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Kempen: Neue Lehrer für die Gesamtschule

Gesamtschule Kempen : Mit neuem Personal ins neue Schuljahr

Für Clara Huth, Karolien Janssens-Gottschalk, Lisa Süßmuth und Thiemo Budeus fängt mit dem Schuljahr 2020/21 ein neuer Lebensabschnitt an. Sie verstärken das Team der Gesamtschule Kempen. Alle treten erstmals eine feste Lehrerstelle an.

Mit einer Quote von 3:1 startet die Gesamtschule Kempen ins neue Schuljahr – zumindest, was die neuen Lehrer betrifft. Bei den vier neuen Kollegen, die ab Mittwoch das Lehrerteam vergrößern werden, handelt es sich um drei Frauen und einen Mann. „Generell sind die Frauen stärker vertreten. Allein an unserer Schule machen sie mehr als ein Drittel der Fachkräfte aus“, sagt Schulleiter Uwe Hötter.

Thiemo Budeus, der seine erste feste Stelle an der Gesamtschule antritt, hat dies auch im Studium beobachtet. „Es sind ganz klar mehr Frauen, die Lehramt studieren“, sagt der 28-Jährige. Vor dem Hintergrund, dass er zu seiner Schulzeit viele „tolle Lehrer“ hatte, wie es der Dülkener beschreibt, stand sein Berufswunsch für ihn fest. In Paderborn studierte der gebürtige Hagener Lehramt in den Fächern Deutsch und evangelische Religionslehre. Als Vertretungslehrer machte er seine ersten beruflichen Schritte bereits im November an der Kempener Gesamtschule, doch mit der Festanstellung und der Übernahme einer fünften Klasse als Klassenlehrer beginnt nun eine neue Zeit. „Ich freue mich darauf, nach dem Studium nun im Alltag anzukommen“, sagt Budeus.

Als Klassenlehrerin der 5d startet Lisa Süßmuth ihre erste feste Stelle nach dem Studium. Wobei auch die Tönisvorsterin vorab für einige Monate eine Vertreterstelle an der Gesamtschule hatte. „Ich habe hier ehemalige Lehrer der Gesamtschule Hüls getroffen, wo ich selbst zur Schule gegangen bin. Zudem ist meine Co-Klassenlehrerin, mit der ich zusammen die 5d betreue, die ehemalige Klassenlehrerin meines Lebensgefährten“, erzählt die 26-Jährige, die Deutsch und Philosophie unterrichtet.

Mit einer siebten Klasse als Klassenlehrerin steigt Clara Huth ins Schulleben an der Gesamtschule ein. Nach dem Referendariat an einem Kaarster Gymnasium und einem Praxissemester an einer Gesamtschule ist es nun die erste Stelle. „Ich freue mich besonders, als Klassenlehrerin aktiv zu sein. Kinder über einen längeren Zeitraum zu begleiten und an deren Entwicklung teilzuhaben, finde ich faszinierend. Generell steht für mich als Lehrerin die individuelle Förderung der Schüler im Mittelpunkt“, sagt die 29-jährige Willicherin, die ihr Examen kurz vor der Corona-Pandemie gemacht hat. Sie selbst ist gerne zu Schule gegangen und hat in ihrer Schulzeit viele positive Erfahrungen gemacht. Das möchte sie nun nach ihrem Studium in Köln mit den Fächern Kunst und Geschichte weitergeben.

Karolien Janssens-Gottschalk hat selbst noch einmal die Schulbank gedrückt, um auch in Deutschland an einer Schule arbeiten zu können. Die 33-Jährige ist Belgierin und lebt seit 2017 in Deutschland. „Ich habe in Antwerpen studiert und in Linguistik promoviert. Während der Doktorarbeit, als ich Kurse von meinem Doktorvater übernahm, habe ich festgestellt, dass es mir viel mehr Freude macht zu unterrichten“, erinnert sich die 33-Jährige. Nach ihrem Studium und der Promotion setzte sie im Alter von 27 Jahren nochmals die dreijährige Lehrerausbildung oben drauf, um als Quereinsteigerin zu beginnen.

Damit folgte sie einer Familientradition, denn ihre Eltern und ihr Bruder sind ebenfalls Lehrer. Sie selbst arbeitete zunächs6t in Belgien als Lehrerin, und als es ihren deutschen Mann beruflich nach Giesenkirchen zog, ging sie mit. Um in Deutschland unterrichten zu können, brauchte sie den Anpassungslehrgang für die Anerkennung. Sie schaffte die anderthalbjährige Lernphase in einem Jahr und unterrichtete zunächst ein halbes Jahr lang vertretungsweise in einer Hardter Gesamtschule. Nun geht es mit einer festen Stelle in Kempen weiter. „Mit ist es wichtig, Sprache als etwas Lebendiges zu vermitteln. Sprache heißt nicht nur einfach Vokabeln lernen“, betont Janssens-Gottschalk, die an der Gesamtschule ihre Muttersprache Niederländisch und Englisch unterrichten wird. Gerade vor dem Hintergrund der Grenznähe und der Tatsache, dass die Fontys-Hochschule in Venlo viele junge Menschen anzieht, ist Niederländisch ein Fach, das sich an der Gesamtschule großer Beliebtheit erfreut und auch in der jetzt startenden Oberstufe eine große Rolle spielen wird.

Alle vier freuen sich darauf, das Schulleben an der Kempener Gesamtschule mitgestalten zu können. Wobei insbesondere der Aufbau der Oberstufe eine Herausforderung darstellt. Etwas wird aber nicht nur für die vier neuen Lehrer ungewohnt sein: Wegen der Corona-Pandemie gilt für alle Schüler mit dem Schuljahr 2020/21 Maskenpflicht im Unterricht. Die Lehrer werden als Vorbild ebenfalls eine Maske tragen.