1. NRW
  2. Städte
  3. Kempen

Kempen: Familie aus St. Hubert kehrte aus Corona-Risikogebiet zurück

Familie aus St. Hubert kehrte aus Corona-Risikogebiet zurück : Quarantäne endet bei negativem Testergebnis automatisch

Nach einem Wochenende voller Ungewissheit wurde die St. Huberter Familie, die aus dem Corona-Risikogebiet Katalonien zurückkam, am Montag auf Corona getestet. Es sei bis dahin eine Odysee gewesen.

(tre) „Ich habe am Montag nochmals viel telefoniert, aber dann haben wir endlich einen Arzt gefunden, der uns getestet hat“, berichtet die St. Huberterin (Name ist der Redaktion bekannt), die am Freitag mit ihren Mann und den beiden Kindern aus Roses in Katalonien aus dem Urlaub zurückkam. Die Erleichterung darüber, dass es für die gesamte Familie nun mit Verzögerung zu den Corona-Tests kam, ist ihr anzuhören. Es sei eine Odyssee gewesen, fügt sie an. Das Test-Ergebnis lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor.

Schon am Freitag führte die Rückkehrerin viele Telefonate, so mit dem Gesundheitsamt des Kreises Viersen, die aber nicht zu einem Corona-Test am Tag der Einreise führten. Die Familie suchte Hilfe, um eine Arztpraxis zu finden, die die Tests an den vier Personen vornahm. Die St. Huberterin beklagt die Art und Weise, wie das Kreisgesundheitsamt sowie das Bürgertelefon des Kreises Viersen – beide Nummern laufen beim Bürgertelefon auf, wie die Kreissprecherin Anja Kühne mitteilt – mit ihren Fragen zu Testmöglichkeiten kurz vor dem Wochenende sowie Ängsten und Sorgen umging.

 „Bei den Kolleginnen und Kollegen vom Bürgertelefon handelt es sich um geschulte Kräfte, die durchaus auch mit aufgeregten Anrufern umgehen können. Entsprechend positiv ist das Feedback der Bürgerinnen und Bürger. Wir sind den Kolleginnen und Kollegen dankbar dafür, dass sie seit Monaten mit Rat und Tat bereitstehen, und das auch außerhalb der regulären Dienstzeiten sowie ehrenamtlich neben ihrer eigentlichen Aufgabe in der Verwaltung. Leider gibt es auch einzelne Anrufer, die das Bürgertelefon benutzen, um dort ihren Ärger über Dinge abzuladen, die außerhalb der Zuständigkeiten oder des Einflusses des Kreises liegen“, kommentiert Kühne die Vorwürfe der St. Huberterin. Kühne spricht von einer „von Beginn des Telefonats an gereizten Bürgerin“.

Die St. Huberterin sieht das anders und fühlt sich im Stich gelassen. Zudem findet sie den Kontrollanruf des Kreises Viersen merkwürdig: „Als wir auf dem Weg zu der Brüggener Arztpraxis waren, rief uns das Kreisgesundheitsamt an und wollte wissen, wo wir sind“, berichtet die St. Huberterin. Sie sagte, dass man sich auf dem Weg zur Testung befinde. Auf ihre Frage, ob bei einem negativen Ergebnis die Quarantäne aufgehoben werde, erhielt sie die Antwort, dass das erst der Fall sei, wenn das Gesundheitsamt den Fall abgeschlossen hätte.

„Diese Auskunft können wir nicht bestätigen, möglicherweise handelt es sich um ein Missverständnis. Im Kreis Viersen läuft das Verfahren wie folgt: Für Bürgerinnen und Bürger, die ein negatives Testergebnis bekommen haben, endet die Quarantäne automatisch vorzeitig. Das Gesundheitsamt des Kreises wird hier nicht mehr tätig. Eine Aufhebung durch das Kreisgesundheitsamt ist mit Vorliegen des negativen Testergebnisses nicht mehr nötig“, sagt Kühne.

Dem Kreis Viersen wurden am Dienstag, 11. August, zehn Personen bekannt, die sich neu mit dem Coronavirus infiziert hatten. In acht Fällen handelt es sich demnach um Reiserückkehrer. Damit sind aktuell insgesamt 62 Personen im Kreisgebiet mit dem Coronavirus infiziert. Die Zahl der neuen bestätigten Fälle in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner ist gegenüber dem Vortag von elf auf dreizehn gestiegen.