SG Langenfeld besiegt in der Regionalliga den TV Aldekerk mit 31:23

Handball : Boelken führt SGL cool zum nächsten Sieg

Beim 31:23-Sieg gegen den TV Aldekerk wirft der Spielmacher fast ein Drittel der Tore für den Handball-Regionalligisten SG Langenfeld. Der ist nun auf Rang vier geklettert und kann sich bei einem Sieg am Samstag im Topspiel beim Tabellendritten BTB Aachen noch weiter vorarbeiten.

Alle drei Minuten verwandelt Andre Boelken einen Siebenmeter – zumindest zeitweise galt dieses „Gesetz“ am Dienstagabend in der Halle am Konrad-Adenauer-Gymnasium. Der Regisseur des Handball-Regionalligisten SG Langenfeld (SGL) war im Nachholspiel gegen den TV Aldekerk in der Anfangsphase auffällig häufig beim Strafwurf gefordert, bewies dabei aber eine große Coolness – wie schon beim 30:29 (18:14)-Sieg gegen die SG Ratingen am vergangenen Samstag, als der Rückraumspieler fünf von sechs Strafwürfen im Tor untergebracht hatte. Sicher nicht allein, aber doch maßgeblich zeichnete Boelken am Ende daher für das souveräne 31:23 (15:14) gegen Aldekerk verantwortlich.

„Es ist wie im Basketball. Wenn die Spieler ihre ersten Freiwürfe treffen, bekommen sie häufig ein Gefühl für das Spiel. So ist es bei mir mit den Siebenmetern“, sagte der 25-Jährige nach dem nächsten Erfolg der derzeit so formstarken SGL. Mit zehn Treffern steuerte Boelken knapp ein Drittel der Tore bei. Schon nach den ersten 15 Minuten waren es deren fünf – alle fielen vom Siebenmeterstrich. „So kommst du einfach ins Spiel“, sagte Boelken, der auch mit klugen Zuspielen für seine Mitspieler auffiel, schmunzelnd.

Der fünfte Ligasieg in Folge katapultierte die in 2020 noch ungeschlagenen Langenfelder auf den vierten Tabellenplatz. Nach einer durchwachsenen Hinrunde arbeiten sich die Grün-Weißen nach und nach vor. Trainer Markus Becker sah ein „hartes Stück Arbeit“ und ein am Ende etwas zu deutliches Ergebnis, aber: „Grundsätzlich war das sehr, sehr ordentlich heute“, sagte der Coach, „wenn unsere Spiele eng sind, kippen sie immer in unsere Richtung.“

Das war auch am Dienstag so, wobei die Gäste bis zur 40. Minute nur auf dem Papier das Spiel eng gestalteten. Das Gefühl, die SGL könnte die nächsten zwei Punkte auf ihrem Konto noch herschenken, kam vor nur knapp 120 Zuschauern praktisch nicht auf. „Selbstvertrauen“, erklärte Spielgestalter Boelken knapp, „das ist die halbe Miete.“ Tatsächlich agieren er und die Langenfelder Mannschaft derzeit extrem souverän und siegessicher. Selbst Schwächephasen wie zwischen der 20. und 30. Minute bringen das Team nicht aus dem Tritt.

„Unser Konzept trägt langsam Früchte“, erkannte Boelken, der vor allem die Abstimmung im Team lobend hervorhob. So ist nach Wechseln während eines Spiels kaum ein Bruch im Langenfelder Spiel zu erkennen. Dominik Jung ersetzte im zweiten Abschnitt problemlos Mathis Pötzsch auf Rechtsaußen, Tim Rahmann verschaffte Rückraum­shooter Felix Korbmacher Atempausen. „Man merkt, dass der Knoten geplatzt ist“, sagte Boelken. Der Mittelmann selbst spielte durch, weil André Moser (Bank) nach einem Virusinfekt noch nicht hundertprozentig fit ist.

Was also tun mit dem Rest der Saison? Die Meisterschaft und der Aufstieg sind kein und waren nie ein Thema. Doch die Langenfelder, die an Karneval den Einzug ins Halbfinale des DHB-Amateurpokals perfekt machen können, hegen durchaus noch Ambitionen, auch in der Liga anzugreifen. „Wir sind jetzt Vierter. Warum sollten wir nicht Zweiter werden?“, fragte Boelken. Dessen Trainer beschränkt sich lieber auf das vor der Saison ausgegebene Ziel, Platz zwei bis sechs zu erreichen. Die Vizemeisterschaft ist angesichts der Tatsache, dass der TV Korschenbroich (20:12 Punkte) auf Rang zwei derzeit nur einen Zähler für sein Team (19:13) entfernt ist, aber ein durchaus realistisches Szenario.

Mit einem weiteren Sieg am Samstag (19.30 Uhr) im Topspiel beim Dritten BTB Aachen würde die SGL in der Tabelle weiter klettern – mindestens auf Rang drei. Das dürfte aber eine große Herausforderung werden. In der eng gebauten Aachener Halle ist der BTB eine echte Macht. Lediglich das erste Heimspiel der Saison ging verloren, anschließend folgten sechs Siege. Nur zu gern würde die SGL diese Serie beenden – und ihren eigenen Lauf fortsetzen.