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Regionalliga: Beeck gewinnt erstes Spiel gegen Borussia Mönchengladbach II

Beeck gewinnt gegen Borussia-Reserve : Leidenschaft schlägt individuelle Klasse

Gegen den großen Nachbarn Borussia Mönchengladbach II gelingt dem FC Wegberg-Beeck Beeck mit 1:0 im zwölften Versuch der erste Saisonsieg. Maurice Passage feiert in der Schlussphase sein Comeback nach Verletzung.

Als der gute Schiedsrichter Florian Visse an diesem Abend zum letzten Mal in seine Pfeife blies, kannte beim Großteil der 530 Zuschauer im Waldstadion der Jubel keine Grenzen. Denn gegen Borussia Mönchengladbachs U 23 stieß der FC Wegberg-Beeck den Bock endlich um, feierte im zwölften Versuch den ersten Saisonsieg – und das eben gegen den Fohlen-Nachwuchs, der mit vier Siegen in Serie und demzufolge breiter Brust vom gerade mal zehn Kilometer entfernten Borussia-Park angereist war.

„Ich bin ziemlich fertig, es fühlt sich so an, als hätte ich selbst mitgespielt. Mir fällt so ein dicker Stein vom Herzen. Meine Jungs haben heute gezeigt, dass diese Mannschaft lebt. Wir haben uns noch lange nicht aufgegeben“, sprudelte es aus Beecks Coach Mark Zeh nach der nervenaufreibenden Schlussphase samt sechsminütiger Nachspielzeit heraus, in der auch Borussias Keeper Max Brüll mitstürmte.

Zeh war gegenüber der Anfangself der Vorwoche in Aachen zu zwei Änderungen gezwungen: Sebastian Wilms war gelbgesperrt, dazu fehlte Yannik Leersmacher. Für Letzteren kam der zuvor wegen Krankheit fehlende Kevin Weggen zurück ins Team, und Jonathan Benteke, auf dem Tivoli zur Pause eingewechselt und da ein Aktivposten, begann als einziger echter Stürmer – dahinter wuselte der erneut quirlige und giftige Muja Arifi. Und nach seiner starken Vorstellung auf dem Tivoli begann Jan Bach erwartungsgemäß wieder auf der Acht.

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Ohne großes gegenseitiges Abtasten nahm die Partie schnell Fahrt auf. Mika Schroers hatte für Borussia die erste Chance (12.), doch kurz darauf klingelte es in Gladbachs Gehäuse: Aram Abdelkarim setzte sich energisch über links durch, seine schwungvolle Hereingabe fand an der Strafraumgrenze Jeff-Denis Fehr. Der traf den Ball jedoch nicht voll, seine ungewollte Vorlage fand Jonathan Benteke, der in bester Torjägermanier aus sechs Metern eiskalt vollstreckte (16.) – erstmals in dieser Saison führte der FC im heimischen Stadion.

Und diese Führung verteidigten die Schwarz-Roten fortan mit bemerkenswerter Leidenschaft, Herzblut und Hingabe – und mit allem, was sie hatten. Da pushten sich die Spieler nach gelungenen Aktionen immer wieder gegenseitig, sprangen sich an und klatschten sich ab – und nachdem der auch wieder sehr grellige Justin Hoffmanns einmal eine ebenso saubere wie spektakuläre finale Rettungsgrätsche im eigenen Strafraum vollbracht hatte, wurde er von den Kollegen fast erdrückt.

„Meine Jungs haben sich in alles reingeworfen, heute stimmte der Spirit von Anfang an“, lobte Zeh – eine Woche zuvor auf dem Tivoli war das erst ab der zweiten Halbzeit der Fall gewesen. Dazu setzte Beeck vor allem in der ersten Halbzeit immer wieder auch spielerische Akzente, kombinierte sich wiederholt gut nach vorne. Benteke nach einem Arifi-Schuss, den Brüll nur abprallen ließ, hatte die Chance zum 2:0 (27.) – ebenso Fehr direkt nach dem Wechsel (47.).

Im Anschluss hatte der Gast seine beste Phase, ließ auch mit gutem Direktspiel immer wieder seine spielerische Klasse aufblitzen, schien sich Beeck regelrecht zurechtzulegen. FC-Schlussmann Stefan Zabel parierte großartig gegen Luiz Skraback (51.) und hatte kurz darauf Glück, als ein strammer Schuss Phil Beckhoffs die Oberkante der Latte küsste (54.).

Doch dann fing sich Beeck wieder, stand hinten extrem sicher, zwang Gladbach so zu vornehmlich nicht sonderlich präzise ausgeführten Weitschüssen – ein Verdienst der gesamten Truppe, aber sicherlich ganz besonders der beiden bärenstarken Innenverteidiger Weggen und Nils Hühne. Letzterer verdiente sich sogar eine glatte Eins mit Sternchen, war bester Mann auf dem Platz und hatte zur Krönung einmal sogar die Nerven, im Mittelfeld an drei Gladbachern vorbeizudribbeln – mit Erfolg.

Gänsehaut pur war dann in der 78. Minute angesagt: Da wurde unter donnerndem Applaus nach langer Verletzungspause Kapitän Maurice Passage eingewechselt – sein erstes Spiel seit dem 24. April (1:3 gegen Fortuna Köln). Da hatte „Mo“ sogar Beecks Tor geschossen. Der Käpitän half fortan mit, den Sieg über die Zeit zu bringen. Umgekehrt vergaben in der aufwühlenden Schlussphase Shpend Hasani (87.) und Benteke (90.+3) für Beeck noch zwei Großchancen.