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Kleve: Der Preis der Alten Meister

Kleve : Der Preis der Alten Meister

Es war Schätztag im Klever Museum Kurhaus. Das Amsterdamer Auktionshaus Christie‘s kam mit Fachleuten für Kunst und Kunsthandwerk in die Kreisstadt und bewertete kostenlos Gemälde und andere Kunst.

Vorsichtig werden die Frotteetücher aus der Klappkiste gehoben. Ganz vorsichtig. Ein Mast mit Segel wird sichtbar. Ein Schiff. Die wogende See. Tjabel Klok, Schätzer beim Amsterdamer Auktionshaus Christie‘s, fingert das Schiff mit vorsichtigem wie professionellem Griff aus der Klappkiste heraus. "Interessant. Schönes Stück”, sagt er mit Blick auf das Krefelder Paar, das das Boot mit Matrosen und Kriegern aus Elfenbein sowie etliche Gemälde aus einem Nachlass zum Schätzen nach Kleve ins Museum Kurhaus gebracht hat.

 Roland Katzy (links), SPD-Kreistagsfraktions-Chef und seine Frau (rechts) ließen Bilder schätzen.
Roland Katzy (links), SPD-Kreistagsfraktions-Chef und seine Frau (rechts) ließen Bilder schätzen. Foto: Gottfried Evers

Schätztag im Museum

Dort war am Montag nämlich Schätztag vom Amsterdamer Auktionshaus Christe‘s ­ und dafür fährt man auch die weite Strecke von der Seidenstadt an die Grenze, so der Krefelder. Und zu den Schätztagen kommen Fachleute vom Auktionshaus Christie‘s aus Amsterdam, Köln oder London ins Klever Museum, bewerten Bilder, Besteck, Möbel oder solch seltene Schiffe wie das aus Japan. Eben alles, was künstlerischen oder historischen Wert hat und auf einer Aktion ein gutes Ergebnis erzielen kann.

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"Wir haben zwei Fachleute, die die ganze Bandbreite von Kunst und Kunsthandwerk schätzen können, dazu Kollegen für die Kunst des 19. Jahrunderts, für alte Meister, für die Moderne”, sagt Monique Kleinschmidt, die gestern den Schätztag organisierte, die Termine machte und die Besucher betreute. Und Kleinschmidt hatte alle Hände voll zu tun. ­ Nicht nur, weil vor dem Haus ein in eine Decke gehülltere Heiliger aus Holz im Schnee auf seinen großen Auftritt vor dem Kunstfachmann wartete. Allein 70 Voranmeldungen hatte Kleinschmidt erhalten und gestern kamen noch die zahlreichen spontan aufgetauchten Besucher hinzu. Denn das Interesse am Klever Museum als Ort für einen Schätztag kommt nicht von ungefähr.

Schon vor mehr als zehn Jahren organisierte Museumsdirektor Drs. Guido de Werd im Haus Koekkoek den ersten externen Schätztag eines solchen Auktionshauses in Deutschland ­ und damals standen die Menschen Schlange über die halbe Kavariner Straße. Seit dieser Zeit ist fast regelmäßig Schätztag im Klever Museum, zumal das Kurhaus bei den Auktionshäusern einen guten Ruf hat und de Werd als ausgesprochener Fachmann anerkannt ist. "Wir haben regelmäßig Anfragen von Christie‘s, Sotheby‘s oder von Lemperz. Das ist ja attraktiv für unser Museum. Gelungen ist der Schätztag, wenn sowohl die Bürger als auch die Auktionshäuser gute Preise erwarten dürfen”, sagt de Werd.

Im fünfstelligen Bereich

Nach de Werds Definition war es gestern ein guter Tag. Allein das japanische Schiff könnte mindestens 4000 bis 5000 Euro auf einer Auktion erzielen, schätzte Klok. Letztlich war soviel zusammen gekommen, dass Christie‘s die Werke heute mit einem Kleinlastwagen abholen lassen wird, zog Monique Kleinschmidt gestern Abend ein zufriedens Resümee: Es gab noch eine wertvolle chinesische Vase, einen Gobbelin, mehrere Gemälde. Alles zusammen deutlich im fünfstelligen Bereich.