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Regionalliga SG Langenfeld gewinnt bei BTB Aachen 33:29

Handball : SGL ist bereit für den Karnevalskracher

Die Langenfelder Handballer gewinnen bei BTB Aachen auch ihr siebtes Spiel in diesem Jahr und springen auf Rang zwei der Regionalliga. Am Sonntag können sie es daheim gegen den Oberligisten TuS Derschlag erneut in die Pokalfinalrunde nach Hamburg schaffen.

Pünktlich vor den jecken Tagen ist die SG Langenfeld in Feierlaune. Nachdem der Handball-Regionalligist am Samstag bei BTB Aachen mit dem 33:29 (14:13) auch sein siebtes Spiel in diesem Jahr gewann, fiebern die Protagonisten dem Karnevalswochenende gleich doppelt entgegen. „Natürlich macht es zurzeit extrem Spaß“, sagte SGL-Trainer Markus Becker nach der Partie in Aachen. Im Duell mit dem Tabellenvierten schob sich der Drittliga-Absteiger nicht nur auf Rang zwei vor, sondern bestätigte auch seinen Sieges-Lauf durch Liga und DHB-Amateurpokal.

Bei BTB mussten sich die Langenfelder ihre gute Laune diesmal aber hart erarbeiten. Becker sah im Vergleich zu den Spielen der vergangenen Wochen in der ersten Hälfte eine durchwachsene Leistung, die SGL geriet in Rückstand. „Da haben wir nicht ganz umgesetzt bekommen, was der Trainer wollte“, gab Rückraumspieler Ole Völker zu. Mehrfach schlossen die Gäste zu schnell ab, bekamen außerdem die Halbpositionen der Aachener nicht in den Griff. Doch Langenfeld ist inzwischen krisenresistenter als noch in der Hinrunde. Serien reißen nur, wenn man es zulässt – also sprach Becker in der Pause klare Worte. Fortan sorgten die Langenfelder selbst für ihr Glück, gingen wieder schneller ins Tempo und verteidigten im Abwehrblock engagiert. Auch konditionell konnte BTB später nicht mehr mithalten – erneut zahlte sich der breit zusammengestellte Kader auf dem Feld aus.

„Die Mannschaft kann nach so einer ersten Hälfte den Schalter umlegen. Das macht uns aus“, lobte Becker. Und Völker verriet, wie Becker das Team wieder auf Kurs brachte: „Markus ist niemand, der laut wird. Er hat uns gesagt, dass wir mit einem Tor Rückstand zufrieden sein können. Dann hat er uns ermahnt, konzentrierter zu spielen. Wir wollen ja alle auf dieser Siegeswelle bleiben. Da hatte jeder Feuer in den Augen.“

Es kommt viel zusammen, und deswegen läuft es. Der Spitzenreiter TuS Opladen ist zwar bereits sechs Punkte enteilt, doch die SGL ist nun neuer Tabellenzweiter. „Die Mannschaft ruft eben jetzt ihr Potenzial ab“, sagte Becker. Das ist doppelt wertvoll, da auch die Konkurrenz für die Langenfelder spielte. Seiner Aufgabe als Mahner und Einordner bleibt Becker aber treu: „Wir nehmen das gern mit, die Stimmung ist gut. Trotzdem bleiben wir auf dem Boden, weil die Gefahr da ist, dass es nicht die ganze Saison so weitergeht.“ Daran ist jetzt noch nicht zu denken, doch Becker kennt die Schwachstellen nach der eher moderaten Hinrunde gut. Auch deswegen sagte er: „Das Spiel gegen den TuS Derschlag hat noch keine Rolle gespielt.“

Damit meinte er die nächste Handball-Party, die ihn und die SGL am Karnevalssonntag erwartet. Ausgerechnet das Viertelfinale um den Einzug in die DHB-Amateurpokalfinalrunde in Hamburg wird die jecken Feieraktivitäten bremsen. Kurz nach dem Aachen-Spiel richtete die Mannschaft noch nicht den Blick auf Pokalgegner Derschlag, immerhin stellte Becker die ersten Videosequenzen zur Vorbereitung zur Verfügung. „Die Mannschaft spielt eine ganz tolle Rückrunde, das nehmen wir vor dem Derschlag-Spiel natürlich gern mit“, sagte Becker.

Gegen den Oberligisten steht so etwas wie das Spiel der Saison an – geht man davon aus, dass der Aufstieg im Moment noch kein realistisches Ziel ist. Ein Sieg würde die zuvor gebremste Karnevalslaune dagegen wohl explodieren lassen. Da kommt der Lauf gerade recht, denn Spieler wie Verantwortliche wissen, dass sie diese Saison in Hamburg zu einer besonderen machen können. Das gilt gerade für Becker, der im Sommer als SGL-Trainer aufhört.