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Krefeld: Die IHK macht 1000 Auszubildende fit für die digitale Welt

Wirtschaft in Krefeld : Die IHK macht 1000 Auszubildende fit für die digitale Welt

Unternehmen mit digital kompetenten Auszubildenden und Mitarbeitern haben einen Wettbewerbsvorteil. Die IHK will den Fachkräfte-Nachwuchs schulen.

Hassreden, übelste Beleidigungen aber auch massive Bedrohungen – diese Art von Äußerungen und Kommentaren gehören mittlerweile schon zum Alltagsgeschäft der sogenannten Sozialen Medien.  Dazu zählen Plattformen wie Facebook, Twitter, XING, LinkedIn, Pinterest, Instagram und viele andere mehr. Oft verstecken sich die Absender dieser asozialen Mitteilungen hinter falschen Namen, sind es Trolls oder sogar Bots, die auftragsgemäß handeln.

Doch wie kann man sich dagegen wehren oder auf den Hass und die Anfeindungen angemessen reagieren? Antworten wollte das Online-Seminar „Hate Speech“ geben, zu dem die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein und die BG3000 Service GmbH im Rahmen eines gemeinsamen Qualifizierungsprojekts Auszubildende in Krefeld, Mönchengladbach, im Rhein-Kreis Neues und im Kreis Viersen eingeladen hatte. Dieses Seminar war eines von mehreren unter dem Titel „Kein Azubi ohne Digi“. Das Projekt soll Auszubildende fit machen für die digitale Welt im privaten, aber auch im betrieblichen Umfeld. Im Mittelpunkt der insgesamt sechs unterschiedlichen, einstündigen Seminare innerhalb des Projekts steht die Nachrichten- und Informationskompetenz als Basis für einen souveränen Start in die Welt fernab von Verkaufsgespräch oder Drehbank.

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„Bei diesem Hate-Speech-Seminar hatten wir eine lebhafte Reaktion, wie nicht immer zuvor“, sagte Referent Philip Hinken. Der TV-Redakteur hält im Rahmen des Projekts mehrere Seminare zu verschiedenen Themen ab, etwa auch zu Medienkompetenz oder Falschmeldungen. Das Online-Format hat sich bewährt. „Es erleichtert Unternehmen und Azubis die Teilnahme.“

Es sei nicht nur der Corona-Pandemie geschuldet, dass BG3000 dieses Projekt online anbiete, ergänzt Moderator Tobias Lucas. „Schon davor hatten wir es im Programm. Jetzt wird es verständlicherweise mehr nachgefragt.“ Aber auch als Unterrichtsveranstaltung sei das Projekt möglich.

Nach der erfolgreichen Teilnahme an dem sechstägigen Workshop erhalten die Auszubildenden unter anderem ein Zertifikat für ihre Fortbildung, die sie fit macht für die Herausforderungen der digitalen Welt. Die Industie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein (IHK)  will insgesamt 1000 Auszubildende in der Region so qualifizieren, Unternehmen mit digital kompetenten Auszubildenden und Mitarbeitern hätten einen Wettbewerbsvorteil. Simone Stein-Lücke, Gründerin und Geschäftsführerin der BG3000, meint, es mache die Ausbildung attraktiver, wenn neben die fachliche Qualifikation auch innovative Instrumente und moderne Medienkompetenz treten.

Es ist beileibe nicht so, dass es den Hass und die Verleumdungen nur im privaten Feld gibt, wie Referent Philip Hinken an Beispielen deutlich machte. Jeder sollte versuchen, herauszufinden, was hinter einem Beitrag stecke. Handelt es sich lediglich um eine Polemik, lohne sich keine Diskussion. Man sollte sich gar nicht erst darauf einlassen. Im privaten Bereich reicht es manchmal, den Schreiber der Beleidigungen aus der Liste zu streichen. Unternehmen müssten vorsichtiger handeln. „Da ist die angemessene Reaktion entscheidend“, meinte der Referent. Eine humorvolle Antwort könne bei einer Situation hilfreich sein, bei einer anderen eher das Gegenteil bewirken. Sinnvoll sei es, wenn sich Unternehmen schon im Vorfeld „Notfallstrategien“ zurechtlegen.

Weitere Informationen zum Projekt „Kein Azubi ohne Digi“ gibt esbei der IHK unter Tel. 02161 241-160 (E-Mail: mona.kowalczyk@mittlerer-niederrhein.ihk.de). Anmelden können Unternehmen ihre Auszubildenden online unter:
www.mittlerer-niederrhein.ihk.de/26992.