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Kreis Kleve: Rindern: Zukunft der Bauern

Kreis Kleve : Rindern: Zukunft der Bauern

Zum Bauerntag hatte die Katholische Landvolkbewegung Niederrhein-Nord auf die Wasserburg Rindern eingeladen. Auf dem Programm standen neben einem Referat auch Berichte aus der Arbeit der Gemeinschaft.

Die Landwirte wissen längst, was Moderne heißt. Und so zückte ein Teilnehmer beim gestrigen Bauerntag der Katholischen Landvolkbewegung Niederrhein-Nord das Handy, um ein Foto zu knipsen, als der Referent ans Rednerpult trat. Dr. Franz-Josef Budde, Chefredakteur des Landwirtschaftlichen Wochenblattes Westfalen Lippe, sprach in den Räumen der Wasserburg Rindern unter dem Thema "Unser Hof ist unser Leben – über das Zusammenleben auf den Höfen über die Zukunft der Landwirtschaft – interessant und unterhaltsam.

Bild des Bauern gewandelt

Die Rede nutzte er zunächst, um die Bauern zu loben: "Wir neigen dazu, uns in der Landwirtschaft schlechter zu machen, als wir sind." Dabei habe sich das Bild des Bauern gewandelt. Galt er noch vor zehn Jahre als rückständiger Kassierer von Subventionen, gilt er heutzutage als moderner, angesehener Versorger. Gleich im Anschluss warnte er die Landwirte davor, die Diskussionen um den Klimaschutz zu blockieren. Die Bauern könnten sich nicht einfach ausklammern, weil sie durch die Massentierhaltung und den damit verbundenen Ausstoß von Methangas selbst am Klimawandel beteiligt seien. "Das müssen wir aufgreifen", forderte er.

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Dann ging er auf den Strukturwandel ein, den die Landwirtschaft erlebt hat, gerade erlebt und noch erleben wird. Die Zahl der Betriebe hat abgenommen, die jeweilige Größe ist hingegen gestiegen. Am deutlichsten, sagte Chefredakteur Budde, sei der Strukturwandel in der Schweinehaltung zu sehen. Bei den Milchbauern sei dieser wegen der Quotenregelung noch nicht so stark. Das werde sich aber durch deren Wegfall 2015 ändern – und der werde kommen. Eine vergrößerter Hof sei zwar nötig, bringe aber auch Probleme: Die finanziellen Anforderungen wachsen, die Rolle der Ehefrau als Mitentscheiderin wird wichtiger, das Delegieren von Aufgaben an Fremdarbeitskräfte ebenfalls. "Manche Bauern können einfach keine Aufgaben abgeben."

Budde ging auch auf die Unterschiede auf den Milch- und Schweinmärkten ein. Den deutschen Schweinezüchtern gehe es gut, bekommen sie doch mehr Geld pro Kilogramm als dänische und niederländische Bauern. Innerhalb Deutschlands seien die Unterschiede bei den Abnehmerpreisen gering. Anders ist es bei den Milchbauern. Die größten deutschen Molkereien zahlen laut Budde unter dem europäischen Durchschnitt, innerhalb Deutschlands seien die Unterschiede bei den Abnehmerpreisen groß. "Das wäre bei den Schweinebauern nicht möglich", so Budde und forderte von den Milchwirtschaft eine bessere Vermarktung.

Zum Schluss forderte Budde mehr Klarheit bei der Gentechnik: "Wir essen Rinder aus den USA, die mit Gen-verändertem Futter versorgt werden, regen uns aber auf, wenn ein Containerschiff in Deutschland auch nur Spuren von Gen-Futter enthält."

(RP)