Kleve: Anwohner protestieren gegen Stadtbad-Bebauung

Demo : Anwohner protestieren gegen Stadtbad-Bebauung

Die Interessengemeinschaft Hallenbad hatte eine Demo organisiert. Rund 50 Bürger kamen. Kanu-Club fürchtet um seine Zukunft.

Kleve Wird das Gelände am Königsgarten, auf dem jetzt noch das Klever Hallenbad steht, bald zum Wohnghetto? Die Mitglieder der Interessengemeinschaft Hallenbad befürchten genau dies. Am Samstagmorgen trafen sich Mitglieder und Anwohner, insgesamt rund 50 Menschen, um vor dem Hallenbad gegen die geplante Bebauung zu demonstrieren.

Das Klever Stadtbad hat ausgedient, es soll abgerissen werden. An seiner Stelle sollen drei Blocks am Weg Kermisdahlufer und ein ebenfalls viergeschossiger Riegel entlang der Straße Königsgarten entstehen. Diese Blocks sollen eine Wandhöhe von mehr als 9,5 Metern und eine Firsthöhe von 14 Metern haben. Der Bebauungsplan-Entwurf legt eine Dreigeschossigkeit vor, die ein viertes Staffelgeschoss zulässt. In jedem dieser Häuserblocks können bis zu zehn Wohnungen untergebracht werden.

Ein Sprecher der IG machte am Samstag seinem Ärger Luft: „Die Gebäude sind völlig überdimensioniert, viel zu hoch“, sagt er. Außerdem macht es ihn wütend, dass der alte Bolzplatz hinter dem Hallenbad verschwinden soll. „Hier spielen so viele Kinder und auch Studenten Fußball. Das ist ein schöner, grüner Fleck“, sagte er.

Dieter Storm von Kanu-Club Kleverland sorgt sich sehr um die Zukunft seines Vereins, der auf dem Gelände seine Heimat hat. „Wenn die Erschließungsstraße wie geplant kommt, können wir den Anhänger mit unseren Kanus nicht mehr aus unserer Halle fahren“, sagt er.

Auch Bürgermeisterin Sonja Northing war am Samstag vor Ort. Sie lud die Anwesenden ein, der kommenden Sitzung des Ausschusses für Kultur und Stadtgestaltung beizuwohnen, der am Mittwoch, 20. Februar tagt. Sie versprach, dass die Bürger in die Planungen einbezogen werden. Jeder könne im Rahmen der Offenlage seine Bedenken gegen die geplante Bebauung einbringen, betonte sie.

In einer früheren Version des Artikels hieß es, dass es bereits einen Bebauungsplan, der bald in die Offenlage gehen soll, für das Gebiet gibt. Wir haben diese falsche Information aus dem Text entfernt.

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