus, die im Ernstfall Leben retten kann: die Herzdruckmassage.

Im Vergleich mit europäischen Staaten schneiden die Deutschen beim Wissen um diese Ersthilfe eher schlecht ab. Gerade in Skandinavien, erläuterte Michael Stunz, würden die Grundlagen schon früh in der Schule gelehrt. Strunz leitet  den ärztlichen Rettungsdienst der Feuerwehr. Laut dem 49-Jährigen ist Erste Hilfe nun immerhin auch in den Lehrplan an NRW-Schulen aufgenommen. Für den Arzt ist das der richtige Schritt: „Aus Skandinavien wird berichtet, der Einfluss dieses Unterrichts überträgt sich nun auf die Erwachsenen.“

Viele Menschen hätten leider nicht den Mut, im Ernstfall einzugreifen. Dabei könne der Helfer nichts falsch machen. Ob Hilfe nötig sei, könne an der Atmung des Unfallopfers erkannt werden. Den Puls am Hals zu ertasten, sei für Ungeübte zu schwer. Bei einer eventuell fälligen Herzdruckmassage muss der Helfer die Mitte des von der Kleidung befreiten Brustkorbs suchen. Im Takt zu Merkmelodien wie dem Radetzky-Marsch oder Stayin‘ Alive von den Bee Gees muss der Brustkorb nun hinuntergedrückt werden – und das ist auch schon alles. Eine Mund-zu-Mund-Beatmung ist entgegen der Einschätzung vieler  nicht mehr nötig. „Ein Laie besitzt nicht die richtige Technik“, erklärt Stunz. Nach neuen Erkenntnissen sei ein Minimal-Kreislauf bis zum Eintreffen der vor Beginn der Hilfe verständigten Rettungskräfte ausreichend. Die Retter benötigten in der Stadt rund sieben Minuten für die Anfahrt, sagt Stunz.

Rund 100 bis 120 Mal in der Minute muss der Brustkorb fünf bis sieben Zentimeter hinuntergedrückt werden. Das strenge an und efrordere in den meisten Fällen Hilfe umstehender Personen. Dabei könne,  durchaus eine Rippe brechen – gerade ältere Menschen seien dafür anfällig. Doch sei dies eine mögliche Komplikation, die bei der Lebensrettung in Kauf genommen werden muss“, betont der Arzt.  Schließlich könnten eine gebrochene Rippe oder auch Lungenprobleme ärztlich behandelt werden.

Die 73 Jahre alte Rita hatte sich währenddessen vor den Oberkörper einer Puppe gekniet und sich dort in der Herzdruckmassage ausprobiert. „Jetzt bin ich zwar schweisgebadet, aber es war gut, dass ich es noch mal gemacht habe“, bekannte sie. Ihr Erste-Hilfe-Kurs läge nämlich schon eine ganze Weile zurück. Sollte sie in Zukunft in eine Situation kommen, in der ihre Hilfe benötigt werde, sei sie sicher: „Ich würde helfen, ich bin keine zimperliche Person.“

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