Tönisberg : Deutsche Backkunst für Israel

Die Bäckerei Hoenen aus Tönisberg unterhält freundschaftliche Beziehungen zu einem Bäcker in Israel, bei dem Betriebsleiter Hermann-Josef Stockhausen klassische deutsche Produkte vorgestellt hat.

Seit 2004 besteht der Kontakt zwischen der Familie Hoenen und der israelischen Familie Vadash und kam über eine Bekannte der Familien zustande. Der Sohn der Familie, Amir Vadash, erlebte damals drei Monate lang in der Tönisberger Backstube, wie die Deutschen ihr liebstes Grundnahrungsmittel herstellen. Daraus ist eine enge Verbundenheit zwischen den Bäckerfamilien Hoenen und Vadash gewachsen.

Im Jahr 2010 hat Amir Vadash in Ramat Ha Sharon, einem Ortsteil von Tel Aviv, seine eigene Bäckerei eröffnet. Diese und auch die inzwischen zweite eröffnete Filiale ist zu großen Teilen mit deutschen Maschinen und Einrichtungen ausgestattet. Hierbei hat die Bäckerei Hoenen tatkräftig unterstützt. „Wir haben gemeinsam überlegt, welche Ausstattung sinnvoll ist und diese per Schiff nach Israel gebracht,“ sagt Hermann-Josef Stockhausen. 2013 war er das erste Mal vor Ort, hat deutsche Backwaren vorgestellt und den Kontakt intensiviert. „Die Nachfrage nach handwerklich hergestelltem Brot steigt stetig, was nicht zuletzt mit dem Zuzug von Europäern nach Israel zu tun hat,“ so Stockhausen weiter. Die klassischen israelischen Backwaren seien vor allem süß. Es werden zwar auch Schnittbrot und Brötchen hergestellt, jedoch nicht in solchem Maße wie in Deutschland.

Sie sorgen für einen deutschen Hauch in den Backstuben (von links) Jacob Vadash, sein Sohn und ein weiterer israelischer Bäcker. Foto: hoenen

Nun war Stockhausen ein zweites Mal vor Ort und hat mit den Bäckern in der Backstube Hand am Teig angelegt. „Mit kleinen Tipps kann man dort bereits große Änderungen erzielen.“ In Israel gibt es nur wenige eigenständige Bäckereien. Dafür haben diese in der Regel von 6 bis 23 Uhr geöffnet,“ berichtet Betriebsleiter Stockhausen, der seit 39 Jahren bei der Bäckerei Hoenen arbeitet. Die Produktion erfolge dabei immer frisch und auf Nachfrage. „Wenn die Auslage leer ist, werden neue Produkte gebacken und direkt nachgelegt. Das ist möglich, da sich hinter jedem Verkaufsraum eine eigenständige Backstube befindet.“

Die Kunden können sich beispielsweise an leckerem Apfelstrudel erfreuen.„Deutsche Backwaren gehören in Israel mittlerweile zum guten Geschmack,“ sagt Geschäftsführer Heinz Hoenen. Ihm liegt das Projekt und die Freundschaft mit der Familie Vadash sehr am Herzen.

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