Brejpottquaker feiern jecke Oscar-Verleihung in Kellen bei ihrer ersten Sitzung

1. Quaker-Sitzung : Kellens jecke Oscar-Verleihung

Die Brejpott-Quaker feierten mit 400 Karnevalisten ihre erste Prunksitzung. Die Kellener brachten Hollywood mit filmreifen Auftritten ins Schützenhaus. Höhepunkt des Abend war die geistreiche Bütt von „Enne Janze“.

Was macht eigentlich eine gute Karnevalssitzung aus? Eine Frage, auf die die Kellener Brejpott-Quaker auch in diesem Jahr überzeugende Antworten fanden: Ein ausdrucksstarkes Motto, scharfzüngige Bütten, atemberaubende Hebefiguren und närrische Gassenhauer braucht es, um ein ausverkauftes Schützenhaus zum kollektiven Schunkeln anzuregen. 400 Jecke erlebten einen kurzweiligen, fünfstündigen Abend.

Unter dem Titel „Wej gonn met ow in´t Quaker-Kino“ entführte Präsident Helmut Vehreschild seine Gäste in die Welt des Films, des Kinos und des Daseins vor der Kamera. Für einen begeisternden Auftritt auf der Bühne oder langjährige Verdienste im Reich der Klever Karnevalisten händigte der Ex-Prinz die liebevoll gestalteten „Quaker-Oscars“ aus.

Den Auftakt bescherte Tobias der Stimmungsvolle mit seinem triumphalen Einzug. „Komm lass uns alle heute feiern, Prinz Tobias lädt euch ein, glaubt es uns bis Aschermittwoch, rockt er nur den Niederrhein“, sangen seine Prinzenliedsängerinnen Helena Dunkerbeck, Mandy Bünder und Anna Marzian. Obligatorisch verteilte er auch drei seiner Orden unter der Quaker-Gemeinschaft.

Für den ersten humorigen Stimmungstest zeichneten sich Wolfgang Drop als Bademeister und Michael Jansen als Schwimmer im neuen Sternbusch-Bad verantwortlich. „Ich trainiere für Olympia“, berichtete Jansen. Mit Statur und Alter aber schien er zumindest nicht auf den ersten Blick dafür prädestiniert. Seine Sportart aber hatte es in sich: „Ich mache Synchron-Schwimmen im Einzel.“ Auch Michael Meuwsen als „Ein Student“ überzeugte pointenreich. Er schilderte den Alltag eines Studenten-Fußball-Teams, das aus „elf Personen mit fünfzehn Nationalitäten“ besteht.

Mario Coumans war erstmals als Witwe Bolte in der Bütt. Wie früher als Monique Jaqueline Schmitz begeisterte er auch dieses Mal wieder sein Publikum. Als echte „Uedemer Knolle“ erzählte Witwe Bolte pointenreich von ihrer Jugend auf dem Land.

Den Saal zum Kochen aber brachte erst die Bütt von Georg Jansen als „Enne Janze“. Der kluge Beobachter legte den Finger in die Wunde des täglichen Klever Verkehrschaos. So sei es ihm passiert, dass er am Klever Ring nicht über die grüne Ampel fahren konnte, da ein exmatrikulierter Philosophie-Student sich fragte, „was denn die Grünphase jetzt für ihn persönlich bedeutet“. Zudem erkannte Jansen eine Gesetzeslücke. Dann nämlich, wenn Fußgänger die Straße süffisant gemächlich überqueren, obwohl Autos längst in Schlange warten. „Ich darf ihn nicht überfahren. Und das weiß er. Daran müssen wir etwas ändern.“ Das unaufhörliche Gelächter in den Publikumsreihen offenbarte: Der karnevalistische Pointen-Garant sprach den Jecken aus dem Herzen.

Sogar das Traumschiff, das Raumschiff Enterprise und die Titanik machten Station im Quaker-Bau. Unter der Regie von Christian Becker sorgten die Akteure auf der Bühne für Lachsalven im Publikum.

Auch musikalisch-tänzerisch bot der Abend einiges. Der Quaker-Chor interpretierte musikalische Gassenhauer zum Einhaken, die „Källesse Quecksprengers“ und Solotänzerin Emma Dähne zeigten schwindelerregende Figuren. Beeindruckend war auch die Vorstellung der „Brejpott-Tröpfchen“, die mit ihrem Showtanz „Gladiator“ Eindruck hinterließen. Für Ekstase sorgten die „Froschkönige“. Sie inszenierten „Franz Josef goes Hollywood, in geheimer Mission“ und gaben das Treiben am Set eines Hollywood-Drehs tänzerisch wieder. Gänsehautstimmung gab es beim großen Finale mit dem Quaker-Lied.

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