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Turnerschaft St. Tönis kassiert zum Abschied aus der Bundesliga zwei Niederlagen

Handball : Erfahrungen von bleibendem Wert

Die weibliche Jugend der Turnerschaft St. Tönis hat sich mit zwei Niederlagen aus der Handball-Bundesliga verabschiedet. Dem 17:34 vor 200 Zuschauern in heimischer Halle gegen Buxtehude folgte ein12:20 in Oldenburg.

Das Abenteuer Jugend-Bundesliga Handball (JBLH) ist für die Turnerschaft St. Tönis beendet. Dennoch nehmen die Mädchen neben vielen tollen Erlebnissen, die ihnen niemand mehr nehmen kann, auch viele Erfahrungen mit. Zudem hat sich die Mannschaft von David von Essen sportlich gut geschlagen, zwei Siege eingefahren und sich selbst gegen Buxtehude und Oldenburg ordentlich verkauft. Die weibliche A-Jugend hat somit bundesweit hervorragende Werbung für den Mädchen- und Frauenhandball in Tönisvorst betrieben.

Was war das für ein Erlebnis: Der Buxtehuder SV, der zu einer Topadressen in Deutschland zählt, zu Gast in der Sporthalle Corneliusfeld. Im Kader der Norddeutschen auch DHB-Auswahlspielerin Mia Lakenmacher, deren Vater Sven früher selbst erfolgreich in der Bundesliga und der Nationalmannschaft spielte. Über 200 Zuschauer wollten das dritte Bundesliga-Spiel der jungen Mannschaft der Turnerschaft St. Tönis verfolgen und sorgten für eine tolle Atmosphäre in der Halle.

Dass die Gastgeberinnen gegen den Buxtehuder SV nur krasser Außenseiter waren, war jedem klar. Aber das Team von David von Essen wollte das Spiel genießen und sich über jedes Tor sowie jede gelungene Aktion freuen. Nach fünf Minuten und 33 Sekunden war es soweit: Ausgerechnet die Jüngste erzielte den ersten Treffer für die Turnerschaft: Julia Faßbender markierte den 1:2-Anschlusstreffer. Die erst 15-Jährige kam vor zwei Jahren vom ATV Biesel nach St. Tönis und fühlt sich dort pudelwohl. Für sie ging mit der Jugend-Bundesliga ein großer Traum in Erfüllung und sie freute sich ganz besonders auf das Duell zu Hause gegen Buxtehude. Julia Faßbender gehörte zu den jüngsten Spielerinnen dieser Bundesliga-Spielzeit.

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Mia Bandusch sorgte sogar für den 3:3-Ausgleich. Man hatte sogar zweimal die Gelegenheit in Führung zu gehen, doch dies wollte nicht gelingen. So setzte sich Buxtehude Tor um Tor ab und ging mit einer klaren 15:7-Führung in die Halbzeitpause. Auch im zweiten Durchgang war gegen die Übermacht des BSV kein Kraut gewachsen, aber die Gastgeberinnen kämpften mit Leidenschaft und Herzblut, konnten sich im Angriff auch immer wieder mit schönen Aktionen belohnen. Am Ende aber fiel die Niederlage mit 17:34 erwartungsgemäß deutlich aus.

Eine schöne Aktion dann nach dem Spiel: Beide Mannschaften ließen sich zusammen ablichten. Wieder eine Erinnerung für jede einzelne Spielerin, die man festhalten und die keiner Spielerin genommen werden kann.  Buxtehudes Trainerin Heike Axmann fand für die Turnerschaft nach dem Spielende positive Worte: „Es hat uns sehr gut in Tönisvorst gefallen. Die Mannschaft hat super gekämpft und war sehr fair, die Stimmung war toll in der Halle.“

Zum Abschluss ging es am Sonntag für Turnerschaft zum VfL Oldenburg. Die Gäste durften nur zehn Zuschauer mitbringen, was natürlich für die Mannschaft aber auch die Eltern sehr schade war. In Oldenburg musste man sich dem VfL am Ende mit 12:20 geschlagen geben. David von Essen war mit der Leistung nicht zufrieden. „Das war sicherlich unser schlechtestes Spiel in der Bundesliga. Wir haben in der Deckung gut agiert, aber im Angriff haben wir uns das Leben sehr schwer gemacht. Insgesamt ziehe ich aber ein positives Fazit und freue mich auf die weitere Arbeit mit der Mannschaft“, sagte der Coach.

Dass sich das Team in diesem Jahr für die Bundesliga qualifizieren konnte, lag sicherlich auch an der Erhöhung von 32 auf 40 Mannschaften. Aber ganz sicher ist auch, dass diesem jungen Team von David von Essen die Zukunft gehört, schließlich bleibt es noch länger beisammen – lediglich Keeperin Katarina Angenendt und Linksaußen Anna Bleckwedel beenden nach der Saison 2020/2021 ihre Jugendzeit. In der nächsten Saison wird die Turnerschaft St. Tönis den nächsten Anlauf in der Jugend-Bundesliga nehmen.