Fußball : Der FC Hennef ist kein Einzelfall

Als Günter Stroinski im Februar in kleiner Runde gefragt wurde, ob er in der Informationsveranstaltung des WFLV in Duisburg zur künftigen Regionalliga West (daran nahm er rein interessehalber teil) Neues erfahren habe, antwortete Beecks Vorsitzender: "Auch wenn auf dem Papier die Auflagen geringer geworden sind: Der Verband überprüft lediglich die Umsetzung der Sicherheitsauflagen nicht mehr wie noch in der NRW-Liga selbst, sondern hat die Verantwortung dafür auf die Vereine abgewälzt."

Der FC Hennef, potenziell einziger Bewerber aus der Mittelrheinliga, ist allem Anschein nach ein Beweis für diese These. Der wollte seinen Hut für die Regionalliga in den Ring werfen. Doch dann bekam der Vorstand nach Gesprächen mit der örtlichen Kommune und Polizei kalte Füße. Gleich acht Spiele, darunter sämtliche gegen die Zweitvertretungen der Proficlubs, hätte Hennef aus Sicherheitsgründen nicht daheim austragen dürfen, sondern hätte dafür zum Beispiel nach Bonn ausweichen müssen.

So wie Hennef geht es im Grunde aber allen kleineren Vereinen. Stellt sich daher die Frage, wer angesichts der de facto nach wie vor massiven Auflagen in den nächsten Jahren überhaupt noch aufsteigen will – und kann. Für Beeck hatte sich das Thema schon Ende Oktober erledigt. Da hatte Stroinski in der JHV klipp und klar den Verzicht auf eine Bewerbung erklärt. Alles andere wäre ein knappes halbes Jahr nach dem freiwilligen Rückzug aus der NRW-Liga aber auch unsinnig gewesen – der weiterhin glänzenden sportlichen Lage zum Trotz.

Stroinski bewies mit dem frühzeitig erklärten Verzicht aber wieder einmal, dass er selbst bei unangenehmen Dingen nicht gerne lange herumeiert. So hatte er bereits im Januar 2011 den Rückzug aus der NRW-Liga zum Saisonende erklärt. Und den erneuten Verzicht auf eine Reserve gab er nun ebenfalls schon im Januar bekannt.

MARIO EMONDS

(emo)
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