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Fußball-Mittelrheinliga: FC Wegberg-Beeck zu Gast beim Siegburger SV

0:2 in der Mittelrheinliga : Harmlose Beecker patzen auswärts erneut

Mittelrheinliga: Ein restlos enttäuschender FC verliert beim bisherigen Schlusslicht Siegburg 0:2 und bleibt so in der Fremde völlig harmlos. Keeper Stefan Zabel verhilft dem zuvor 15 Mal sieglosen SV auf die Siegerstraße.

Noch lange nach dem Abpfiff kauerte Maurice Passage auf der Bank des FC Wegberg-Beeck, versuchte, im Gespräch mit Kollege Stefan Thelen das Geschehene irgendwie zu verarbeiten und einzuordnen. „Auswärts finden wir derzeit einfach keine Mittel, um dem Gegner wehzutun. Wir hatten kaum eine Torchance, haben keine Lücken gefunden, haben auch ohne Tempowechsel gespielt. Das ist alles wirklich nur schwer zu erklären“, meinte der Kapitän, der nach seiner Hüftoperation erstmals wieder in der Anfangself stand.

Soeben hatten die Kleeblätter ihre gravierende Auswärtsschwäche 2019 nahtlos fortgesetzt, 0:2 beim SV Siegburg verloren, der zuvor 15 Mal in Folge nicht gewonnen hatte. Aus fünf Spielen steht für Beeck in diesem Jahr gerade mal ein Auswärtspunkt zu Buche – eine desaströse Bilanz für einen Tabellenführer. „Wir sind einfach keine Übermannschaft. Das hat man heute deutlich gesehen. Wir hatten keine Ideen und so gut wie keine echten Torchancen“, merkte Vizekapitän Sebastian Wilms an. In der Tat: Aus dem Spiel heraus entwickelte Beeck so gut wie keine Torgefahr, die einzig erwähnenswerte Chance entsprang bezeichnenderweise einem Standard: Shpend Hasanis Freistoß lenkte Siegburgs Keeper Michael Vogel noch gegen die Latte (49.). „Aber auch da waren wir gedanklich nicht schnell genug, denn niemand setzte da direkt nach“, monierte Passage.

Sechs Minuten nach dieser Szene hätte sich Stefan Zabel wohl am liebsten im üppig vorhandenen Granulat auf dem recht großen Siegburger Kunstrasen eingegraben. Denn da leistete sich Beecks sonst so zuverlässiger Schlussmann einen kapitalen Bock, ließ sich kurz vor dem Fünfmeterraum von Siegburgs nachsetzendem Linksverteidiger Blerton Muharremi den Ball abjagen – der schob diesen dann ins leere Tor zur Siegburger Führung (55.). „Ohne dieses Tor hätten wir aber wohl auch nicht gewonnen, wäre die Partie wahrscheinlich 0:0 ausgegangen“, sprang Wilms seinem Torhüter bei.

Exakt danach hatte es in der weitgehend ereignislosen ersten Hälfte ausgesehen. Beeck begann zwar ordentlich, baute dann aber auch rasch ab, spielte ohne Tempo und zumeist in die Breite, brachte das Siegburger Gehäuse so überhaupt nicht in Gefahr. Und der Gastgeber entwickelte umgekehrt zwar einigen Eifer, bewies in einigen vielversprechenden Situationen aber wenig Übersicht. Interessanter als das Geschehen auf dem Platz war da für so manchen ein Blick zum Himmel. Dort gab’s in regelmäßigen Abständen Flugzeuge jeglicher Art im tiefen Landeanflug auf den in mittelbarer Nähe befindlichen Köln/Bonner Flughafen zu beobachten.

Nach dem 1:0 wurde es dann auch auf dem Platz lebhafter. Beeck drängte nun weit energischer aufs gegnerische Tor, ohne aber eben echtes Gefahrengut in den Siegburger Strafraum schmuggeln zu können. Die sich nun großzügig bietenden Räume vermochten die Gastgeber freilich auch nicht zu nutzen – die Partie lebte so von der Spannung. Das tat sie bis in die vierte Minute der Nachspielzeit. Da gelang Ali Secen gegen die völlig entblößte Beecker Abwehr doch noch das 2:0. Was im Siegburger Lager für Riesenjubel sorgte – allen voran bei Coach Philip Stegert, der an der Seitenlinie temperamentvoll mitgegangen war.

Restlos bedient war dagegen sein Beecker Kollege Friedel Henßen: „Mit den ersten 20 Minuten war ich noch einverstanden, hatten wir alles im Griff. Doch dann haben wir angefangen, über alles und jeden zu lamentieren, haben uns so selbst aus dem Rhythmus gebracht und waren danach nicht mehr in der Lage, die nötige Geduld aufzubringen. Die Siegburger haben um jeden Ball gefightet und sich mit aufopferungsvollem Kampf den Sieg dann auch redlich verdient.“

Beeck: Zabel – Passage, Hühne, Wilms, Thelen (78. Post) – Chakroun, Drevina – Pranjes (59. Fujiyoshi), Mandt (59. Leersmacher), Lambertz – Hasani