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So wird das Beuys-Jahr in Kleve und Moyland

Mann mit dem Schlapphut : Das wird das Joseph-Beuys-Jubiläum in Kleve und Moyland

Mit zwei Ausstellungen sind das Museum Kurhaus Kleve und das Museum Schloss Moyland beim Landesreigen „beuys 2021“ zum 100. Geburtstag des Künstlers dabei.

 Im Kurhaus macht eine Badewanne den inoffiziellen Auftakt ins NRW-weite Beuys-Jahr für die Kreis Klever Museen: Schon Ende April möchte Kleves Museumsdirektor Harald Kunde das schwere wie monumentale Werk im neuen Licht erscheinen und Sammlungshighlights rund um Joseph Beuys in der Wandelhalle des Kurhauses aufbitzen lassen. Das sind neben der Wanne vor allem auch die großformatigen Fotoarbeiten von den Beuys-Türen im Kölner Dom, die zum 100. Geburtstag des Doms entstanden. Und jetzt zum 100. Geburstag für Beuys grüßen. Und dazu eben all das aus dem „Fundus“ des Museums, das nicht in die Frühzeit des Künstlers passt, der die offizielle Ausstellung im NRW-Verband gilt.

Titel des Ausstellungsreigens ist landesweit „beuys 2021“. Damit wolle man, so Schirmherr und Ministerpräsident Armin Laschet im Exposé des geplante Reigens, „den ,Mann mit dem Filzhut’ und sein Werk würdigen, ihn neu entdecken und seine Denkanstöße in die heutige Zeit übersetzen“. Es gelte einen Künstler zu zeigen, der begeistert und inspiriert, der hinterfragt und zum Nachdenken anregt, der Kunst abdingbar mit dem Leben, mit der Philosophie und Wissenschaft verbunden habe, so Laschet weiter.

Das Projekt werde, sagt der Kreis Klever CDU-Abgeordnete und Mitglied des Landes-Kulturausschusses, Günther Bergmann, landesweit den Beuys in seinen ganzen Facetten aufarbeiten. jenen Weltkünstler, der seinen Anfang in Kleve nahm.

Und diesem Anfang widmet sich das Kurhaus Kleve, in dessen Mauern Beuys das Atelier hatte, in dem er seine erste große Arbeit für den öffentlichen Raum, das Mahnmal in Büderich, schuf und in dem aus Beuys Beuys wurde. Genau an dieser Stelle heißt es vom 19. Juni bis zum 3. Oktober „Intuition! Dimensionen des Frühwerks von Joseph Beuys 1946 bis 1961“.

„Ziel der Ausstellung ist dabei weder lokale Heiligenverehrung noch der Sockelsturz durch Spätgeborene. Vielmehr werden die Einflüsse, Anregungen und Zäsuren aufgezeigt, die die Entwicklung des Künstlers vom ,sensitiven Traditionalisten’ hin zum ,visionären Sozialplastiker’ ermöglicht haben“, schreibt Kleves Museumsdirektor Harald Kunde. Neben Kunde werden Susanne Figner (Kurhaus) und der Autor und Kurator Wolfgang Zumdick  die Ausstellung einrichten, in der es auch um Klever Künstler wie Lamers und Getlinger, um Mataré und um Klever Brüder im Geiste gehen soll wie unter anderem Lohengrin und den revolutionär Anacharsis Cloots.

Moyland widmet sich dem Schamanen Beuys. „Joseph Beuys thematisierte in frühen Werken immer wieder Schamanen und die Kontexte, in denen diese agieren. Zudem nahm er, etwa in Aktionen, selbst die Rolle des Schamanen an oder bediente sich schamanischer Praktiken“, schreibt die kommissarische künstlersiche Leiterin von Schloss Moyland, Barbara Strieder. Dabei konzentriert sich Strieder auf die ethnologische Darstellung, die ein Grundverständnis vom historischen und zeitgenössischen Schamanismus vermitteln soll. Dazu gehört dann auch eine Jurte im Park. Ergänzt wird die Schau durch zeitgenössische Positionen. Die Ausstellung startet am 2. Mai und ist bis 29. August in Moyland zu sehen.