Generationübergreifend in Langenfeld

Langenfeld : Kinder bauen im Martinushof Bienenhotels

Gemeinschaftsaktionen zwischen der Kita Zehntenweg und dem Altenheim gehören zum Alltags-Programm

Fünf Vorschul-Kinder basteln und malen, allerdings nicht in ihrem Gruppenraum in der Kita am Zehntenweg, sondern im Seniorenzentrum St. Martin. Die regelmäßigen Kontakte zwischen Kitas und Alteneinrichtungen gehören zum Alltag. „Mal wird St. Martin gefeiert, mal kommt der Nikolaus, jeden Mittwoch wird musiziert“, erläutert Michaela Eggebrecht, Leiterin der Einrichtung.

Gerade geht es um einen Beitrag zum Naturschutz. Der Schutz der Bienen und anderer Insekten ist schließlich schon im Vorjahr vom Bürgermeister zu einer gesamtstädtischen Aufgabe erklärt worden. Deshalb ließ man im Sommer im Umfeld des Martinushofs 20.000 Quadratmeter Fläche als „Bienenweiden“ brach liegen. Mit Bienenstöcken und -hotels sollen die Voraussetzungen für die Insekten optimiert werden. Anfang April wird ein komplettes Bienenvolk, das sind bis zu 10.000 Tiere, einziehen. Eine Mitarbeiterin des Hauses imkert selbst und und hat die notwendigen Kontakte. Es gibt sogar schon optimistische Hoffnungen, die erwarteten 60 Gläser Honig beim Adventsbasar anzubieten.

Drei fünfjährigen Besucher bemalen unter Anleitung von Kerstin Strey, Leiterin des Sozialen Dienstes, und Kita-Leiterin Gisela Schipper mit Begeisterung die vorgefertigten Teile des Bienenstocks. Die beiden anderen helfen Bernhard Bauer, sonst Gärtner und Haustechniker, bei den sechs- und acht-Millimeter großen Bohrungen in runde Hölzer für ein kompaktes Bienenhotel. Sie lernen dabei, dass es 185 Wildbienenarten gibt und diese sehr kritische Gäste sind. Keinesfalls dürfen Holzreste in den Bohrungen zurückbleiben. Auch der Geruch eines zu warm gewordenen Bohrers macht die „Wohnung“ unbrauchbar.

Jonas mag solche Bauarbeiten, schließlich hat er „zu Hause sogar echtes Werkzeug“. Wer von den Gruppenkindern zu solchen Exkursionen mitgeht, wird spontan entschieden. „Wir sagen, was wir planen, und die Kinder sind mehr oder weniger interessiert“, erklärt Gisela Schipper. Die Senioren beschränken sich aufs Zuschauen, „es macht Freude, die kindliche Begeisterung zu spüren“, sagt Brigitte Möller, die seit einigen Wochen im Martinushof wohnt.

Nach getaner Arbeit gibt es Tee (mit Honig) für alle und – natürlich – Bienenstich-Kuchen.

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