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TV Erkelenz: Handball-Jugendabteilung erstrahlt in neuem Glanz

Handball : Eine Abteilung erstrahlt in neuem Glanz

Lange lag die Jugendarbeit bei den Handballern des TV Erkelenz brach. Nun zählt man zur Elite des Handballkreises.

Als Jürgen Sorgalla vor zwölf Jahren die Abteilungsleitung der Handballer des TV Erkelenz übernahm, war es nicht gut um den Verein bestellt. „Sind wir ehrlich“, sagt Jugendtrainer Frank Höffges, „die Jugend lag am Boden.“ Mit zeitweise drei Teams dümpelte der ETV-Nachwuchs vor sich hin, während die Herren sportlich erfolgreich in der Landesliga spielten. „Aber ohne Unterbau konnte das nicht lange funktionieren“, sagt Höffges. Mittlerweile spielen 150 Jugendliche in zwölf Mannschaften in Erkelenz – der ETV erstrahlt dank mühevoller Aufbauarbeit in neuem Glanz.

Unter Führung von Sorgalla und der Expertise mehrerer qualifizierter Jugendtrainer stellte sich der Verein völlig neu auf. „Das Schiff hatte ziemlich Schlagseite. Wir mussten als ETV umdenken“, erklärt Höffges. Und das fing ganz unten an. Stück für Stück besetzte der Verein die untersten Altersklassen, warb um Trainer und Kinder. Mittlerweile sind bei den Jungs alle Klassen bis auf die A-Jugend, dort dauert es noch ein Jahr, bis der Nachwuchs aufrückt, besetzt. Bei den Mädels sind es sechs Teams, die B- und C-Jugend spielen auf HVN-Niveau, also überregional. „So langsam können wir schauen, dass wir auch wieder leistungsorientiert arbeiten“, sagt Höffges, der für die weibliche B- und C-Jugend verantwortlich ist. Er glaubt: „Mittlerweile gibt es bei den Mädchen keine Abteilung im ganzen Handballkreis Mönchengladbach, die so einen guten Unterbau hat wie wir.“

Das würde mittlerweile Begehrlichkeiten wecken: „Natürlich wird jetzt auch an unseren Spielerinnen genagt, da klopft schon mal der eine oder andere Nordrheinligist an.“ Die Torhüterin Nele Vogel aus der B-Jugend schaffte es sogar in den erweiterten DHB-Nationalkader der U17. Deswegen zieht es sie künftig zu Bayer Leverkusen, da sie dort in der A-Jugend-Bundesliga spielen kann. „Das tut einerseits natürlich weh, aber ist sportlich absolut nachvollziehbar“, findet Coach Höffges. „Für unseren Verein ist das auch eine Auszeichnung.“ In Fina Fänger und Friederike Kutz zählen jetzt schon zwei Mädels zum Stammpersonal der Frauenmannschaft, die eigentlich noch in der Jugend spielen. In ein, zwei Jahren seien dann auch die anderen Mädels so weit, dass sie die Frauen unterstützen können. Die könnten dann auch über der Bezirksliga spielen.

Für Höffges steht jetzt schon fest: „Die engagierte Jugendarbeit trägt Früchte. Dieses tolle, tolle Ergebnis ist eine Gesamtleistung der Sportler, des nimmermüden Vorstands, der engagierten Trainer und der Eltern und Großeltern.“

Der Trainer freut sich jetzt schon auf die Eröffnung der neuen Saison. Dann soll das gute Abschneiden des ETV noch einmal getoppt werden: „Es deutet sich an, dass wir dann sogar alle Altersklassen besetzen können, manche sogar mit zwei Mannschaften.“ Zum Auftakt treffen seine Mädels am 25. August auf den Bundesligisten Bayer Leverkusen – vermutlich mit Ex-Spielerin Nele Vogel. Höffges glaubt: „Das wird ein absoluter Höhepunkt für unsere Mädchen. Den haben sie sich verdient.“