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Sperrung in Kleve: Bombe in der Innenstadt gesperrt

Fünf-Zentner-Blindgänger : Bombe in Klever Innenstadt ist entschärft

In Kleve ist um 16 Uhr eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft worden. Lindenallee und Nassauerallee waren gesperrt, eine Notunterkunft in der Lutherschule eingerichtet.

Eine englische  Fünf-Zentner-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg wurde am Dienstag, 5. Januar, auf einem Baugrundstück an der Lindenallee in der Innenstadt Kleves entschärft. Am späten Nachmittag konnte Entwarnung gegeben werden, nachdem ab Mittag Feuerwehr und Polizei mit Lautsprecherdurchsagen begonnen hatten, die Bevölkerung zu warnen, dass sie ihre Häuser verlassen müsse oder nicht auf die Straße dürfe. Je nachdem, ob die Klever im inneren oder äußeren Sicherheitsbereich wohnen. Mehr als hundert Haushalte mussten ihre Wohnungen und Häuser räumen, die Verwaltung des Kreises Kleve musste evakuiert werden, weil sie im inneren Sicherheitsbezirk lagen. Eine Notunterkunft wurde in der Lutherschule an der Hagschen Poort eingerichtet.

Ab 15 Uhr begann die Polizei, die Hauptdurchfahrtstraßen durch die Kreisstadt, Nassauer- und Lindenallee, zu sperren. Der Verkehr wurde großräumig über den Klever Ring und die Hoffmannallee ab Kreuzung Albersallee umgeleitet. Laut Polizei kam es dabei nicht zu nennenswerten Staus, weil wegen Lockdown und Ferien der Verkehr noch vergleichsweise ruhig war und die ortskundigen Autofahrer die Absperrungen innerstädtisch umfuhren. Um 16.30 Uhr konnten die Feuerwerker des Kampfmittelräumdienstes Entwarnung geben: Der Aufschlagzünder der alten Bombe war entfernt, der immer noch gefährliche Blindgänger war entschärft.

Gefunden wurde die Bombe bei Sondierungsarbeiten durch den Kampfmittelräumdienst auf dem Baugrundstück, das  stadtauswärts rechts kurz vor der Einmündung der Lindenallee in die Nassauerallee liegt. Auf diesem Grundstück lebte vor dem Zweiten Weltkrieg der Bruder des von den Nazis ermordeten Wilhelm Frede, nach dem die Klever Volkshochschule benannt ist. Das Haus Fredes wurde bei den beiden Luftangriffen 1944 und 1945 auf Kleve zerstört. Mindestens eine der abgeworfenen Bomben explodierte nicht, wie sich jetzt herausstellte. Später baute ein Klever Industrieller dort seine  weiße Walmdach-Villa, die voriges Jahr abgerissen wurde. An ihrer Stelle will ein Gocher Bauunternehmer Geschosswohnungsbau errichten, weshalb der Bereich jetzt, wie bei jedem Bauvorhaben in der Stadt, vom Kampfmittelräumdienst untersucht wurde. Der wurde, wie leider in Kleve so oft, dann auch tatsächlich fündig.

Die Bombe wurde ausgegraben und entschärft, der Kampfmittelräumdienst rückte ab. Bis zur nächsten Bombe.

(mgr)