Shakespeare-Abend in Leverkusen

Christian Friedel und die "Woods of Birmingham" : Shakespeare als Popstar

Christian Friedel und die „Woods of Birmingham“ bringen ein szenisches Konzert über den Dichter-Giganten nach Leverkusen.

„Es ist eine unerwartete Mischung aus Theater und Konzert. Es ist intensiv und leidenschaftlich, laut und leise, aber nie langweilig“, so beschrieb Christian Friedel im Interview mit Bayer Kultur die Produktion „Searching for William“, die der Schauspieler mit seiner Band „Woods of Birnham“ am kommenden Wochenende nach Leverkusen importiert. Zwei Mal ist die Produktion in englischer und deutscher Sprache mit jeweiligen Übertiteln im Erholungshaus zu sehen.

Die Produktion ist eine ungewöhnliche Mischung aus Theater, Konzert, Installation und Hörspiel, mit der sich die Beteiligten auf die Spuren von William Shakespeare begeben. Voller Experimentierfreude verbinden sie altes Englisch mit moderner Popmusik, wobei Christian Friedel beiden Seelen in seiner Brust Ausdruck verleihen kann. Er ist Sänger und sowohl Bühnen- als auch TV-Darsteller. Zuletzt hat ihn das Fernsehpublikum im Mehrteiler „Babylon Berlin“ in der Rolle des Gräf gesehen oder in der Serie „Parfum“. Er ist ständiger Gast am Staatsschauspiel Dresden und trat im Düsseldorfer Schauspielhaus in Robert Wilsons „Der Sandmann“ auf. Wandelbarkeit ist für ihn entscheidend, deswegen sei er ja Schauspieler geworden. Seine Lust daran, in andere Rollen zu schlüpfen wurde bereits in der Schule geweckt, hat er verraten. Dort gab es ein Spielzimmer mit einem Koffer voller Kostüme. Mit dem Verkleiden schlüpfte er in alle möglichen Rollen, männliche wie weibliche. Das Unbekannte, Fremde reizt ihn auch heute noch an einer Rolle, es macht ihn neugierig. Wenn er versucht, die vielen Figuren zu sortieren, die er bislang gespielt hat, fällt ihm auf, dass es oftmals die untypischen Helden waren, manchmal die Außenseiter mit einem Geheimnis.

Wenn Friedel über eine packende Ästhetik und Ausdrucksform auf der Bühne nachdenkt, dann orientiert er sich an dem, was ihn selbst als Jugendlichen begeistert hätte. „Denn das Gefühl, das man hatte, als man sich in das Theater verliebt hat, das möchte ich am liebsten immer heraufbeschwören“, sagt er. Und Musik helfe da zusätzlich Türen zu öffnen. Deswegen arbeitet er gerne in der Gruppe mit den Freunden und Musikern von Woods of Birmingham, mit denen er sich nun dem Giganten der englischen Literatur nähert. Neben Songs wird er Monologe und Texte aus verschiedenen Shakespeare-Stücken vortragen. Empathie und Mut nennt er als Grundpfeiler eines guten Theaterabends. Sobald er Eitelkeit erkenne schalte er ab. Die Produktion soll verzaubern, das ist sein Anspruch. „Man muss nicht alles verstehen, man muss sich nur darauf einlassen und eventuelles Schubladendenken zu Hause lassen“, beschreibt Christian Friedel das unbeschreibliche Format eines szenischen Shakespeare-Konzerts. „Es ist ein Rausch, ein gesunder Rausch, ein Rausch, den nur das Theater zu schaffen vermag.“

Die Vorstellungen im Erholungshaus, Nobelstraße 37, beginnen am Samstag, 19. Oktober, um 19.30 Uhr und am Sonntag, 20. Oktober, um 18 Uhr. Karten zu 36, 33, 26 (Jugendliche fünf) Euro unter 0214 3041283, bayerkultur@derticketservice.de und an der Abendkasse.