Kleve: Ankauf eines Gemäldes von Cornelis Lieste

Freundeskreis sammelt : Ein neuer Lieste für Koekkoek

1840 malte der niederländische Künstler Cornelis Lieste die Landschaft mit Hirten. Jetzt sammelt der Freundeskreis der Klever Museen für den Ankauf des Bildes, das schon im Haus Koekkoek zu sehen ist.

Ein Mann steht auf einer Kuppe und schaut versonnen in die Weite der Landschaft, die sich hinter der Kuppe erstreckt. Hügelig erstreckt sich die Landschaft im Dunst bis zum Horizont, die Kuppe, auf der der Hirte und ein Mädchen verharren, ist karg, ein paar Sträucher wachsen auf dem Felsboden, Felsbrocken liegen da. Neben dem Jungen und dem Mädchen stehen eine braune Kuh und ein grasendes Schaf, der Junge stützt sich auf seinen Hirtenstab. Hoch wölbt sich ein kühl-blauer Himmel über das Land, ein paar Schönwetterwolken werden von der aufgehenden Sonne angestrahlt und leuchten weiß im Himmel.

„Das Gemälde stammt aus dem 1850er Jahren, in denen Cornelis Lieste mit Ausstellungen in den Niederlanden der Durchbruch als Maler gelang. Lieste, der keine akademische Ausbildung genossen hatte, wurde 1841 als Mitglied der Kunstgesellschaft Arti et Amicitiae in Amsterdam aufgenommen“, sagt Ursula Geisselbrecht-Capecki, die künstlerische Leiterin des Künstlerhauses Koekkoek. Haus Koekkoek möchte das Cornelis-Lieste-Gemälde gerne erwerben. Dafür sammelt der Freundeskreis der Klever Museen Spenden, die Hälfte der Summe ist auch bereits aufgebracht. Das Gemälde ist ein Beispiel für die prächtige ;Malerei des Niederländers, der 1817 in Haarlem geboren wurde und 1837/38 beim Wintermaler Johannes Roosenboom lernte. Liestes Sommer- und Winterlandschaften bekamen noch einmal einen deutlichen Schub, nachdem er 1840 nach Kleve und dann in das Rheinland und die von Koekkoek hochgelobten Landschaften an Mosel, Ahr und Düssel gereist war. Wie damals üblich, ließ sich der Landschaftsmaler die Staffagefiguren von einem Kollegen, in dem Fall ein Freund Liestes, ins Bild setzen. Hier ist es der Tiermaler Simon van den Berg (Overschie 1812-1891 Arnhem). „Das Gemälde weist eine feine, souveräne Malweise auf“, sagt Geisselbrecht-Capecki. Denn Liestes  Werke würden eine tiefe Ruhe und fast religiöse Naturbewunderung ausstrahlen. In späteren Werken habe der Niederländer sich in der Lichtauffassung an dem französischen Maler des 17. Jahrhunderts, Claude Lorrain, orientiert

Schon Friedrich Gorissen war ein Bewunderer Liestes, erklärt die Koekkoek-Leiterin. Aus seinem Besitz stammen zwei weitere Gemälde des Künstlers, die als Dauerleihgabe der Volksbank Kleverland im Koekkoek-Haus ausgestellt sind: Eine Landschaft mit der Darstellung des Wasserfalls von Chiavenna und eine Gebirgslandschaft aus dem Ahrtal. Dazu kommen das Skizzenbuch von Liestes Niederrhein-Reise und ein Gemälde vom Wald bei Schloss Moyland sowie die grandiose, 2015 aus der Sammlung Rademakers angekaufte Seenlandschaft im Mondlicht.

Mit dem neuen Gemälde  würde das romantische Spezialmuseum  neben der Sammlung von Gemälden von Koekkoek und seinen Schülern auch die von Lieste ausbauen. „Sie zeigen die verschiedenen Schaffensperioden und auch seine Bewunderung für das Werk B.C. Koekkoeks, das ist eine wunderbare Ergänzung“, sagt Geisselbrecht. Zumal der Haarlemer als Zeitgenosse Koekkoeks und ständiger „Gast“ in der Dauerausstellung dem Klever Publikum bekannt ist  und das Haus dem Maler 2015 eine große Ausstellung widmete.

Ein weiteres Werk wurde im Frühjahr 2018 mit Klever Hilfe vom Teyler’s Museum in Haarlem angekauft. Die Haarlemer hatten das Bild zwar schon im 19. Jahrhundert erworben, es aber in den 1960er Jahren, als die Romantik und die Finanzen des Museums es schwer hatten (so Geisselbrecht-Capecki) abgestoßen. „Nun schätzen sich die niederländischen Kollegen glücklich, es der Öffentlichkeit wieder gegeben zu haben“, sagt Ursula Geisselbrecht-Capecki. Beim Bild fürs Koekkoek-Haus fehlen noch rund 3000 Euro, dann ist der Ankauf perfekt. RP-Foto: mgr

Spendenkonto bei der Sparkasse Rhein-Maas IBAN DE 61 3245 0000 0005 0205 57. Verwendungszweck Erwerb C. Lieste.

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