Kleve Susanne Rexing zeigt niederrheinische Künstler

Regionale Künstler : Moderne Malerei am Niederrhein

Susanne Rexing hat die Räume ihres gleichnamigen Möbelhauses am Koekkoekplatz mit Bildern von Malern aus der Region ausgestattet. Gemälde von Monika Buchen bis Gunter Jaeckle sind in den Ausstellungsräumen zu sehen.

Zwei Fahrradfahrer kommen aus einem diffusen Licht heraus scheinbar langsam auf den Betrachter zu. Sie wirken wie in einer Traumsequenz, die Umgebung ist verschwommen, rechts werden sie von einem Pkw überholt, ein anderer Pkw kommt aus dem Hintergrund. Die Stadt könnte Kleve sein, es könnte aber auch eine Großstadt sein. Eigentlich ist das Bild eher Sinnbild, eine kurze Wahrnehmung, die sich einbrennt. Die Arbeit ist streifig, wie rau, obwohl sie unter Glas liegt. Andre Lemmens, Künstler und Architekt aus Kleve, hat die Fotoarbeit geschaffen, die zur neuen Ausstellung von Susanne Rexing gehört.

Die Innenarchitektin und Kunstmäzenin hat ihr Möbelhaus komplett mit Künstlern der Region ausgestattet und so eine gar nicht so kleine Ausstellung über moderne Malerei am Niederrhein zusammengetragen. Wobei Lemmens, sonst auch Maler, hier seine Serie zeigt, für die er mit der Kamera „malt“ und die Drucke später verwischt.

Rexing präsentiert also zwischen modernen Möbeln und Klassikern einen Einblick in die hiesige Kunstszene, gewährt einen Blick auf Maler, die nicht allzu oft in der Region öffentlich zu sehen sind. Es sind Gemälde aus der Sammlung von Susanne Rexing, die meisten haben die Künstler für die Ausstellung zur Verfügung gestellt.

Verschwommen wie Lemmens Blicke in die Stadt auch die Sicht von Gunter Jäckle in Landschaften, die er aus Farbe so wundersam auf die Leinwand bringt. Da ist ein Blick in die Wolken wie von einem Gipfel herab, man ahnt den Felsen oder die Bergkante, vielleicht eine Hütte, die im Wolkengwaber steht, vermutet ein Tal, den Himmel weiß in weiß und grau in grau. Es sind weit mehr als 50 Schattierungen grau und weiß, in die man wie in die Wolken hineintaucht auf Jäckles Gemälde. An anderer Stelle seine Silhouette einer Stadt mit kantigen Bauten inmitten einer grüngrauen Landschaft. Schön seine Gitterbilder. Eine Entdeckung auch die abstrakten Farbmalereien von Monika Buchen. Acryl auf Leinwand gesetzt, geschabt, weggenommen, teils in dicken Flächen auf die Leinwand gestrichen, teils verlaufend, wie bei ihrem Gemälde „hide and seek“. Wobei die Verläufe nach oben weisen, als hingen die Bilder auf dem Kopf.

Mittendrin hängt eine ältere Arbeit von Willi Oster – monochrom die Fläche mit dickem Farbaufstrich in einem geradezu lebendigem Gelb. Bart Elfrink aus den nahen Niederlanden schuf träumerisch-meditative Blicke auf glitzernde Wasserflächen, die wie der Blick auf den Altrhein bei Griethausen oder das Wylermeer silbrig schimmern. Zum Eintauchen. Von Gerd Borkelmann ist eine feine Papierarbeit dabei, ebenso von Brigitte Gmachreich-Jünemann. Und auch die beiden Französinnen sind nicht vergessen beim Gang durch die Ausstellung: Jeannie Enaudi, die Südfranzösin und Frau von Pierre Theunissen, überrascht mit ihren „Tranches“. Barbara Schroeder, die Kleverin, die seit Jahren in Bordeaux lebt und arbeitet und jüngst eine Ausstellung in Moyland hatte, ist mit ihren Arbeiten dabei. Darunter auch eine der abstrakten Kartoffel-Linien auf weißem Grund. Dazwischen noch Impressionen des Düsseldorfer Malers Detlev Foth und ein knalliger Druck von Volker Saul aus Köln.

Prominent hinterm Eingang Elisabeth Schink (projektraum-bahnhof 25) mit zarten Zeichnungen aus ihrer Insekten-Serie. Es fehlt auch nicht die Mappe, die Werner Steinecke mit Schnitten hiesiger Künstler zum Werner Deutsch-Preis herausgegeben hat.

Besichtigt werden kann die Ausstellung am Koekkoekplatz Montag bis Freitag 10 bis 18.30 Uhr, Samstag 10 - 16 Uhr, und jeweils am ersten Sonntag im Monat: 13 -17 Uhr.

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