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Das Ledigenheim  in er Bahnstadt Opladen erwacht zu neuem Leben

Bahnstadt Opladen : Ledigenheim erwacht zu neuem Leben

Ein weiteres Teilchen im Bahnstadt-Mosaik wird fertig: Das denkmalgeschützte Gebäude an der Werkstättenstraße diente einst als Schlafstätte für Arbeiter. Jetzt wird es zum Bürogebäude mit historischem Charme.

Opladen Das Ledigenheim in der neuen Bahnstadt zählt neben Wasserturm und Hauptmagazin zu den Gebäuden, die in den Anfängen der ehemaligen Königlichen Eisenbahn-Hauptwerkstatt Opladen entstanden und erhalten geblieben sind. Im Dezember 2017 erwarb der frühere Leverkusener Sven Heyden, Geschäftsführer der Firma Baukonzept Real Estate, das seit 2011 unter Denkmalschutz stehende historische Gebäude. „Ich hatte das Gefühl, es war ein verwunschenes Haus, das im Inneren extrem abenteuerlich aussah“, erinnert sich Heyden an seinen ersten Eindruck. „Im Keller standen wir bis zu den Knien im Dreck.“

Weil es aber nur wenige feuchte Stellen aufwies, war er davon überzeugt, dass die Substanz des Gebäudes in Ordnung sei. Und so war es. Doch ehe die Kernsanierung des Bauwerks beginnen konnte, mussten erst riesige Berge leerer Flaschen beseitigt werden. „Offenbar hatten Jugendliche das Haus annektiert“, vermutete der Investor. Ab Februar 2019 folgten Umbauarbeiten nach allen Regeln der Baukunst und in Absprache mit dem Denkmalamt. Nun ist die Renovierung  – mithilfe überwiegend örtlicher Handwerker  – fast abgeschlossen. Bahnstadt-Chefin Vera Rottes geriet ins Schwärmen: „Hier ist ein richtiges Schmuckkästchen entstanden.“

In der alten Turnhalle wurde eine Zwischendecke eingezogen. So kann künftig dort auf zwei Ebenen gearbeitet werden. Foto: Miserius, Uwe (umi)

Doch lässt sich erahnen, wieviel Arbeit notwendig war, um das Gebäude so herzurichten, bis dort unter dem Begriff „OpusOffice am Campus“ neun Räume jeweils zwischen 150 und 560 Quadratmetern entstehen konnten. Bis auf ein Büro sind aktuell alle Bereiche vermietet. Der erste Nutzer ist bereits eingezogen, die anderen folgen bis Dezember. Bislang 6,5 Millionen Euro hat das gesamte Projekt gekostet.

„Wir haben versucht, den alten Charme weitgehend zu erhalten“, berichtete Heyden bei der Besichtigung. Einfach sei das nicht gewesen, an manchen Stellen auch nicht sinnvoll. Um die Fläche effektiv nutzen zu können, erhielt die ehemalige Turnhalle zum Beispiel eine Zwischendecke, so dass dort künftig auf zwei Ebenen gearbeitet werden kann. Unter anderem wurden beide Eingänge auf der Westseite wieder geöffnet, sämtliche Fenster entsprechend des historischen Vorbilds getauscht, teilweise durch Fensterläden ergänzt und Fensteröffnungen im Speisesaal neben dem ehemaligen Haupteingang erweitert.

Erschwerend kam hinzu, dass „an diesem Haus nichts gerade war“, schilderte Heyden. Das galt auch für den alten Dachstuhl, der trotz wellenförmigen Aufbaus komplett erhalten blieb, tatsächlich aber einen Höhenunterschied von bis zu 21 Zentimeter aufweist. „Handwerklich eine fantastische Leistung, die Dachdecker und Zimmermann vollbracht haben“, lobte Heyden, der zu seinem Bedauern einige Interessenten abweisen musste, weil er für die Unternehmen keine passende Größe hatte.

„Gerade das Umfeld, die Nähe zur Autobahn und zum Bahnhof und die Standortentwicklung waren wichtige Kriterien für die Mieter“, kommentierte Sven Heyden zur Anmerkung von Rainer Bertelsmeier, Prokurist der Wirtschaftsförderung Leverkusen (WFL), die deutliche Senkung der Gewerbesteuer Leverkusen biete Anlass für Expansionen und Investitionen am Standort.