Sommertour der Kreis-Wirtschaftsförderung Kleve in Kranenburg: Project verpackt jetzt auch ohne Plastik

Sommertour Innovation : Project verpackt jetzt auch ohne Plastik

Die „Sommertour Innovation“ der Kreis-WfG machte Station beim Anlagenhersteller in Kranenburg. Das Unternehmen profitiert von der Umweltbewegung: Kunden ordern Maschinen, die Gebinde mit Papier statt mit Folie ummanteln.

Kleine Transporter, so genannte Ameisen, fahren wie von Geisterhand gesteuert durchs Werk, ein Roboter packt mit einem Greifarm Werkzeuge und bringt sie zurück zum Regal. Die Zukunft ist längst angebrochen bei „Project Automation & Engineering“ in Kranenburg-Nütterden. Das Unternehmen stellt Verpackungsmaschinen her und hat sich in bestimmten Segmenten zum Weltmarktführer entwickelt. Grund genug für die Kreis-Wirtschaftsförderung, im Rahmen ihrer „Sommertour Innovation“ im Gewerbegebiet „Hammereisen“ Station zu machen und ihre Gäste, gemeinsam mit den beiden Geschäftsführern Stefan Opgenorth und Johannes Jansen, über die neuesten Entwicklungen zu informieren.

„Uns kennt keiner, aber jemand hat uns schon einmal in der Hand gehabt“, pflegt Johannes Jansen bei solchen Anlässen zu sagen. Damit spielt er auf Tragegriffe und Verpackungen für Getränke-Gebinde an, die in jedem Supermarkt zu finden sind. Project konzipiert und baut die Maschinen, die so etwas herstellen. „Wir fertigen die Maschinen genau so, wie unsere Kunden es gerne hätten“, sagt Jansen. Sondermaschinenbau nennt sich diese Sparte, in der Project 70 Prozent aller Aufträge abwickelt.

Was die Kunden gerne hätten – das sind seit einiger Zeit vor allem umweltfreundliche Verpackungen, ohne Plastik. „Das Umweltbewusstsein bei Verbrauchern und Herstellern ist gestiegen, nicht zuletzt auch durch die Fridays-for-Future-Bewegung“, sagt Stefan Opgenorth. Folien sollen bei Verpackungen immer seltener eingesetzt werden. „Der Trend geht zum Papier, weg von der Folie“, sagt Jansen. Project bedient diesen Trend. „Wir haben Maschinen entwickelt, die Papier mit Papier verbinden können“, sagt Jansen. Das geschieht ohne Kleber, mit einer Prägetechnik. Die Anwendungsbereiche sind riesig: Die Getränkeindustrie weltweit hat großes Interesse, mit den Banderolen können Lebensmittel vom Brot bis zur Banane umwickelt werden.

Stefan Opgenorth, Ferdinand Böhmer, Günter Steins, Johannes Jansen, Hans-Josef Kuypers und Ingrid Quartier-Jansen (v.l.) in den Nütterdener Werkshallen. Foto: Markus van Offern (mvo)

Rund 100 Mitarbeiter arbeiten für das Kranenburger Unternehmen. Kürzlich hat Project drei neue Außendienstler eingestellt. „Bisher haben wir gewartet, dass die Kunden zu uns kommen, jetzt wollen wir mehr auf potenzielle Kunden zugehen“, sagt Jansen. Besonders die „Fokusprodukte“ sollen beworben werden, darunter intelligente, mobile Roboter, die mit Menschen zusammenarbeiten können. In Kranenburg fühlen sich die Chefs und Mitarbeiter sehr gut aufgehoben. Das nimmt Bürgermeister Günter Steins gerne zur Kenntnis. Er zeigte sich beeindruckt von der Entwicklung, die Project seit der Ansiedlung im Jahr 1997 genommen hat. „Sie bleiben immer am Ball“, sagte er. Das unterstrich Kreis-Wirtschaftsförderer Hans-Josef Kuypers: „In den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten im Kreis von 78.000 auf 102.000 erhöht, und das, obwohl neben der Hochschule Rhein-Waal nur wenig große Betriebe dazu gekommen sind. Solche Erfolge sind auch Ihnen zu verdanken.“

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