Uevekoven wippt Aachen raus

Paukenschlag im Mittelrheinpokal: Die Sportfreunde schlagen im Viertelfinale Regionalligist Alemannia 2:1. Vanessa Seidel und Christel Behr legen dazu bereits in der ersten halben Stunde mit ihren Toren den Grundstein.

Als Schiedsrichter Martin Wallraff (Düren) zum letzten Mal in seine Pfeife blies, da gab es bei den Sportfreunden Uevekoven kein Halten mehr: Erst hüpften die Mädels vor Freude auf und ab, dann versammelten sie sich im Mittelkreis, brüteten einen Plan aus und setzten ihn flugs auch um: Im Schweinsgalopp rannten sie auf die Uevekovener Zuschauer zu und legten unmittelbar vor ihnen einen formvollendeten Diver hin – das Dankeschön für deren lautstarke Unterstützung.

Grund zum überschwänglichen Jubel hatten die Grün-Weißen allemal, hatten sie doch eine faustdicke Überraschung geschafft: Mit 2:1 wippte der Mittelrheinligist im Mittelrheinpokal-Viertelfinale den Regionalligisten Alemannia Aachen raus und hat sich damit wie 2011 erneut fürs Halbfinale qualifiziert.

Nervenaufreibende Schlussphase

Ebenso glücklich wie fix und fertig war nach der nervenaufreibenden Schlussphase, in der der hohe Favorit mit Macht, aber ohne rechten Plan auf den Ausgleich drängte, Sportfreunde-Coach Udo Jansen. "Einfach klasse, was die Mädels geleistet haben", sprudelte es aus ihm heraus, nachdem er ein wenig durchgeschnauft hatte – und zählte die Gründe für das bemerkenswerte Husarenstück auf: "Geschlossenheit, Kampf und unbedingter Wille." Ein gutes Gefühl, den beiden jüngsten Niederlagen in der Meisterschaft zum Trotz, habe er aber schon vor dem Spiel gehabt: "Als ich in der Kabine den Mädels in die Augen schaute und darin ihre Entschlossenheit sah, wusste ich, dass wir eine echte Chance haben."

Nach exakt einer halben Stunde Spielzeit manifestierte sich dieses vage Gefühl – da führten die Sportfreunde bereits 2:0. Dafür sorgten Vanessa Seidel, die nach tollem Absatzkick Christel Behrs per Flachschuss ins lange Eck das 1:0 erzielte (18.), und Behr selbst mit einem Geniestreich aus 30 Metern – sie hatte gesehen, dass die Torhüterin zu weit vor dem Kasten stand (30). Die Alemannen waren zwar drückend überlegen, operierten aber fast ausnahmslos mit langen Bällen, auf die sich Uevekovens Deckung um die resolute Innenverteidigerin Nicole Bertrams gut einstellte. Dazu reagierte wiederholt die mit etwas unorthodoxem Torwartspiel aufwartende Michelle Seifert prächtig – tollkühn warf sie sich ins Getümmel und bekam irgendwie immer noch die Finger an den Ball. Keine Chance hätte sie aber in der 36. Minute gehabt: Da nagelte Aachens Lisa Stollenwerk den Ball genau ans Lattenkreuz.

"Generell haben wir in einigen Situationen einfach auch das nötige Glück gehabt. Dazu ist voll aufgegangen, das wir eigens für dieses Spiel auf ein 4-3-3 mit nur einem Sechser umgestellt haben", analysierte Jansen. Als dann aber Alemannias mit Abstand auffälligste Spielerin Laura Jendrzejko verkürzte (55.), schien die Partie zu kippen. Viel fiel den spielerisch sehr enttäuschenden Schwarz-Gelben, immerhin Vierter der Regionalliga West, danach aber nicht mehr ein.

Uevekoven: Seifert – Grünewald, Bertrams, Claeren, Scheufen (56. Berger) – Hermanns, Wolters, Langer – Loose, Behr, Seidel

(emo)
Mehr von RP ONLINE