SG Langenfeld baut Christian Pagel für die Handball-Regionalliga auf

Porträt Christian Pagel : Der Rückraumspieler will der SGL wieder helfen

Christian Pagel wurde im Februar 2019 als Sommer-Zugang vorgestellt. Der 23-Jährige konnte damals an Handball noch nicht einmal ernsthaft denken, wird beim Handball-Nordrheinligisten nach seiner Knieverletzung nun aber immer weiter aufgebaut. Samstag kommt der Tabellenzweite TV Korschenbroich.

Als Christian Pagel im Februar des vergangenen Jahres offiziell als Sommer-Zugang der SG Langenfeld (SGL) bekanntgegeben wurde, war für den Mittelmann noch lange nicht an Handball zu denken. Erst zwei Monate zuvor hatte der Rechtshänder einen Kreuzbandriss erlitten – und sein langer Leidensweg damit erst begonnen. Doch die SGL hielt das nicht davon ab, auf den talentierten Regisseur zu setzen. Mit Erfolg: Seit der Adventszeit steht Pagel regelmäßig im Kader des Nordrheinligisten.

„Ich brauche immer einen Ball in meiner Hand, es war eine sehr schwierige Zeit“, sagt der heute 23-Jährige. Im Dezember im Ligaspiel bei der HG Remscheid kam er kurz von der Bank, im HVN-Pokalfinale gegen den TV Angermund erhielt er eine komplette Halbzeit Spielpraxis. Seine ersten Minuten im Trikot der Grün-Weißen. „Das lief soweit ganz gut“, sagte Pagel damals, der nach und nach Fortschritte macht. Heute klappt das „Springen immer besser“, sagt er „ich traue mir nach und nach mehr zu.“

Pagel ist zurück auf dem Feld – und soll mittelfristig eine weitere Verstärkung auf der prinzipiell gut besetzten Mittelposition der SGL sein. Momentan ist er für Trainer Markus Becker vor allem eine Ergänzung: „Er ist bei Weitem noch nicht so weit, dass wir ihn eine halbe Stunde in einem Ligaspiel fordern könnten.“ Wenn die etatmäßigen Mittelmänner Andre Moser oder Andre Boelken aber schwächere Tage erwischen, soll Pagel bereitstehen. „Wir brauchen über die Saison die Breite. Ende Februar, Anfang März würde ich mir wünschen, dass er wieder voll reinkommt“, sagt Becker.

Denn Zweikämpfe sind noch eine echte Herausforderung für den Spielmacher. „Chris ist ein unfassbar starker Eins-gegen-Eins-Spieler“, hatte der Sportlicher Leiter Dennis Werkmeister bei Pagels Verpflichtung gesagt, unmittelbar nach seiner Rückkehr ging er aber noch „nicht wirklich in jeden Zweikampf rein“, wie Becker erkannte. Aber das sei normal. „Ich brauche die Spiele, um wieder Vertrauen in mein Knie zu bekommen. Im Training kannst du das nur schwer simulieren“, erklärt Pagel.

Er hatte sich die Verletzung bei seinem ehemaligen Klub LTV Wuppertal im Spiel gegen Angermund zugezogen. Nicht nur das vordere Kreuzband des rechten Knies war betroffen, sondern auch der Außenmeniskus und das Innenband waren gerissen. Kein Wunder, dass Pagel, dessen Bruder Sebastian ebenfalls für die SGL aufläuft, sich wünschte, den Heilungsprozess zu beschleunigen. Doch Geduld war gefragt.

Im Ringen um Einsatzzeiten bei seiner Rückkehr kam und kommt hinzu, dass der Bundespolizist beruflich bedingt häufig kurzfristig in den Dienst rückt – und so Trainingseinheiten und Spiele verpasst. Das führt dazu, dass er zuletzt in der Regel auf der Bank saß. „Das kann ich verstehen“, sagt Pagel, „leider kommen meine Einsätze häufig sehr spontan.“ Am Samstag (18 Uhr, Konrad-Adenauer-Gymnasium) im ersten Heimspiel des Jahres gegen den TV Korschenbroich rechnet Pagel aber fest damit, dabei zu sein. Die SGL will im Duell mit dem Tabellenzweiten den zweiten Sieg in Folge einfahren, um ihr Potenzial endlich in Punkte umzumünzen. „Wir müssen es nur abrufen“, sagt Pagel. Er selbst kann dabei immer besser helfen.