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Regionalliga: Richtungsweisende Wochen für Beeck

Fußball-Regionalliga : Richtungsweisende Wochen für Beeck

Diesen Samstag bei den Sportfreunden Lotte, danach daheim gegen Bonn: Der FC spielt nun zweimal gegen direkte Konkurrenten. Eine wichtige Stütze ist derweil nach langer Pause wieder dabei: Kapitän Maurice Passage.

Fast ein halbes Jahr war Maurice Passage zum Zuschauen verdammt – eine weit kompliziertere Schulter-OP als vorher gedacht, setzte den Kapitän des FC Wegberg-Beeck so lange außer Gefecht. Bis Freitag vor einer Woche. Da feierte „Mo“ im Derby gegen die U23 von Borussia Mönchengladbachs sein Comeback, wurde in der 78. Minute eingewechselt und half dann – inklusive der langen Nachspielzeit – genau 18 Minuten mit, das 1:0, Beecks ersten Sieg der Saison, über die Zeit zu bringen.

„Es fühlte sich sehr gut an, endlich wieder auf dem Rasen zu stehen. Und wenn ich ansonsten auf dem Platz auch nicht so viel von außen mitbekomme: Als über den Stadionlautsprecher meine Einwechslung bekanntgegeben wurde, habe ich das schon registriert – vor allem aber auch den großen Applaus, der darauf folgte“, erzählt Passage, der seit 2012 für Beeck spielt.

Der Kapitän, unumstrittener Leader auf und außerhalb des Platzes, gibt frank und frei zu, das Ausmaß der Verletzung verkannt zu haben: „Ich hatte ja schon einige schwerere Verletzungen. Das ist aber die Erste, die ich extrem unterschätzt habe. Nach der damaligen Operation an der Hüfte hieß es, ich würde damit ein halbes Jahr ausfallen. Tatsächlich stand ich nach zweieinhalb Monaten wieder auf dem Platz. Diesmal dachte ich mir, die Schulter kann ja niemals länger als die Hüfte dauern – doch so war es leider.“ Ans Aufgeben habe er aber nie gedacht. „Ich wollte immer zurück auf den Platz.“

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Da im zwölften Saisonspiel dabei am Ende der so ersehnte erste Dreier heraussprang, feierte Passage ein optimales Comeback. Das galt – nach freilich wesentlich kürzerer Auszeit – auch für Kevin Weggen, der zwei Wochen wegen einer Erkrankung ausfiel. Quasi ohne Training stellte sich der 28-Jährige wieder zur Verfügung, stand wie Kollege Nils Hühne in der Innenverteidigung wie eine Eins. „Ich bin froh, dass ich durchgehalten habe“, sagte Weggen unmittelbar nach dem Spiel – und lenkte den Blick direkt auf die nächsten Aufgaben: „Lotte, Bonn, Ahlen: Das sind die Spiele, die man gewinnen muss, wenn man drinbleiben will.“

Zu den Sportfreunden Lotte reisen die Kleeblätter am Samstag – mit über 220 Kilometern Anfahrt zum Stadion am Lotter Kreuz, gut zehn Kilometer westlich von Osnabrück, ist es nach Rödinghausen die weiteste Auswärtsfahrt. „Nach dem ersten Sieg fahren wir da mit einem anderen Gefühl hin, der Ballast ist nun weg. Außerdem ist Lotte ein Gegner auf Augenhöhe“, sagt Trainer Mark Zeh. Das Team aus dem Tecklenburger Land steht direkt über Beeck, hat nur zwei Punkte mehr. Freilich haben die Sportfreunde bislang auch zwei Spiele weniger ausgetragen.

„Der Sieg gegen die Borussia war für uns hoffentlich der Dosenöffner der Saison, beflügelt hat er uns auf alle Fälle. Nun wollen wir auch in Lotte was holen“, sagt Weggen. Vergangenen Mai, bei Beecks denkwürdiger Niederlage an gleicher Stätte (siehe Info), war er noch nicht dabei. Die, die schon dabei waren, dürften auf alle Fälle noch zusätzlich motiviert sein, diese Scharte nun auszuwetzen.

Den Samstag darauf kommt mit dem Bonner SC der nächste direkte Konkurrent ins Waldstadion, ehe nach dem Kick gegen Rödinghausen mit der Partie bei RW Ahlen das letzte Spiel in der Hinrunde gegen ein ebenfalls abstiegsgefährdetes Team ansteht – Beeck steht also vor richtungsweisenden Wochen.

Mit derselben Leidenschaft, demselben Kampfeswillen und derselben Laufbereitschaft wie gegen Gladbach kann Beeck in diesen Partien bestehen. Und ein Luxusproblem hat Zeh am Samstag auf alle Fälle: Wohin mit Sebastian Wilms? Beecks Leistungsträger fehlte gegen die Borussia gelbgesperrt, ist normal gesetzt. Sollte sich aber kein Akteur verletzt haben, ist es vorstellbar, dass Zeh derselben Elf wie gegen Gladbach vertraut.