Monheim: Chirurgische Praxis erweitert Angebot

Monheim : Chirurgische Praxis erweitert Angebot

Das Ärzteteam hat sich verstärkt und behandelt am Lerchenweg auch chirurgische Notfälle.

2013 hat das Monheimer Krankenhaus an der Alten Schulstraße. Wann und mit welchen Fachärzten der „Gesundheits-Campus Monheim“ an diesem Standort den rund 43.000 Monheimern medizinische Hilfe anbietet, ist offen. Für Patienten mit Problemen an Füßen, Armen, Beinen, Schultern, Hüften usw. und den jährlich rund 1500 von Berufs- Sport- oder Schulunfällen betroffenen Menschen bleibt zur Diagnose und Erstversorgung weiterhin nur die Chirurgische Praxis am Lerchenweg.

Dr. Frohmut Riemer und Dr. Christian Neumann nahmen dort 2003 ihre Arbeit auf. 2009 folgte Christian Reichert dem aus Altersgründen ausscheidenden Riemer, und seit Januar 2019 führen drei Chirurgen die „Gemeinschaftspraxis Reichert/Ritter/Neumann“.

Möglich machte diese auch wegen der Krankenhausschließung notwendige personelle Aufstockung ein zusätzlicher „Kassensitz“. Mit diesem formellen Verfahren steuert die Kassenärztliche Vereinigung die lokal relativ gleichmäßige ärztliche Versorgung der Patienten.

„Die Patienten finden nun ein fachlich und zeitlich breiteres Angebot“, freut sich Neumann auf den neuen Kollegen. Der 47-jährige Dr. Ulrich Ritter, ein Zwei-Meter-Hobby-Basketballer, bisher Oberarzt im Klinikum Leverkusen und ehemaliger Assistenzarzt in Benrath, ist Spezialist für Schulter-Erkrankungen. Reichert (51), früher Chefarztvertreter im Krankenhaus Benrath, nennt als Schwerpunkte „Hüfte und Knie“, und Neumann (62) kümmert sich bevorzugt um Füße und Hände.

Neumann und Reichert sind Belegärzte am Krankenhaus Benrath; viele Operationen können jedoch ambulant in der 440 Quadratmeter großen Praxis erfolgen, um die Mühen eines Krankenhausaufenthaltes zu vermeiden. Dabei zeigte es sich, dass an den beiden OP-Tagen in der Woche wenig Zeit für die übrigen Patienten blieb. „Zu dritt können wir den Normalbetrieb an allen Tagen aufrechterhalten und bieten zusätzlich sogar den Mittwochnachmittag an, so Reichert.

Die Wartezeiten sind deutlich geschrumpft, das Praxisteam mit insgesamt neun Mitarbeitern vergibt Termine innerhalb einer Woche, unabhängig von Notfällen, die in einer solchen BG-Notfall-Praxis immer wieder zu Verschiebungen führen können. Besondere Phasen mit Spitzenbelastungen gibt es nicht, eher im Gegenteil „manchmal haben die Leute für Krankheiten keine Zeit und in den Ferien gibt es keine Schul-Unfälle“, erklärt Neumann.

Ob die Chirurgen eines Tages ihre Leistungen im „Gesundheits-Campus Monheim“ anbieten, ist ungewiss. „Wir führen Gespräche“, lautet die neutrale Auskunft von Neumann.

In etwa zweieinhalb Jahren soll der Gesundheits-Campus an der Alten Schulstraße bezugsfertig sein. Sechs bis zwölf Arztpraxen, je nach Raumbedarf, könnten dort einziehen. Die Akquise läuft. Die Stadt, die die Vermarktungsrechte des Objekts für alle medizinischen Einzelhandels- und Praxisflächen hält, hat damit das bayerische Unternehmen Oberender beauftragt. Das spricht nun Ärzte in Monheim und der näheren Umgebung an. Im Ärztezentrum am Lerchenweg hatte dies bereits für Unruhe bei Mietern und Vermietern gesorgt.

Mehr von RP ONLINE