SG Langenfeld besiegt TV Korschenbroich in der Regionalliga Nordrhein

Handball : SGL schockt den nächsten Favoriten

Die Langenfelder Regionalliga-Handballer besiegen nach Spitzenreiter TuS Opladen auch den Tabellenzweiten TV Korschenbroich 29:25. Trainer Becker hat Erfolg mit der Hereinnahme der Rückraumspieler Völker und Rahmann. Am Samstag geht es im Viertelfinale des DHB-Amateurpokals weiter.

Die SG Langenfeld wird zum Favoritenschreck: Nachdem der Handball-Regionalligist im Herbst bereits Tabellenführer TuS 82 Opladen mit 32:26 besiegt hatte, rang der Neunte jetzt auch den Zweiten TV Korschenbroich mit 29:25 (11:12) nieder. „Das war toll! So etwas würde ich gern öfter sehen“, sagte ein euphorisierter Langenfelder Trainer Markus Becker nach der Partie und ließ sich das verdiente Sieger-Bier reichen. Die Parallelen zum Opladen-Spiel waren dabei nicht zu übersehen: Langenfeld leistete auch gegen Korschenbroich einen echten Kraftakt und bleibt auf drei Zähler am Tabellendritten TSV Bonn rrh. dran.

Dass die Langenfelder die starken Gäste bezwingen konnten, lag vor allem an der zweiten Hälfte. Denn zum Spielbeginn leisteten sich die Hausherren viele Fehler im Abschluss und waren in der Abwehr immer wieder verwundbar. „Da haben wir einige Tore aufgrund mangelhaften Rückzugsverhaltens bekommen“, analysierte Becker. Nach dem Wechsel änderte sich das – und der zum Saisonende scheidende Becker traf mit der Hereinnahme der beiden Rückraumakteure Ole Völker und Tim Rahmann ins Schwarze.

Besonders Rahmanns vier Treffer dürften dabei Balsam auf die Seele gewesen sein. Denn der wurfstarke Handballer saß zuletzt oft auf der Bank. „Ich bin im vergangenen Jahr aus der Verbandsliga Mittelrhein gekommen und musste erstmal warm werden“, sagte der 22-Jährige, der seinen Vertrag kürzlich um ein Jahr verlängert hat. „Ich hätte natürlich gern mehr gespielt, jetzt in der Rück­runde will ich aber angreifen.“ Argumente dafür sammelte er in der Schlussphase gegen Korschenbroich. Immer wieder brach Rahmann links durch die Deckung des Favoriten und warf zielsicher ein. „Ich habe wirklich einen Glückstag erwischt. Wenn ich so spiele, stellt mich der Trainer bestimmt die eine oder andere Minute mehr aufs Feld“, sagte Rahmann glücklich. Und auch Becker fand: „Tim kommt immer besser rein und hat mehr Selbstbewusstsein. Er ist im Training inzwischen auch eine richtige Alternative zu Felix Korbmacher im Rückraum geworden.“

Gleich fünfmal warf Völker ins Gehäuse. Der gehört ohnehin zu Beckers wichtigsten Akteuren und stellt seine Klasse immer wieder unter Beweis. „Ole ist mit seinem Eins-gegen-Eins überragend“, lobte Becker. Wie Rahmann erzielte auch Völker alle seine Treffer in der Schlussviertelstunde der Partie.

Das lag auch daran, dass Langenfeld den Korschenbroichern körperlich überlegen war. „Alle haben in der Winterpause an sich gearbeitet“, sagte Becker. Das merkte man jetzt. Zudem hatte er zwei Spieler mehr auf der Bank und konnte regelmäßiger wechseln. Die Verantwortlichen hatten immer wieder Wert darauf gelegt, einen großen Kader zur Verfügung zu haben. Becker: „Das zahlt sich jetzt aus.“Zumal in Sebastian Pagel auch noch ein Spieler nach seiner Ellbogen-Verletzung aus dem Jahresfinale gegen die HSG Siebengebirge am Samstagabend fehlte.

Da zudem die kämpferische Leistung stimmte, wanderten zwei Punkte auf das SGL-Konto. „Wir haben bis zum Ende gekämpft und wurden dafür belohnt“, sagte Rahmann. Wichtig wird jetzt sein, endlich Konstanz in die Saison zu bringen. Zwei Siege in Folge gelangen dem Becker-Team erst einmal zuvor in der Saison, nun soll endlich ein Lauf entstehen – bestenfalls schon am nächsten Heimspieltag am Samstag (19 Uhr). Dann geht es gegen den Westfalen-Oberligisten Sportfreunde Loxten um den Einzug ins Viertelfinale des DHB-Amateurpokals.