Kleve: Schule Kunst Museum im Kurhaus

Schule - Kunst - Museum : Die „kreative Invasion“ begeisterte im Klever Museum Kurhaus

Am vergangenen Wochenende waren im Museum Kurhaus Kleve die Werke der Schüler zu sehen, die am Projekt „Schule Kunst Museum“ teilgenahmen.

. „Schule Kunst Museum“ ist das größte Bildungsnetzwerk der Stadt Kleve. Es umfasst alle sechs weiterführenden Schulen der Stadt und das Museum Kurhaus Kleve. Jedes Jahr aufs Neue lassen Schüler aller Jahrgangsstufen sich durch aktuelle Kunstausstellungen im Kurhaus inspirieren und lernen – geführt und angeleitet durch die Kunsthistorikerin des Museums Kurhaus, Valentina Vlasic – wer die ausstellenden Künstler sind und was sie bewegt. Sie erarbeiten dann zusammen mit ihren Kunstlehrern eigenständige Werke, die sie schließlich der Öffentlichkeit in den Räumen des Museums präsentieren.

Eine „kreative Invasion“ nennt es Valentina Vlasic, wenn die Schüler ins Museum kommen, ihre Werke teils selbständig installieren und mit ihren Ergebnissen nahezu alle Räume des Hauses „besetzen“. Die zweitägige Schau gehört zu den „Höhepunkten der kulturellen pädagogischen Arbeit sowohl im Museum als auch in den beteiligten Klever Schulen“, so formuliert es Museumsdirektor Harald Kunde und man sei „froh und glücklich“, dass dieses Netzwerk nun schon seit 17 Jahren existiere.

Nahezu 500 Schüler waren beteiligt, entsprechend umfangreich waren Ideenvielfalt und der Facettenreichtum der Werke. „Jeder Tag ist neu, aber dieser Tag ist besonders“ – so nannten die Schüler der Berufspraxis Stufe der Förderschule Haus Freudenberg ihre Präsentation.

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Sie lehnten sich dabei an die erst kürzlich zu Ende gegangene Einzelausstellung des in Israel geborenen und in den USA lebenden Objekt- und Installationskünstlers Haim Steinbach mit dem Titel „every single day“ an. Anstelle des alltäglichen Einerleis zeigten sie in einer Fotoserie die exponierten Tage ihres Lebens, wie Geburtstage, bestandene Prüfungen und große Veränderungen.

Viele der teilnehmenden Schüler griffen Steinbachs Gedanken auf, so auch die Q 1 Stufe des Konrad Adenauer Gymnasiums. Schüler Nils Müller erklärte nicht nur, sondern wurde selbst Teil des Kunstwerks: er zog sich die Schuhe aus, seine knallbunten Socken sorgten für volle Aufmerksamkeit des Betrachters, und setzte seine Schuhe auf einen Sockel.

Haim Steinbach hat genau das gedacht: ein alltäglicher Gegenstand oder Handlung wird in seiner Bedeutung hinterfragt, erfährt neue Kontexte und neue Betrachtungsperspektiven.

Dies griffen auch die Schüler des Jahrgangs 8 des Freiherr vom Stein Gymnasiums Kleve auf. Jeder Schüler baute aus Holz einen Hocker, „seinen“ Hocker. Und die Hocker waren so verschieden, wie die Menschen: einfarbig, bunt, getupft, verschnörkelt, kompliziert oder einfach und klar. Auf jedem Hocker stand die Skulptur eines Kopfes, in dessen Öffnung eine Origami-Blüte aus beschriebenen Textseiten lag.

Stolz präsentierte Kunstlehrerin Klara Heimbach die Installation, die die Schüler ebenfalls eigenständig durchführten. Auch Valentina Vlasic lobte die Arbeit. „Jeder Schüler trug seinen Hocker eigenhändig die Gruftstraße herunter zum Museum, das war eine tolle Prozession“, erinnerte sie sich.

Zusammen mit Vlasic koordinierten die Lehrerinnen Kerstin Brendgen (Joseph Beuys Gesamtschule), Irmgard Hebben (Stein Gymnasium) und Claudia Rehder (Gesamtschule am Forstgarten) das Netzwerk. Intensiv tauschten sie sich mit den beteiligten Klassen und deren Kunstlehrern aus.

Besucht wurden auch die Ausstellungen „Andreas Schmitten“ und „Wasser & Wein. Neupräsentation der Sammlung I. & II.“ Haim Steinbachs künstlerisch gestaltete politische Botschaft „No Elephants“ griffen die Schüler der Karl Kisters Realschule auf und wandelten den Titel in „Oh Elephants“ um.

„Wir haben ein Regal, einen Farbblock und einen Gegensatz als Struktur gewählt“, erklärt Schüler Yoram Meuter. So entstanden zum Beispiel „Kleyfant“, „Hanno“, „Tuffi“, und jeder mit einer bildhaften Geschichte. Steinbach drückte mit seiner Wandinstallation seine Ablehnung gegen Donald Trump aus, denn die Republikaner werden in Amerika auch die „Elephants“ genannt.

„Ja, wir haben auch an Trump gedacht, aber man hätte auch mit anderen Tieren arbeiten können“, sagt Yourams Mitschülerin Hannah Wolf.

Sie haben, wie alle jungen Künstler dieses Projektes, weiter gedacht auf ihre Weise und eine ganz neue, inspirierende Ausstellung geschaffen.