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Projekt Mathe schützt nicht vor Ertrinken in Erkelenz und Hückelhoven

Schulsport : Kindern die Angst vor dem Wasser nehmen

„Mathe schützt nicht vor Ertrinken“ – das Schwimmprojekt für Erstklässler zahlt sich seit dem Start im Jahr 2015 aus. Eine Bestandsaufnahme.

Sie fühlt sich bestätigt, wenn sie mit den Lehrern der weiterführenden Schulen im Kreis Heinsberg spricht. „Da höre ich dann, dass sich die Schwimmfähigkeit der Schülerinnen und Schüler deutlich verbessert hat“, erzählt Annette Sielschott vom Regionalen Bildungsbüro Kreis Heinsberg. Sie war die Vorkämpferin für das Projekt „Mathe schützt nicht vor Ertrinken“, das im Jahr 2015 erstmals stattfand. Damals wie auch heute ist der Hintergrund ein sehr wichtiger: Erstklässler in Grundschulen sollen nicht nur an das Element Wasser gewöhnt werden, sie sollen auch dazu gebracht werden, sicher zu schwimmen.

Gerade erst ist das Projekt zu Ende gegangen; immer im Frühjahr sind die jüngsten Grundschüler in den Schwimmbädern versammelt, um mit der Hilfe fachkundiger Schwimmlehrer die Kurswochen zu absolvieren. Auch im Erkelenzer Erka-Bad und im Hückelhovener Freizeitbad standen die großen Schwimmbecken wieder den Kindern zur Verfügung.

Beispiel Erkelenz: In diesem Jahr schickte die Stadt 457 Erstklässler in dieses Projekt. „Alle Schülerinnen und Schüler der Erkelenzer Grundschulen haben im Laufe ihrer Grundschulzeit die Gelegenheit, im Rahmen des Projektes das Schwimmen zu erlernen. Kein Kind muss die Grundschule in Erkelenz verlassen, ohne die Chance gehabt zu haben, während des zweiwöchigen Projekts am intensiven Schwimmunterricht teilzunehmen“, erläutert Hans-Heiner Gotzen, der Erste Beigeordnete der Stadt Erkelenz. Auch diesmal zeigten sich wieder unterschiedliche Leistungsniveaus – angefangen bei Kindern, die Angst vor dem Wasser, über Kinder, die schon etwas schwimmen können, bis hin zu den Kindern, die bereits über ein Schwimmabzeichen wie das Seepferdchen verfügen.

Zurück zu Annette Sielschott. Mittlerweile sah sie den Zeitpunkt gekommen, um eine Erhebung aufzustellen, ob sich das Projekt überhaupt lohnt. Die Antworten lieferten ihr die eingangs erwähnten Gespräche mit den Sportlehrern der weiterführenden Schulen. Im Fokus ihrer Ergebung standen Fünft- und Sechstklässler – also die Schüler, die die ersten waren, die an „Mathe schützt nicht vor Ertrinken“ teilgenommen haben. Beispielhaft nennt Annette Sielschott die Aktivitäten der Grundschule Selfkant, die ihre Schülerinnen und Schüler zum Schwimmunterricht in die benachbarten Niederlanden schicken. Die geographische Nähe ist also von Vorteil. Sielschott: „Es gibt in den Niederlanden verschiedene Schwimm-Diploma. Das A-Diploma beispielsweise ist bereits höherwertig als das Bronzeabzeichen hierzulande.“

Annette Sielschott ist ein Faktor ganz besonders wichtig: „Es geht uns nicht darum, irgendjemandem die Schuld zu geben, weshalb ein Kind nicht schwimmen kann. Wir wollen nicht die Eltern angreifen, auch nicht die Schulen oder sonst wen. Wir haben festgestellt, dass es viel besser ist, wenn man den Beteiligten die Frage stellt, was sie leisten können, um ein solches Projekt durchführen zu können. Und siehe da, es hat sich gelohnt.“

Und so wird es das Projekt auch in Zukunft geben – mit der Unterstützung beispielsweise des Kreissportbundes Heinsberg, der DLRG und Sportvereinen.