Kirmes in Kranenburg: neuer Termin, neues Konzept

Brauchtum : Kirmes: neuer Termin, neues Konzept

Die Pfingstkirmes in Kranenburg ist Geschichte. Künftig findet das Volksfest der Grenzgemeinde am zweiten Augustwochenende statt. Auch das Konzept der Kirmes ändert sich.

Ein ehrenamtlicher Verein hat die Organisation der Kranenburger Kirmes von der Gemeinde übernommen. Der Verein „Kranenburger Kirmeskomitee“ ist zu diesem Zweck gegründet worden. Vor großen Veränderungen scheut der neunköpfige Verein angesichts sinkender Besucherzahlen nicht zurück: Nach 43 Jahren gibt er den Pfingsttermin auf und lädt vom 9. bis 12. August 2019 zur nächsten Kirmes ein (wir berichteten).

Joachim Janßen, Vorsitzender des Vereins, sagte in einem Pressegespräch: „Wir sind alle waschechte Kranenburger und intensive Kirmesgänger. In den letzten Jahren haben wir leider einen Rückgang des Interesses festgestellt und den Dialog mit der Gemeinde gesucht.“ Ausgang der Gespräche: Die Bürger gründeten einen ehrenamtlichen Verein und Bürgermeister Günter Steins übertrug die Organisation der Kirmes von der Gemeinde auf diesen. Vorbild sei der Stüppkesmarkt gewesen, der bereits seit 1997 ehrenamtlich organisiert werde, so Janßen.

Um die Besucherzahlen wieder zu steigern, gibt das Komitee den Pfingsttermin auf. „Der Termin gestaltete sich zunehmend schwieriger. Das Freizeitverhalten hat sich geändert, viele nutzen Pfingsten für einen Kurzurlaub. Außerdem finden im Wechsel der Stüppkesmarkt und das Märchenfestival statt – da blieb die Kirmes etwas auf der Strecke“, so Janßen. Die Gelderner Pfingstkirmes habe die Schausteller-Auswahl in der Vergangenheit immer mehr schrumpfen lassen.

Die Suche nach einem neuen Termin fiel nicht leicht – Vorsatz sei es gewesen, möglichst keinen anderen Veranstaltungen im Umkreis Konkurrenz zu machen. Die Wahl fiel auf das zweite Augustwochenende. „Die Kröte Ferien mussten wir schlucken – aber Materborn und Kellen machen ja vor, dass es funktionieren kann“, sagt Janßen.

Neben dem neuen Termin soll ein überarbeitetes Konzept wieder mehr Besucher locken. Dieses ist zwar noch nicht komplett in Stein gemeißelt, aber die Eckpfeiler stehen: So ist Sascha Pouwels, ebenfalls Mitglied des Kirmeskomitees, neuer Festwirt. Am Zelt hält er fest, verzichtet aber bei allen Veranstaltungen auf Eintrittsgeld. Zwei Bands hat er bereits engagiert: „New Leaf“ und „Moonlights“, beide aus den Niederlanden. In Ergänzung zum Autoscooter soll ein zweites Großfahrgeschäft die Kirmes attraktiver machen: „Cyclone Beach“, ein 15 Meter hohes Hochrundgeschäft, wird das in diesem Jahr sein. Stattfinden wird das Volksfest weiterhin auf der Fläche an der Christophorus-Schule, allerdings soll der Kirmesplatz am Waschwall künftig atmosphärischer ausfallen: Eingangsbögen, bunte Beleuchtung und eine neue Anordnung der Buden, Fahrgeschäfte und des Zeltes sind vorgesehen.

Das Programm für die vier Festtage ist teilweise noch in Planung – fest steht, dass die Abende sich an verschiedene Zielgruppen richten sollen. So soll am Kirmesfreitag nach der Eröffnung mit Fassanstich (19 Uhr) die Veranstaltung „Chill-Disco mit Selfie-Rally“ junge Besucher ins Zelt locken. „Dass wir verschiedene Zielgruppen haben, heißt aber nicht, dass nicht jeder, ob jung oder alt, alle Veranstaltungen besuchen kann“, betont Joachim Janßen.

Am Sonntag findet zunächst ein Gottesdienst im Festzelt statt (10 Uhr), danach übernehmen in alter Kirmestradition die Schützen das Regiment: Der Schützenverein Kranenburg-Scheffenthum lädt zu Proklamation und Krönungsball ein.

Um wieder mehr junge Menschen für die Kirmes zu begeistern, ist zudem ein Campingplatz vorgesehen: Jugendliche können an allen vier Veranstaltungstagen kostenlos ihr Zelt auf dem alten Rasenspielfeld des TuS Kranenburg aufschlagen – Sanitäranlagen werden bereitgestellt, außerdem gibt es Vergünstigungen für den Kirmesplatz.

Geplant sind nicht zuletzt verschiedene Wettbewerbe auf dem Kirmesplatz, beispielsweise ein Schießturnier am Freitag und ein menschlicher Tischfußball am Samstag. Am Montag, 12. August, soll das Volksfest dann nach einem Familientag inklusive Vergünstigungen mit einem Feuerwerk (gegen 22 Uhr) enden.

Weitere Informationen zum Programm will das Kranenburger Kirmeskomitee in den nächsten Wochen und Monaten bekanntgeben. „Es lohnt sich, gelegentlich auf der neuen Kirmes-Webseite vorbeizuschauen“, empfiehlt Joachim Janßen. Die Webseite ist in deutscher und niederländischer Sprache unter www.kranenburgkirmes.de abrufbar.

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